Mehr Dialog, mehr Aktion, mehr Gerechtigkeit: Ergebnisse der BDKJ-Hauptversammlung 2010 #bdkjhv

Dialog gegen Missbrauch, bundesweite Sozialaktion, neue Impulse für Entwicklungspolitik der Zukunft: Ergebnisse der BDKJ-Hauptversammlung 2010.

                                                                       

Altenberg (Odenthal), 9. Mai. Am Sonntagmittag ist in Altenberg die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zu Ende gegangen. In vier Tagen haben rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland Beschlüsse für die katholischen Jugendverbände und -organisationen und die Interessenvertretung für die 660.000 Mitglieder gefasst:

Missbrauch: Offener Dialog in der Kirche
In der Missbrauchs-Debatte mahnt der BDKJ einen offenen, gemeinsamen Dialog zu überfälligen Fragen in der Kirche an. In dem am Sonntag gefassten Beschluss „Glaubwürdige Kirche für junge Menschen“ fordern die katholischen Jugendverbände ein gemeinsames Vorgehen mit Bischöfen und Laien. Viel zu lange habe die Kirche die Lebenswirklichkeit junger Menschen nicht Ernst genug genommen, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. Das dafür nötige Klima gebe es jetzt. „Im Sinne der uns anvertrauten Menschen setzen wir uns dafür ein, tabulos und angstfrei Anfragen benennen zu können. Wir brauchen endlich einen offenen, differenzierten, konstruktiven und strukturierten Dialog. Kirche muss Kritik und Widerspruch – auch intern – aushalten“, so Tänzler.

Dazu zählen nach Meinung der katholischen Jugendverbände der Umgang mit Macht in Kirche, Fragen nach Sexualität und menschennaher Sexualmoral, Weiterentwicklung der Priesterausbildung und des Priesterbildes, Miteinander von Priestern und Laien, Nutzung und Förderung von demokratischen und synodalen Strukturen, Stärkung von Frauen in der Kirche und die Überprüfung der Zugangsvoraussetzung zu Weiheämtern. „Wir haben nicht auf alles Antworten. Uns geht es um eine Auseinandersetzung. Verantwortliche in Kirche, Bischöfe und Laien, müssen sich gemeinsam den Anfragen stellen und sie bearbeiten.“

In diesem Zusammenhang weist der Dachverband der katholischen Jugendverbände in seinem Beschluss „Prävention statt Führungszeugnisse“ auf Kernbausteine für professionelle Präventionsarbeit hin. „Neben expliziten Präventionsmaßnahmen leisten die katholischen Jugendverbände mit ihrer alltäglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen“, so BDKJ-Bundesvorsitzende Ursula Fehling. Gleichzeitig positioniert sich der BDKJ gegen die an verschiedenen Stellen geforderte Einführung verpflichtender Führungszeugnisse für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit.

2013: Erstmals bundesweite Sozialaktion
Die BDKJ-Hauptversammlung hat auch eine erstmalig flächendeckende, bundesweite Sozialaktion für hunderttausende junge Menschen am 2. bis 5.Mai 2013 beschlossen Die Aktion trägt den Titel „Uns schickt der Himmel – 72-Stunden-Aktion des BDKJ“. „In 72 Stunden werden möglichst viele junge Menschen, die Welt besser machen“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Gerade in der derzeitigen Lage wollen wir das Zeichen setzen, dass junge Menschen aus christlichem Glauben in Kirche und Gesellschaft viel Positives bewegen.“ Bereits im vergangenen Jahr hatten 100.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus 16 Bistümern bei der BDKJ-Sozialaktion mitgemacht und in 72 Stunden mehr als 1.000 soziale, ökologische und kulturelle Projekte realisiert.

Menschenrechte zuerst: 40 Jahre Fairer Handel sind nicht genug
Darüber hinaus hat der BDKJ anlässlich von „40 Jahren Fairer Handel“ neue „Leitlinien für das entwicklungspolitische Engagement der Zukunft“ beschlossen. Darin fordern die katholischen Jugendverbände unter anderem die konsequente Umsetzung von Menschenrechten als Grundlage allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Handelns. Explizit wendet sich der BDKJ gegen die „zunehmende Ausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik an den Zwecken deutscher Wirtschaftspolitik.“ „Ziel entwicklungspolitischen Engagements muss dagegen ein gemeinwohldienliches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sein, das sich an menschenrechtlichen Maßstäben ausrichtet“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler. „Wirtschaftliches Wachstum allein ist dazu keine Lösung.“

Mit einer Reihe konkreter Forderungen wendet sich der BDKJ an Politik und Kirche. Dazu gehört die Schaffung einer globalen Instanz, die die Umsetzung von Menschenrechten weltweit durchsetzt. Zudem müsse der Faire Handel als Instrument gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit vorangebracht werden. So müsse sichergestellt werden, dass Konzerne das Fair-Trade-Siegel nicht als „Feigenblatt für menschenverachtende Unternehmenspolitik missbrauchen.“

Vor 40 Jahren haben die evangelischen und katholischen Jugendverbände mit Unterstützung der kirchlichen Hilfswerke den Fairen Handel in Deutschland ins Leben gerufen. Heute werden Fair-Handelsprodukte von 30.000 Lebensmitteleinzelhändlern, 800 Weltläden und tausenden von Aktionsgruppen verkauft. Eine Bewegung, von der rund 900 Handelspartnerorganisationen in fast 60 Ländern der Welt profitieren.

Studentenverbindungen treten BDKJ bei
Mit der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbindungen (AGV) hat der BDKJ eine starke Partnerin mehr. Der BDKJ hat die AGV als Jugendorganisation aufgenommen. Damit vertritt der Dachverband jetzt 17 katholische Jugendverbände und -organisationen und die Interessen der 660.000 in ihnen organisierten Mitglieder. „Wir freuen uns, dass der BDKJ in seiner Meinungsbildung noch breiter aufgestellt sein wird“, so Pfr. Simon Rapp, BDKJ-Bundespräses. Die AGV ist Arbeitsgemeinschaft von fünf katholischen Studentenverbänden mit 300 Studentenvereinen und -verbindungen und 10.000 Studierenden. (www.agvnet.de)

Bischof Bode mit Goldenem Ehrenkreuz ausgezeichnet
Am Freitag verabschiedete die BDKJ-Hauptversammlung Bischof Dr. Franz-Josef Bode. Nach 14 Jahren im Amt, hat er sein Amt als Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz abgegeben und leitet nun die Pastoralkommission. Bode dankte dem BDKJ für die Zusammenarbeit. „Spiritualität und Zuwendung für die Schwachen sind eins. Das haben die Jugendverbände immer gut verstanden“, so Bode. Er wünschte dem BDKJ, dass dieser „kommunikativ, kritisch, katholisch, kompetent und damit kostbar“ bleibe. In Würdigung seiner Verdienste verlieh der BDKJ-Bundesvorstand Bode das Goldene Ehrenkreuz. Bode ist der dritte Jugendbischof seit Gründung des BDKJ, der diese Auszeichnung erhält.

Als höchstes Beschluss fassendes Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung ein Mal jährlich grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Zur nächsten Hauptversammlung lädt der BDKJ-Bundesvorstand vom 19. bis 22. Mai 2011 nach Altenberg ein.

Beschlüsse, Bilder und mehr Infos gibt es unter www.bdkj.de.

Mehr Dialog, mehr Aktion, mehr Gerechtigkeit: Ergebnisse der BDKJ-Hauptversammlung 2010 #bdkjhv

Dialog gegen Missbrauch, bundesweite Sozialaktion, neue Impulse für Entwicklungspolitik der Zukunft: Ergebnisse der BDKJ-Hauptversammlung 2010.

                                                                       

Altenberg (Odenthal), 9. Mai. Am Sonntagmittag ist in Altenberg die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zu Ende gegangen. In vier Tagen haben rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland Beschlüsse für die katholischen Jugendverbände und -organisationen und die Interessenvertretung für die 660.000 Mitglieder gefasst:

Missbrauch: Offener Dialog in der Kirche
In der Missbrauchs-Debatte mahnt der BDKJ einen offenen, gemeinsamen Dialog zu überfälligen Fragen in der Kirche an. In dem am Sonntag gefassten Beschluss „Glaubwürdige Kirche für junge Menschen“ fordern die katholischen Jugendverbände ein gemeinsames Vorgehen mit Bischöfen und Laien. Viel zu lange habe die Kirche die Lebenswirklichkeit junger Menschen nicht Ernst genug genommen, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. Das dafür nötige Klima gebe es jetzt. „Im Sinne der uns anvertrauten Menschen setzen wir uns dafür ein, tabulos und angstfrei Anfragen benennen zu können. Wir brauchen endlich einen offenen, differenzierten, konstruktiven und strukturierten Dialog. Kirche muss Kritik und Widerspruch – auch intern – aushalten“, so Tänzler.

Dazu zählen nach Meinung der katholischen Jugendverbände der Umgang mit Macht in Kirche, Fragen nach Sexualität und menschennaher Sexualmoral, Weiterentwicklung der Priesterausbildung und des Priesterbildes, Miteinander von Priestern und Laien, Nutzung und Förderung von demokratischen und synodalen Strukturen, Stärkung von Frauen in der Kirche und die Überprüfung der Zugangsvoraussetzung zu Weiheämtern. „Wir haben nicht auf alles Antworten. Uns geht es um eine Auseinandersetzung. Verantwortliche in Kirche, Bischöfe und Laien, müssen sich gemeinsam den Anfragen stellen und sie bearbeiten.“

In diesem Zusammenhang weist der Dachverband der katholischen Jugendverbände in seinem Beschluss „Prävention statt Führungszeugnisse“ auf Kernbausteine für professionelle Präventionsarbeit hin. „Neben expliziten Präventionsmaßnahmen leisten die katholischen Jugendverbände mit ihrer alltäglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen“, so BDKJ-Bundesvorsitzende Ursula Fehling. Gleichzeitig positioniert sich der BDKJ gegen die an verschiedenen Stellen geforderte Einführung verpflichtender Führungszeugnisse für Ehrenamtliche in der Jugendarbeit.

2013: Erstmals bundesweite Sozialaktion
Die BDKJ-Hauptversammlung hat auch eine erstmalig flächendeckende, bundesweite Sozialaktion für hunderttausende junge Menschen am 2. bis 5.Mai 2013 beschlossen Die Aktion trägt den Titel „Uns schickt der Himmel – 72-Stunden-Aktion des BDKJ“. „In 72 Stunden werden möglichst viele junge Menschen, die Welt besser machen“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Gerade in der derzeitigen Lage wollen wir das Zeichen setzen, dass junge Menschen aus christlichem Glauben in Kirche und Gesellschaft viel Positives bewegen.“ Bereits im vergangenen Jahr hatten 100.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus 16 Bistümern bei der BDKJ-Sozialaktion mitgemacht und in 72 Stunden mehr als 1.000 soziale, ökologische und kulturelle Projekte realisiert.

Menschenrechte zuerst: 40 Jahre Fairer Handel sind nicht genug
Darüber hinaus hat der BDKJ anlässlich von „40 Jahren Fairer Handel“ neue „Leitlinien für das entwicklungspolitische Engagement der Zukunft“ beschlossen. Darin fordern die katholischen Jugendverbände unter anderem die konsequente Umsetzung von Menschenrechten als Grundlage allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Handelns. Explizit wendet sich der BDKJ gegen die „zunehmende Ausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik an den Zwecken deutscher Wirtschaftspolitik.“ „Ziel entwicklungspolitischen Engagements muss dagegen ein gemeinwohldienliches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sein, das sich an menschenrechtlichen Maßstäben ausrichtet“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler. „Wirtschaftliches Wachstum allein ist dazu keine Lösung.“

Mit einer Reihe konkreter Forderungen wendet sich der BDKJ an Politik und Kirche. Dazu gehört die Schaffung einer globalen Instanz, die die Umsetzung von Menschenrechten weltweit durchsetzt. Zudem müsse der Faire Handel als Instrument gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit vorangebracht werden. So müsse sichergestellt werden, dass Konzerne das Fair-Trade-Siegel nicht als „Feigenblatt für menschenverachtende Unternehmenspolitik missbrauchen.“

Vor 40 Jahren haben die evangelischen und katholischen Jugendverbände mit Unterstützung der kirchlichen Hilfswerke den Fairen Handel in Deutschland ins Leben gerufen. Heute werden Fair-Handelsprodukte von 30.000 Lebensmitteleinzelhändlern, 800 Weltläden und tausenden von Aktionsgruppen verkauft. Eine Bewegung, von der rund 900 Handelspartnerorganisationen in fast 60 Ländern der Welt profitieren.

Studentenverbindungen treten BDKJ bei
Mit der Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbindungen (AGV) hat der BDKJ eine starke Partnerin mehr. Der BDKJ hat die AGV als Jugendorganisation aufgenommen. Damit vertritt der Dachverband jetzt 17 katholische Jugendverbände und -organisationen und die Interessen der 660.000 in ihnen organisierten Mitglieder. „Wir freuen uns, dass der BDKJ in seiner Meinungsbildung noch breiter aufgestellt sein wird“, so Pfr. Simon Rapp, BDKJ-Bundespräses. Die AGV ist Arbeitsgemeinschaft von fünf katholischen Studentenverbänden mit 300 Studentenvereinen und -verbindungen und 10.000 Studierenden. (www.agvnet.de)

Bischof Bode mit Goldenem Ehrenkreuz ausgezeichnet
Am Freitag verabschiedete die BDKJ-Hauptversammlung Bischof Dr. Franz-Josef Bode. Nach 14 Jahren im Amt, hat er sein Amt als Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz abgegeben und leitet nun die Pastoralkommission. Bode dankte dem BDKJ für die Zusammenarbeit. „Spiritualität und Zuwendung für die Schwachen sind eins. Das haben die Jugendverbände immer gut verstanden“, so Bode. Er wünschte dem BDKJ, dass dieser „kommunikativ, kritisch, katholisch, kompetent und damit kostbar“ bleibe. In Würdigung seiner Verdienste verlieh der BDKJ-Bundesvorstand Bode das Goldene Ehrenkreuz. Bode ist der dritte Jugendbischof seit Gründung des BDKJ, der diese Auszeichnung erhält.

Als höchstes Beschluss fassendes Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung ein Mal jährlich grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Zur nächsten Hauptversammlung lädt der BDKJ-Bundesvorstand vom 19. bis 22. Mai 2011 nach Altenberg ein.

Beschlüsse, Bilder und mehr Infos gibt es unter www.bdkj.de.

Menschenrechte zuerst: BDKJ beschließt Leitlinien für das entwicklungspolitische Engagement der Zukunft #bdkjhv

40 Jahre Fairer Handel sind nicht genug

Menschenrechte zuerst: BDKJ beschließt Leitlinien für das entwicklungspolitische Engagement der Zukunft. Kritik an Ausrichtung der Bundesregierung.

Altenberg (Odenthal), 9. Mai. Die konsequente Umsetzung von Menschenrechten muss Grundlage allen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Handelns sein. Das fordert die BDKJ-Hauptversammlung in den heute in Altenberg beschlossenen „Leitlinien für das entwicklungspolitische Engagement der Zukunft“. Anlässlich von „40 Jahre Fairer Handel“ setzt der BDKJ damit neue Impulse für eine weltweit zukunftsfähige Entwicklung.  

Der BDKJ wendet sich explizit gegen die „zunehmende Ausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik an den Zwecken deutscher Wirtschaftspolitik.“ Diese sei seit der Neubesetzung der Ministeriumsleitung nach der Bundestagswahl 2009 wahrnehmbar. „Ziel entwicklungspolitischen Engagements muss dagegen ein gemeinwohldienliches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem sein. Dieses muss sich an menschenrechtlichen – und damit an sozialen und ökologischen – Maßstäben ausrichten und zu einem weltweit gerecht geteilten Wohlstand führen“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler. „Wirtschaftliches Wachstum allein ist dazu keine Lösung.“

Weltautorität soll Menschenrechte durchsetzen
Die neuen Leitlinien hat der BDKJ anlässlich des Jubiläums „40 Jahre Fairer Handel“ beschlossen. Vor 40 Jahren haben die evangelischen und katholischen Jugendverbände mit Unterstützung der kirchlichen Hilfswerke den Fairen Handel in Deutschland ins Leben gerufen. Heute werden Fair-Handelsprodukte von 30.000 Lebensmitteleinzelhändlern, 800 Weltläden und tausenden von Aktionsgruppen verkauft. Eine Bewegung, von der rund 900 Handelspartnerorganisationen in fast 60 Ländern der Welt profitieren.

„Fairer Handel bedeutet heute wie damals nicht allein den Verkauf von fairen Produkten. Um Armut wirksam zu bekämpfen muss ein tief greifender Kurswechsel erfolgen, der soziale und ökologische Zielsetzungen Priorität einräumt“, sagt Tänzler. Dazu müsse eine globale Instanz geschaffen werden, die die Umsetzung von Menschenrechten weltweit durchsetzt. Der BDKJ unterstützt damit die Idee einer „Weltautorität“,  wie sie Papst Benedikt XVI. in seiner Enzyklika „Caritas in Veritate“ fordert.

Fairtrade-Sigel nicht als Feigenblatt menschenverachtender Politik
Mit einer Reihe konkreter Forderungen wendet sich der BDKJ an Politik und Kirche. „Kirche muss bei der Entwicklung eines gerechten Wirtschaftssystems wie vor 40 Jahren eine Vorbildfunktion haben, wenn es um die Umsetzung der Menschenrechte, Solidarität und Zukunftsfähigkeit geht.“ Alle Möglichkeiten sozialen und ökologischen Handelns – wie zum Beispiel ethikbezogene Investments – müssten von Kirche und ihren Organisationen in vollem Umfang genutzt werden. „Als Teil von Kirche müssen wir uns selbst diesem Anspruch stellen“, so Tänzler. Das Prinzip des „Kritischen Konsum“ bleibe dabei weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Wirkens katholischer Jugendverbände.

Auch müsse der Faire Handel als Instrument gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit gestärkt und politisch vorangebracht werden. Unter anderem muss sichergestellt werden, dass Konzerne das Fair Trade Siegel nicht als „Feigenblatt für menschenverachtende Unternehmenspolitik missbrauchen“. „Wir brauchen ein Verfahren, in dem Unternehmen ihr ernst gemeintes Engagement unter Beweis stellen und für die Aufnahme ins Fair Trade System geprüft werden können.“

Wir müssen reden: BDKJ mahnt offenen, gemeinsamen Dialog zu überfälligen Fragen in der Kirche an #bdkjhv

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) setzt sich für einen offenen Dialog über drängende Fragen in der katholischen Kirche ein. In dem heute gefassten Beschluss „Glaubwürdige Kirche für junge Menschen“ mahnt die BDKJ-Hauptversammlung an, überfällige Fragen gemeinsam mit Bischöfen und Laien zu besprechen.
Mut zur Wahrheit, Mut zum Zuhören

Als Anwalt junger Menschen sei es die Aufgabe und der unbedingte Wille des BDKJ, Rahmenbedingungen zu schaffen, um potentielle neue Opfer sexuellen Missbrauchs in Kirche zu verhindern. Dazu gehöre neben lückenloser Aufklärung und professioneller Prävention vor allem, „die tiefer greifenden Ursachen sexualisierter Gewalt in der Kirche zu benennen, zu analysieren und zu verändern“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler am Sonntag in Altenberg. Viel zu lange habe die Kirche dabei die Lebenswirklichkeit junger Menschen nicht Ernst genug genommen. „In einem kirchlichen Gesamt-Klima der Scheu, konnten wir in der vergangenen Zeit aber selbst nicht genug Mut aufbringen, nötige Themen anzusprechen“, so Tänzler. Das dafür nötige Klima gebe es jetzt. In einer solch tiefen Krise müsse die Kirche die Anliegen junger Menschen, ihrer Jugend, hören. „Im Sinne der uns anvertrauten Menschen setzen wir uns dafür ein, tabulos und angstfrei Anfragen benennen zu können. Wir brauchen endlich einen offenen, differenzierten, konstruktiven und strukturierten Dialog. Kirche muss Kritik und Widerspruch – auch intern – aushalten“, so Tänzler. Dazu zählen nach Meinung der katholischen Jugendverbände der Umgang mit Macht in Kirche, Fragen nach Sexualität und menschennaher Sexualmoral, Weiterentwicklung der die Priesterausbildung und des Priesterbildes, Miteinander von Priestern und Laien, Nutzung und Förderung von demokratischen und synodalen Strukturen, Stärkung von Frauen in der Kirche, Überprüfung der Zugangsvoraussetzung zu Weiheämtern. Es gehe aber auch um die großen Diskrepanzen zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der meisten jungen Menschen in Deutschland in einigen zentralen Dimensionen des Lebens. „Wir haben nicht auf alles Antworten. Uns geht es um eine Auseinandersetzung. Verantwortliche in Kirche, Bischöfe und Laien, müssen sich gemeinsam den Anfragen stellen und sie bearbeiten.“ Bischof Bode macht Jugend Mut, sich einzumischen

Unterstützung bekommt der BDKJ von einem Bischof. Der langjährige Jugendbischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück) hält es angesichts der aktuellen Lage für notwendig, dass die Bischöfe gemeinsam über „Macht und Autorität in der Kirche“ nachdenken. „Macht darf in der Kirche nur als Dienst verstanden werden. Autorität darf auch in der Kirche nicht Menschen klein halten, sondern muss sie wachsen lassen“, sagte Bode vor rund den 100 Delegierten der BDKJ-Hauptversammlung. Er ermutigte den BDKJ, sich weiter konstruktiv kritisch zu äußern. „Wenn sich die katholischen Jugendverbände nicht mehr mit ihren Erfahrungen einbringen dürfen, weiß ich nicht, mit wem die Bischöfe darüber sprechen wollen. Gerade Betroffene: Jugendliche und Verantwortliche in der Jugendarbeit sollten in den Dialog mit einbezogen sein“, sagt Bode unter großem Applaus der Delegierten. Bischof Bode äußerte seine Dankbarkeit darüber, dass der BDKJ das Thema „in Sorge und aus Liebe zur Kirche“ so engagiert behandele.
Die katholische Kirche befinde sich in einer tiefen Krise und habe deutlich an Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren – auch bei jungen Menschen. „Das ist ein großes Risiko für die Zukunft unserer Kirche“, so Tänzler. „Kinder und Jugendliche müssen wieder eine Heimat in Kirche finden, damit diese ein Ort der Nachfolge Christi sein kann und an Glaubwürdigkeit und Vertrauen wiedergewinnt. Trotz unserer Wut und unserer Zweifel bleiben wir unserer Kirche treu und gestalten sie weiter aktiv mit. Aus Sorge und Liebe zu ihr rufen wir zum Handeln auf, damit Kirche auch in Zukunft ihren Auftrag erfüllen kann.“
Als höchstes Beschluss fassendes Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung ein Mal jährlich grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Dabei vertreten mehr als 100 Delegierte der BDKJ-Mitglieds- und Diözesanverbände aus ganz Deutschland die rund 650.000 Mitglieder. Den Beschluss und mehr Informationen gibt es im Blog unter www.bdkjblog.de und www.bdkj.de.

Missbrauch, Kirchenpolitk, Jugendarmut: BDKJ-Hauptversammlung im Endspurt #bdkjhv

Die BDKJ-Hauptversammlung ist auf der Zielgeraden. Bis 12.30 Uhr wollen die 100 Delegierten noch folgende Anträge beraten und beschließen (in Reihefolge der Beratung)

Top 9.13 Dringlichkeitsantrag Kinder stärken, Kirche gestalten
Top 9.14 Dringlichkeitsantrag Prävention statt Führungszeugnisse
Top 9.15 Dringlichkeitsantrag Entwicklung einer Position zu einer glaubhaften Kirche für junge Menschen
Top 9.11 Solidaritätszuschlag für die Jugend
Top 9.12 Stipendienprogramm
Top 9.2 Kinder- und Jugendarmut