| Veranstaltung: | BDKJ-Hauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Status: | Beschluss |
| Beschlossen am: | 25.04.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Forderung von Maßnahmen zur Gestaltung sicherer sozialer Netzwerke für junge Menschen
Beschlusstext
Der Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Sozialen Medien wird, spätestens seit
der Entscheidung der australischen Regierung, eine Altersgrenze für Soziale
Medien einzuführen, zunehmend kontrovers diskutiert. So fordert die SPD Fraktion
im Bundestag in einem Impulspapier ein vollständiges Verbot von Sozialen Medien
für Kinder bis 14 Jahre und eine Jugendversion der Plattformen Sozialer Medien
für Jugendliche bis 16 Jahre.1 Auch die CDU hat durch einen Beschluss auf ihrem
Parteitag im Februar 2026 ein Mindestalter von 14 Jahren für den Zugang zu
Sozialen Medien gefordert2. Ein pauschaler Ausschluss von minderjährigen
Personen oder auch ein altersabhängiger Zugang zu Plattformen Sozialer Medien
wird dabei häufig damit begründet, Kinder und Jugendliche vor suchtverstärkenden
Algorithmen und digitaler Gewalt zu schützen.17
Der Schutz von Kindern und Jugendlichen in digitalen Räumen ist dabei ein
zentrales und berechtigtes Anliegen. Politik und Gesellschaft stehen in der
Verantwortung, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um junge Menschen zu schützen
und sichere digitale Umgebungen zu schaffen.
Kinder und Jugendliche haben jedoch ein Recht auf gesellschaftliche Teilhabe,
auch in digitalen Lebensräumen. Schutz, der über den Ausschluss aus sozialen
Räumen gewährleistet werden soll, schränkt dieses Recht ein und missachtet die
Lebensrealität junger Menschen. Pauschale Auschlüsse sind deswegen keine
Lösungen für vorhandene Probleme, sondern erschaffen neue.
Zusätzlich ist einerseits die Wirksamkeit von Verboten von Sozialen Medien
empirisch nicht belegt3 und andererseits stehen diese Forderungen häufig im
Gegensatz zu den Wünschen, Rechten und Bedürfnissen von Kindern und
Jugendlichen.
Digitale und analoge Räume sind längst nicht mehr voneinander trennbar. In
digitalen Räumen findet soziales Miteinander, politische Auseinandersetzung und
jugendverbandliche Arbeit genauso statt wie in Jugendheimen und in unseren
Gruppenräumen. Eine Einschränkung des Zugangs zu digitalem Raum widerspricht
daher unserer Auffassung von Partizipation und Eigenständigkeit unserer
Mitglieder und wirkt sich auch auf unsere Jugendverbandsarbeit aus.
Aufbauend auf den Beschlüssen „Teilhabe, Lebenswelt und Digitale Mündigkeit –
unsere digitalpolitischen Grundhaltungen” (2018) und „Digitale
Teilhabegerechtigkeit für junge Menschen” (2024) spricht sich der BDKJ gegen ein
Verbot Sozialer Medien für Kinder und Jugendliche aus.
In der gesellschaftlichen Debatte kommt zu kurz, dass Kinder neben dem Recht auf
Schutz auch ein Recht auf Teilhabe haben. Dass dieses Recht auf Teilhabe auch im
digitalen Raum gilt, haben die Vereinten Nationen im Rahmen der Allgemeinen
Bemerkung 25 zur UN-Kinderrechtskonvention klargestellt.4 Dieses Recht auf
Teilhabe beinhaltet das Recht auf Informationszugang und freie Meinungsäußerung:
Kinder dürfen sich in digitalen Räumen informieren, ihre Meinung kundtun und
sich beteiligen. Diese Rechte dürfen nur eingeschränkt werden, wenn dies
notwendig und verhältnismäßig ist. Insbesondere dürfen Kinder nur ausgeschlossen
werden, wenn nicht andere Mittel zur Verfügung stehen, um Kinder zu schützen.
Ein pauschales Verbot Sozialer Medien berücksichtigt dieses Recht nicht
hinreichend und ist aus unserer Sicht unverhältnismäßig.
Zudem stellt die Allgemeine Bemerkung auch klar, dass Kinder bei
Gesetzesvorhaben, die sie betreffen, gehört und beteiligt werden müssen. Wir
fordern daher, dass junge Menschen in der aktuellen Debatte aktiv beteiligt
werden.
Bereits im Beschluss „Digitale Teilhabegerechtigkeit für junge Menschen" hat
sich der BDKJ klar positioniert: Digitale Räume sind Teil der Lebenswelt junger
Menschen. Gesellschaftliche und politische Debatten finden oft in digitalen
Räumen und insbesondere in sozialen Medien statt. Auch vernetzen sich Kinder und
Jugendliche in digitalen Räumen mit Freund*innen und tauschen sich mit ihnen
aus. Ein pauschales Verbot der Nutzung von Sozialen Medien schließt Kinder und
Jugendliche von diesen Räumen aus. Sie werden von Debatten ausgeschlossen und
politische Bildung verliert an Niedrigschwelligkeit, eine gesellschaftliche oder
politische Beteiligung fällt dadurch noch schwerer. Soziale Medien bieten
Kindern den Raum, sich breiter und vielfältiger zu Themen zu informieren, als
das im analogen Umfeld möglich ist. Wir setzen uns dafür ein, dass alle jungen
Menschen an digitalen Räumen teilhaben können.
Neben politischer Bildung findet auch ein großer Teil religiöser und
spiritueller Bildung in digitalen Lebensräumen statt. Social Media bietet jungen
Menschen einen Raum, in dem sie selbstbestimmt und autonom ihren Glauben
erproben und neue Perspektiven kennenlernen können. Ohne diesen Lebensort würde
ein wesentlicher Teil religiöser Bildung wegfallen. Kindern und Jugendlichen
würde damit eine zentrale Möglichkeit genommen, vielfältige theologische und
spirituelle Ausdrucksformen kennenzulernen. Dadurch ginge jungen Menschen ein
bedeutsamer Ort verloren, an dem sie ihre Religionsfreiheit praktisch ausüben
und eine eigenständige, reflektierte Haltung zu Religion entwickeln können.
Dabei müssen auch bestehende Ungleichheiten berücksichtigt werden: Digitale
Räume eröffnen insbesondere jungen Menschen, die im analogen Raum mit
Diskriminierung oder eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten konfrontiert sind -
etwa aufgrund von Geschlecht, sozialer Herkunft, Behinderung, rassistischen
Zuschreibungen oder sexueller Orientierung - wichtige Möglichkeiten zur
Vernetzung, Selbstorganisation und politischen Artikulation. Gerade für
marginalisierte junge Menschen können digitale Räume daher wichtige Orte sein,
um Erfahrungen zu teilen, Unterstützung zu finden und gesellschaftliche
Sichtbarkeit zu erlangen.
In digitalen Räumen werden Lebensrealitäten queerer Personen sichtbar. Für
junge queere Menschen, die dabei sind, ihre eigene sexuelle und
geschlechtliche Identität oder Orientierung einzuordnen und
Lebensperspektiven zu entwickeln, sind diese Räume unverzichtbar.
[Fußnote: Auch queere Verbände wie das Jugendnetzwerk Lambda haben sich
schon klar gegen ein Verbot Sozialer Medien positioniert: https://lambda-
online.de/wp-content/uploads/2026/03/Stellungnahme-Social-Media-Verbot-
Jugendnetzwerk-Lambda.pdf]
Austausch und gegenseitiges Empowerment in digitalen Räumen sind auch für
Mädchen und junge Frauen wichtig - insbesondere wenn sie von
Mehrfachdiskriminierungen betroffen sind.
Gerade im ländlichen Raum, wo der Zugang zu analogen Jugendräumen häufig
eingeschränkt ist, werden digitale Räume zu zentralen Orten des
Austauschs. Sie ermöglichen unabhängig vom Wohnort und von vorhandener
Infrastruktur Selbstorganisation und demokratische Beteiligung junger
Menschen.
Kinder und Jugendliche von Sozialen Medien auszuschließen, statt
Plattformbetreiber konsequent zur Gestaltung sicherer kinder- und
jugendgerechter digitaler Räume zu verpflichten, greift aus unserer Sicht zu
kurz.
Die wissenschaftliche Studienlage zum kausalen Zusammenhang von längerer Nutzung
von Sozialen Medien und psychischer Gesundheit ist unklar.5 Auch zu den
bisherigen Verboten Sozialer Medien in anderen Ländern gibt es aktuell noch
keine Untersuchungen.6 Das Fehlen eindeutiger Studienergebnisse in beiden Fällen
stellt das Narrativ, dass ein Verbot Sozialer Medien die psychische Gesundheit
von Kindern und Jugendlichen verbessern würde, grundlegend in Frage.
Die Erfahrung aus dem Verbot Sozialer Medien in Australien deuten jedoch darauf
hin: Ein solches Verbot führt vor allem dazu, dass junge Menschen die Verbote
umgehen oder auf andere Plattformen ausweichen. Das birgt insbesondere das
Risiko, dass Kinder und Jugendliche dann Plattformen nutzen, ohne dass dort
Maßnahmen zu ihrem Schutz betrieben werden.
Zudem erlernen junge Menschen Medienkompetenz erst im tatsächlichen Kontakt mit
Sozialen Medien. Medienkompetenz entsteht dabei nicht abstrakt, sondern duch
aktive Nutzung und pädagogische Begleitung. Ein Verbot bis zu einer festgelegten
Altersschwelle verschiebt das Problem lediglich, ohne junge Menschen tatsächlich
beim Lernprozess und Aufbau von Medienkompetenz zu unterstützen.
Die Folgen von suchtfördernden Designs, Hass im Netz und weiteren für Kinder und
Jugendliche schädlichen Inhalten, betreffen auch erwachsene Menschen. Mehr als
jede vierte erwachsene Person zeigt nach einer Studie aus 2025 suchtartige
Symptome in Bezug auf die Nutzung von Sozialen Medien7.
Dies zeigt: Der Fokus auf das Verbot Sozialer Medien für Kinder greift zu kurz.
Vielmehr müssen die tatsächlichen Ursachen von Mediensucht in den Blick genommen
und dadurch auch ältere Jugendliche, junge Erwachsene und ältere Generationen
wirksam vor deren Folgen geschützt werden.
Gerade im Hinblick auf geschlechtsspezifische digitale Gewalt braucht es
Regulierung: vor allem junge FINTA* ziehen sich wegen Hass im Netz aus digitalen
Räumen zurück.8Ein Verbot schließt junge FINTA* aus, ohne geschlechtsspezifische
digitale Gewalt wirksam zu addressieren.
Alternativen zu einem Verbot Sozialer Medien für
junge Menschen
Die bestehenden Regelungen aus dem Gesetz über digitale Dienste9 (“Digital
Services Act”), Gesetz über digitale Märkte 10 (“Digital Markets Act”), sowie
dem Digitale-Dienste-Gesetz11 müssen konsequent umgesetzt, wirksam kontrolliert
und insbesondere mit Blick auf die Bedürfnisse junger Menschen weiterentwickelt
werden.
Plattformbetreiber müssen Soziale Medien bereitstellen, in denen altersgerechte
Inhalte für alle Altersgruppen verfügbar sind. Melde- und Beschwerdewege müssen
einfach, verständlich und transparent für alle Nutzenden sein. Der Schutz
persönlicher Daten muss zu jeder Zeit gewährleistet sein und gesammelte Daten
dürfen nicht für ein Profitinteresse (z. B. durch Werbung) weiterverwendet
werden.
Dabei müssen Plattformen Verantwortung dafür übernehmen, diskriminierende
Inhalte, digitale Gewalt und gezielte Belästigung insbesondere marginalisierter
Gruppen wirksam zu bekämpfen. Gleichzeitig braucht es klare gesetzliche Vorgaben
sowie wirksame Aufsichts- und Durchsetzungsstrukturen, damit bestehende Regeln
auch konsequent umgesetzt werden.
Soziale Medien sind durch die Gestaltung ihrer Angebote darauf angelegt, dass
möglichst viel Zeit dort verbracht wird. Manipulative Feed Algorithmen, die
polarisierende Inhalte bevorzugen und Daten über die Interaktionen mit den
Inhalten (durch Likes, Kommentare oder Betrachtungsdauer) sammeln sind
insbesondere für junge Menschen, nicht alleinig aus einer Sicht des
Datenschutzes oder des Jugendschutzes problematisch. Zugleich können
algorithmische Empfehlungssysteme bestehende gesellschaftliche Diskriminierungen
verstärken, indem sie problematische Inhalte über bestimmte Gruppen stärker
verbreiten oder diskriminierende Inhalte verstärken.
Auch der Digital Services Act verbietet den Einsatz von Dark Patterns in der
Gestaltung digitaler Angebote. Dies betrifft auch insbesondere Soziale Medien,
in denen es erschwert wird, problematische Inhalte zu melden, versteckte Werbung
angezeigt wird oder der Sammlung und Nutzung von Benutzer*inneninformationen zu
widersprechen.12
Soziale Medien, die gerecht für junge Menschen gestaltet sind, müssen diese
Punkte konsequent umsetzen und auf den Einsatz von manipulativen Feed-
Algorithmen sowie weiterer Dark Patterns verzichten. Eine Kontrolle kann dabei
nur sinnhaft durch eine unabhängige Instanz erfolgen, die dafür einen vollen
Zugriff auf den verwendeten Quellcode und die Datenmodelle genutzter Feed-
Algorithmen hat.
Zudem sollen Nutzer*innen durch Einstellungen mehr Kontrolle über die ihnen
angezeigten Vorschläge erhalten. Insbesondere sollen bestimmte Formate (Youtube-
Shorts, Instagram-Reels, ...) dauerhaft ausgeblendet werden können. Diese
Einstellungen sollen standardmäßig möglichst nutzer*innenfreundlich gestaltet
sein.
Ein wirksamer Schutz von Kindern und Jugendlichen in digitalen Räumen kann nicht
durch Verbote erreicht werden, sondern braucht die systematische Förderung von
Medienkompetenz. Medienpädagogik befähigt junge Menschen, Risiken zu erkennen,
mit problematischen Inhalten umzugehen und digitale Räume selbstbestimmt zu
nutzen.
Deshalb muss die schulische und die außerschulische Bildung darauf ausgerichtet
werden, junge Menschen zu einem sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken zu
befähigen. Damit dies umgesetzt werden kann braucht es eine stärkere
strukturelle und finanzielle Förderung auch von außerschulischen und (jugend)-
verbandlichen Bildungsmaßnahmen zur Vermittlung von Medienkompetenz,
insbesondere in Bezug auf Soziale Medien. Zudem braucht es eine gezielte
Stärkung der Fachdisziplin Medienpädagogik, um qualitativ hochwertige Angebote
sowohl in schulischen als auch in außerschulischen Bildungsorten
sicherzustellen.13
Freie Soziale Medien sind ein Teilbereich freier Software14. Sie beruhen auf
frei zugänglichem und veränderbarem Quellcode und sind häufig dezentral
organisiert.
Mit freien Plattformen werden digitale Räume geschaffen, die nicht primär dem
Profitinteresse einzelner Unternehmen unterliegen. Dadurch können Beteiligung,
Transparenz und gemeinwohlorientierte Gestaltung stärker in den Mittelpunkt
gestellt werden, während gezielte Werbung an junge Menschen in diesen Räumen
keinen Platz findet.
Durch den Einsatz freier Sozialer Medien wird die Anpassbarkeit an
unterschiedliche Bedürfnisse der Nutzenden gefördert und damit auch digitale
Teilhabe und Inklusion unterstützt. In den Netzwerken verwendete Algorithmen
sind öffentlich einsehbar. Diese Transparenz ermöglicht eine unabhängige
Überprüfung der Systeme und kann dazu beitragen sicherzustellen, dass keine
manipulativen oder suchtfördernden Feed-Algorithmen eingesetzt werden und junge
Menschen so besser geschützt sind.
Daher müssen gemeinwohlorientierte, freie und dezentrale Netzwerke als
Alternative zu profitorientierten Plattformen Sozialer Medien öffentlich
gefördert werden. Um dem Netzwerkeffekt zu begegnen, sollten zudem öffentliche
Stellen als Impulsgeber*innen auch in solchen freien Sozialen Medien präsent
sein.
Die Studienlage zum Zusammenhang der Nutzung Sozialer Medien und psychischer
Gesundheit muss verbessert werden: Dabei muss ein Schwerpunkt auf die Frage
gelegt werden, welche Inhalte und Plattformdesigns jungen Menschen schaden. So
können verlässliche Rückschlüsse gezogen werden und zielgerichtete Maßnahmen zur
Verbesserung der Plattformgestaltung getroffen werden.
Digitale Räume sind zudem nicht nur als Risikofaktor zu benennen, sondern
ermöglichen auch den Zugang zu Informationen, die gegebenenfalls im analogen
Raum aufgrund von Tabuisierung und Versorgungslücken schwer zugänglich sein
können. Hier muss ein Zugang zu gesicherten Informationen und die Erreichbarkeit
von Unterstützungsangeboten fokussiert werden.
Gleichzeitig ist die Versorgungslage im therapeutischen Bereich zu stärken,
insbesondere durch mehr Therapieplätze, ausreichende Finanzierung und den Abbau
von Hürden für Betroffene, Unterstützungsangebote in Anspruch zu nehmen.
Mit unserem Beschluss zur Digitalen Teilhabegerechtigkeit16 haben wir
festgehalten: Digitale Teilhabe ist ein Grundrecht junger Menschen. Digitale
Teilhabe muss ermöglicht werden.
Deshalb stellen wir uns gegen ein pauschales Verbot Sozialer Medien, das Kinder
und Jugendliche von zentralen digitalen Räumen ausschließt. Stattdessen muss
ihre Sicherheit gemeinsam mit ihrem Recht auf Teilhabe in den Fokus genommen
werden.
Eine aktive Beteiligung von jungen Menschen an der politischen Debatte und
an Gesetzgebungsverfahren zu digitalen Räumen
Eine aktive und konsequente Umsetzung und wirksame Kontrolle der Gesetze
zur Plattformregulierung
(insbesondere Digital Services Act und Digital Markets Act)
Ein Verbot von suchtfördernden Designs und manipulativer Dark Patterns in
Sozialen Medien
Eine langfristige strukturelle und finanzielle Förderung schulischer und
außerschulischer Medienbildung zur Stärkung digitaler Kompetenzen junger
Menschen
Die öffentliche Förderung gemeinwohlorientierter, freier und dezentraler
Netzwerke als Alternative zu profitorientierten Plattformen
Eine kontinuierliche Begleitung und Unterstützung von
Erziehungsberechtigten sowie Fachkräften und Jugendleiter*innen, angepasst
an individuelle Bedarfe, um Kinder und Jugendliche im Umgang mit digitalen
Medien adäquat begleiten zu können
Die Bereitstellung von fundiertem, niedrigschwellig zugänglichem Wissen
über Medienangebote sowie deren Risiken und Chancen auf einer zentralen,
öffentlich erreichbaren Plattform
Dass die psychische Gesundheit junger Menschen durch eine verbesserte
Studienlage, den gesicherten Zugang zu verlässlichen Informationen in
digitalen Räumen sowie eine insgesamt gestärkte Versorgung konsequent in
den Mittelpunkt gestellt wird.
1 SPD-Bundestagsfraktion. 2026. „Social Media sicherer machen“. Februar 16.
https://www.spdfraktion.de/themen/social-media-sicherer.
2 tagesschau.de. o. J. „CDU-Beschlüsse zu Social-Media-Verbot, Teilzeit und
Elterngeld“. Zugegriffen 1. März 2026.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/cdu-parteitag-284.html.
3https://aktuelles.uni-frankfurt.de/gesellschaft/einschaetzungen-zur-social-
media-regelung-in-australien/
4 Die Konvention ist seit dem Beitritt Deutschlands zur Konvention im Jahr 1992
auch direkt in Deutschland gültig.
Department for Science, Innovation and Technology. 2025. „Feasibility
Study of Methods and Data to Understand the Impact of Smartphones and
Social Media on Children and Young People“. University of Cambridge.
https://www.gov.uk/government/publications/understand-the-impact-of-
smartphones-and-social-media-on-children-and-young-people.
Interview mit Stephan Dreyer, Medienrechtler am Leibniz Institut für
Medienforschung https://netzpolitik.org/2026/australisches-modell-ein-
social-media-verbot-macht-den-jugendschutz-schlechter/
6 Mit ersten Ergebnissen entsprechender Studien ist erst im Laufe von 2027 zu
rechnen, siehe z.B. https://www.cam.ac.uk/stories/irl-trial-social-media-study-
launch
7https://news.rub.de/presseinformationen/wissenschaft/2025-11-21-soziale-medien-
fast-die-haelfte-der-jungen-deutschen-zeigt-suchtsymptome
8 Siehe Beschluss “Frauen*hass im Netz ist real – Gewalt gegen Frauen* endlich
beenden”
https://www.bdkj.de/fileadmin/bdkj/Dokumente/Beschluesse/4/4_43_Beschluss_Frauen-
-hass_im_Netz_ist_real.pdf
12https://www.edpb.europa.eu/system/files/2025-05/edpb_03-
2022_guidelines_on_deceptive_design_patterns_in_social_media_platform_interfaces-
-_v2_de.pdf
13https://www.bdkj.de/fileadmin/bdkj/Dokumente/Beschluesse/3/3.97_Digitale_Teilh-
-abegerechtigkeit_fuer_junge_Menschen.pdf Im Beschluss "Digitale
Teilhabegerechtigkeit für junge Menschen" hat sich der BDKJ bereits zum Ausbau
von Medienbildung positioniert:
17 S. hierzu auch: BDKJ-Beschluss (2026): Sexismus in Medien und digitalen
Räumen entschieden entgegentreten!
Begründung
Seitdem in Australien im letzten Jahr ein Verbot Sozialer Medien für Kinder und Jugendliche beschlossen wurde und in Kraft getreten ist, wird auch hier in Deutschland immer wieder die Idee eines solchen Verbots aufgebracht. Spätestens seit einigen Monaten wird dieses Verbot auch breit in der Öffentlichkeit debattiert, zumeist allerdings leider ohne eine Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Neben der Perspektive von jungen Menschen kommt aus unserer Sicht in der Debatte auch das Recht auf Teilhabe in digitalen Räumen, das junge Menschen besitzen, regelmäßig zu kurz.
Aufbauend auf unserer bestehenden Beschlusslage wollen wir uns daher mit diesem Antrag klar gegen ein Verbot Sozialer Medien positionieren. Zusätzlich wollen wir verschiedene alternative Handlungsoptionen aufzeigen, wie junge Menschen (und auch ältere Erwachsene) in digitalen Räumen wirksam geschützt werden können, ohne diese pauschal auszuschließen.
Der Beschluss soll Grundlage der verschiedenen Lobbyaktivitäten des BDKJ im Bereich des Verbots Sozialer Medien werden und unsere Argumentationslinie definieren.
Zudem dient dieser Beschluss als Auftakt für eine geplante Entwicklung einer Vision kindgerechter digitaler Räume, die der DiPA im Rahmen der weiteren Arbeit angehen will, falls der Ausschuss verlängert wird.
