BDKJ: Jugend fordert alternative Haushaltsführung

BDKJ: Mit einem Zukuntskonto sollen öffentliche Haushalte zukunftsgerechter werden – Jugend fordert alternative Haushaltsführung

Rothenfels (Main), 10. Mai. Um die öffentlichen Haushalte generationengerecht zu gestalten, schlägt der Bund der Deutschen Katholischen Jugend die Einführung eines so genannten Zukunftskontos vor. „Mit unserer Idee des Zukunftskontos werden öffentliche Ausgaben bewertet. Ausgaben, die Kindern und Jugendlichen Perspektiven eröffnen, werden positiv angerechnet, Lasten aus der Vergangenheit negativ“, erläutert BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier. So ließe sich eine nachhaltige Haushaltspolitik steuern.

Lisi

BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier

In dem bei der BDKJ-Hauptversammlung getroffenen Beschluss „Jenseits der Sachzwänge lacht die Zukunft“ sieht der BDKJ Kinder und Jugendliche derzeit in öffentlichen Ausgaben benachteiligt. „Viele Kommunen betrachten Kinder- und Jugendhilfe leider immer noch als freiwillige Leistungen. Ein Rechtsgutachten des Deutschen Bundesjugendrings hat eindeutig festgestellt: Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sind Pflichtaufgaben“, stellt Lisi Maier klar. In vielen Kommunen werde aber in Zeiten knapper Kassen als erstes in diesem Bereich gekürzt.

Einsparungen dürften nicht das einzige politische Handlungsmittel zur Haushaltssanierung sein. „Das Zukunftskonto kann helfen, auch in Zeiten knapper finanzieller Mittel Politik im Sinne von Kindern und Jugendlichen zu machen“, so Maier. Im Sinne der Strategie „U28 – die Zukunft lacht“ müssen auch öffentliche Ausgaben nachhaltiger gestaltet werden, um allen heute und zukünftig in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen gleich gute Lebenschancen zu sichern.

Die BDKJ-Hauptversammlung, die noch bis Sonntag auf Burg Rothenfels tagt, ist das höchste demokratische Gremium. Rund 100 Delegierte aus der ganzen Bundesrepublik nehmen daran teil. Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Mehr Infos unter bdkj-blog.de, u28.bdkj.de und unter #bdkjhv in den Sozialen Netzwerken.

Abschied vom Lippenbekenntnis

BDKJ kritisiert Kürzung des Entwicklungs-Etats

BDKJ krisiert Kürzung des Entwicklungetats

BDKJ krisiert Kürzung des Entwicklungetats (Quelle: Stephanie Hofschläger / pixelio.de)

Düsseldorf, 22. November. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert die Zustimmung des Bundestags, den Entwicklungsetat um 124 Millionen gegenüber dem Haushaltsentwurf zu kürzen. Der Einzeletat in Höhe von rund 6,34 Milliarden Euro sinkt damit um rund 86,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. „Das oft zitierte Ziel und Versprechen, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen, ist damit vom Tisch“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Das im Koalitionsvertrag festgehaltene Versprechen, ist damit als bloßes Lippenbekenntnis entlarvt. Damit verliert die Bundesregierung an Glaubwürdigkeit im In- und Ausland.“

Die Bundesregierung stehle sich aus der Verantwortung für die Armutsbekämpfung, Anpassung an den Klimawandel oder Förderung der Grund- und Berufsbildung. Zudem sei die Entscheidung kurzsichtig: „Das ist sparen an vorbeugenden Kosten. Die Folgekosten von Landflucht, Ressourcenkonflikten und Hunger sind wesentlich höher“, so Tänzler. Die entwicklungspolitische Gemeinschaft arbeite seit Jahren an alternativen Finanzierungsinstrumenten für die Minderung der weltweiten Armut sowie für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. „Jetzt muss die Bundesregierung erst recht die Finanztransaktionssteuer durchsetzen und die Einnahmen für Entwicklungs- und Klimaanpassungsmaßnahmen verwenden.“

Es brauche nicht weniger sondern mehr Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit. „Und eine Prioritätensetzung, die die entwicklungspolitische Bildungs- und Bewusstseinsarbeit in Deutschland und das Potential der Freiwilligendienste wie zum Beispiel „weltwärts“ – inklusive eines Reverse-Programm – nicht vergisst“, so Tänzler.

Die katholischen Jugendverbände sind Mitinitiator des Fairen Handels in Deutschland, Gesellschafter der „GEPA – The Fair Trade Company“ sowie aktiv in zahlreichen entwicklungspolitischen Bündnissen (Supermarktinitiative, CorA, Kampagne für Saubere Kleidung, Klimaallianz). Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Mehr Infos unter www.bdkj.de.