In loser Reihe werden hier im Blog große (geistliche) Frauen vorgestellt. Dieses Mal schreibt die BDKJ-Bundesvorsitzende Katharina Norpoth einen Brief an Hannah Arendt und sagt darin, was sie an ihr so beeindruckend findet. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Bundesfrauenpräsidium und endet mit diesem Beitrag. Eine Übersicht der erschienen Texte gibt es hier.

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Hannah Arendt lebte von 1906 bis 1975. Ihre Kindheit verbrachte Hannah in Hannover, Königsberg und Berlin. Ihr Studium führte sie an die Universitäten Marburg, Freiburg und Heidelberg. Sie arbeitete als Wissenschaftlerin und Publizistin. Weiterlesen

Maria: Die Begleiterin, die Glaubende, die Prophetin

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildert Eva-Maria Düring, Geistliche Bundesleiterin der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) und Mitglied im Präsidium der Bundesfrauenkonferenz, warum sie ihre Namenspatronin Maria so begeistert.

Maria die Begleiterin

Fatima-Madonna

Eine Statue der Fátima-Madonna in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt
(Quelle: „Pfärrich Pfarrkirche Marienstatue aus Fatima“ by Photo: Andreas Praefcke – Own work (own photograph). Licensed under CC BY 3.0 via Wikimedia Commons.)

Der Mai ist ein besonderer Monat. Schon als kleines Mädchen war das für mich so. Es wurde Frühling, die Maikäfer kamen, ich durfte wieder in den Sandkasten und irgendwie hatte ich den ganzen Monat über Namenstag. Ich fand Maria toll, hab begeistert den Rosenkranz gebetet und war natürlich bei Maiandachten. Als Jugendliche war ich nicht mehr so angetan von Maria, dieser demütigen, gehorsamen und braven jungen Frau. Maria stand damit für Eigenschaften, mit denen ich wenig zu tun haben wollte. Meine Namenspatronin wurde mir fremd, meine Gefährtin war verschwunden und meine Marienfrömmigkeit hatte sich verändert. Heute als erwachsene Frau ist mir Maria wieder ein wunderbares Vorbild, eine große Inspiration und eine nicht-enden-wollende Herausforderung.

Maria die Glaubende

Maria hat Jesus zur Welt gebracht, ist mit ihm geflüchtet, hat sich um ihn gesorgt und ihn bis an sein Ende begleitet. Maria ist die Mutter Gottes. Doch sie ist so viel mehr! Sie ist eine junge mutige Frau, die selbstbestimmt handelt. Sie hört, als ihr der Engel Gabriel erschien, gut zu, fragt nach und sagt dann schließlich JA zu Gottes Plan mit ihr. Sie ist empfänglich für das Heil, das ihr und der Welt verkündet wurde, sie ist offen für den neuen Bund. In Maria verwirklicht sich ein Glaube, der eine Beziehung zeigt. Sie ist im Dialog mit Gott, sie lässt sich existentiell herausfordern und geht dann den Weg gemeinsam mit Gott. Maria vertraut im tiefen Glauben darauf, dass Gottes Plan aufgehen wird.

Maria die Prophetin

Von Maria ist uns das Magnificat (Lk 1,46.55) überliefert. Ein Text, der unzählige Male gesprochen, gesungen und zitiert wurde. Im Magnificat lobt und preist Maria Gott und zugleich ist es ein sozialkritisches, prophetisches Lied. Hier wird das Bild einer neuen Gesellschaft entworfen und ungrosse geistl Frauen_symbolbilds so eine Utopie geschenkt, die Hoffnung macht. Maria nimmt die Kleinen, die Erniedrigten, die Hungernden und die Leidenden in den Blick. Sie kritisiert die ungerechten Verhältnisse und formuliert eine andere Vision. Sie formuliert das Ziel des Reiches Gottes: die Umkehrung der sozialen, ökonomischen und politischen Verhältnisse; Hochmütige werden zerstreut, Erniedrigte erhöht und Hungernde beschenkt. Das Magnificat eröffnet eine neue Option für die Armen. Maria machte in aller Radikalität deutlich was die Welt braucht: Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden. Die Worte dieser jungen Frau haben nichts an Gültigkeit und Brisanz verloren.

Maria ist mir ein Vorbild: Geh mutig in diese Welt! Sei offen für das was Gott mit dir vorhat! Erhebe deine Stimme!