Regina Jonas – Die erste Rabbinerin der Welt

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildert Yvonne Everhartz, Referentin für Jugendpolitik, Mädchen- und Frauenpolitik und Genderfragen des BDKJ, welche Frau sie stark beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Frauenpräsidium.

„Fähigkeiten und Berufungen hat Gott in unsere Brust gesenkt und nicht nach dem Geschlecht gefragt. So hat ein jeder die Pflicht, ob Mann oder Frau, nach den Gaben, die Gott ihm schenkte, zu wirken und zu schaffen.“ (Regina Jonas, 1938)

Gedenktafel Regina Jonas_3Ein Neubau steht heute in der Krausnickstraße 6 im Berliner Stadtteil Mitte, nicht weit von unserem BDKJ Büro in der Chausseestraße. Ich würde sicher immer noch achtlos dort vorbei gehen, wäre mir nicht irgendwann die dort hängende Gedenktafel aufgefallen. Sie erinnert an Regina Jonas – „Die erste Rabbinerin der Welt“ – wie es auf der Tafel heißt.

Regina Jonas wurde 1902 in Berlin in ein streng religiöses Elternhaus geboren. Sie wuchs mit ihrem Bruder im Scheunenviertel auf und studierte an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in der heutigen Tucholskystraße. Im damaligen Hochschulgebäude hat heute der Zentralrat der Juden in Deutschland seinen Sitz. Da ihre Familie sie im Studium nicht finanziell unterstützen konnte, gab Regina Jonas Unterricht an verschiedenen jüdischen Schulen und verdiente so Geld für ihre Ausbildung. Ihr erklärtes Ziel war es, Rabbinerin zu werden. Ihre Abschlussarbeit trug den Titel „Kann die Frau das rabbinische Amt bekleiden?“. Dass sie es bekleiden konnte, wurde ihr 1935 in ihrem Diplom bestätigt. So wurde Regina Jonas die erste Rabbinerin der Welt.

Regina Jonas beeindruckt mich. Durch die Straßenzüge in Berlin zu gehen, in denen sie aufgewachsen ist, bewegt mich – gerade in diesen Tagen. Auch Regina Jonas wurde 1942 mit ihrer Mutter nach Theresienstadt verschleppt und 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Wenn sich am 27. Januar 2015 der Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 70. Mal jährt und wir der Opfer des Holocausts gedenken, sind meine Gedanken und Gebete bei ihr und allen Opfern des menschenverachtenden nationalsozialistischen Regimes.

Regina Jonas hatte schon früh in ihrem Leben ein Ziel, das ihr damals vermutlich zunächst unerreichbar erschien: dass eine Frau Rabbinerin werden könnte, war undenkbar. Sie aber war überzeugt davon, dass Frauen und Männer zwar unterschiedliche Begabungen und Charismen besitzen, sich daraus aber nicht ein Privileg für Männer zur Bekleidung geistlicher Ämter ableiten ließe. Vielmehr füllten Frauen und Männer diese Ämter einfach entsprechend ihrer Begabungen unterschiedlich aus. Mit ihrer Zielstrebigkeit und ihrer Einstellung zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist sie mir eine große Inspiration.

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Madeleine Delbrêl – Mystikerin der Straße (1904 – 1964)

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildert Kerstin Fuchs, Bundesvorsitzende der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), welche Frau sie stark beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Frauenpräsidium.

Was für ein Leben. Als Kind so viele Umzüge, dass ein Schulbesuch nicht möglich ist. Privatunterricht, wenig Freundschaften. Dann die Verlobung, die aber vom Verlobten wieder gelöst wird, da er ins Kloster geht. Die Eltern werden krank und müssen gepflegt werden. Und dennoch nicht versinken in den eigenen Sorgen, sondern sich aufmachen.

Eine Frau, die nicht aufgibt

Als ich mich mit spirituellen Frauen beschäftigt habe, bin ich zum ersten Mal auf diese Frau gestoßen: Madeleine Delbrêl. Und war schnell fasziniert. Nicht, weil sie Pfadfinderin war – auch wenn sie das natürlich sympathisch macht. Sondern wegen ihres starken Willens und der für mich immer wieder durchscheinenden Fähigkeit, das zu akzeptieren, was an Schicksalsschlägen kommt. Dabei aber nicht im Jammern zu versinken, sondern handeln.
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Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai: Stärker als die Angst

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In loser Reihe stellen Mitglieder des Frauenpräsidiums hier im Blog große (geistliche) Frauen vor, die sie stark beeindrucken. Dieser Beitrag stammt von Gesa Grandt, BDKJ-Diözesanvorsitzende in Erzbistum Hamburg und Mitglied im Präsidium der Bundesfrauenkonferenz.

Am 10. Oktober wurde bekannt, dass Malala heute in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen wird. Seitdem habe ich es schon mehrfach an Frauen in meinem Umfeld verschenkt: Das Buch „I am Malala: The Girl Who Stood Up For Education And Was Shot By The Taliban.“

Nun habe ich es mir endlich selbst gekauft und hoffe, möglichst bald die Zeit zum Lesen zu finden. Mit dem Buch in der Hand stehe ich vor dem Nobel Peace Center am Rådhusplassen in Oslo. Die Ausstellung über die diesjährigen Friedensnobelpreisträger_innen – Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi – wird gerade aufgebaut. Bereits 2011 habe ich mich gefreut, dass mit Tawakkol Karma, Ellen Johnson Sirleaf und Leyman Gbowee gleich drei Frauen mit beeindruckendem Engagement für den Frieden den Preis erhielten.

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In der Dokumentationsstelle für kirchliche Jugendarbeit

Hardehausen ist ein geschichtsträchtiger Ort für den BDKJ. Dazu passt, dass hier in Trägerschaft des BDKJ Paderborn die Dokumentationsstelle für kirchliche Jugendarbeit unter Leitung von Franz Hucht sitzt. Im Obergeschoss eines der historischen Gebäude der Jugendbildungsstätte stehen dichtgedrängt Aktenschränke und Archivkisten. Schwerpunkt der Sammlung ist die Paderborner Diözesangeschichte, gesammelt werden aber auch historische Dokumente über die Jugendarbeit allgemein, vor allem aus der Zeit vor 45, und aktuelle Publikationen der Bundesverbände der katholischen Jugendverbände.

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BDKJ-Frauenkonferenz

IMG_6407_webEine Frauenquote (nicht im Wortlaut, aber wir wollen natürlich den tagesaktuellen Bezug des BDKJ-Geschehens hervorheben…) in weltweiten Friedensverhandlungen fordern die Frauen im BDKJ in einem heute verabschiedeten Positionspapier. In dem Beschluss „Frieden braucht Frauen! Friedenspolitik mit Geschlechterperspektive“ bemängelt die BDKJ-Frauenkonferenz unter anderem die niedrige finanzielle Ausstattung von Instrumenten der zivilen Konfliktbearbeitung und die fehlende Geschlechtersensibilität in diesem Bereich. Nach Meinung der Delegierten sollten zum Beispiel Soldatinnen und Soldaten regelmäßig an Gendertrainings teilnehmen.  Weiterlesen

Abschied vom Lippenbekenntnis

BDKJ kritisiert Kürzung des Entwicklungs-Etats

BDKJ krisiert Kürzung des Entwicklungetats

BDKJ krisiert Kürzung des Entwicklungetats (Quelle: Stephanie Hofschläger / pixelio.de)

Düsseldorf, 22. November. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert die Zustimmung des Bundestags, den Entwicklungsetat um 124 Millionen gegenüber dem Haushaltsentwurf zu kürzen. Der Einzeletat in Höhe von rund 6,34 Milliarden Euro sinkt damit um rund 86,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. „Das oft zitierte Ziel und Versprechen, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen, ist damit vom Tisch“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Das im Koalitionsvertrag festgehaltene Versprechen, ist damit als bloßes Lippenbekenntnis entlarvt. Damit verliert die Bundesregierung an Glaubwürdigkeit im In- und Ausland.“

Die Bundesregierung stehle sich aus der Verantwortung für die Armutsbekämpfung, Anpassung an den Klimawandel oder Förderung der Grund- und Berufsbildung. Zudem sei die Entscheidung kurzsichtig: „Das ist sparen an vorbeugenden Kosten. Die Folgekosten von Landflucht, Ressourcenkonflikten und Hunger sind wesentlich höher“, so Tänzler. Die entwicklungspolitische Gemeinschaft arbeite seit Jahren an alternativen Finanzierungsinstrumenten für die Minderung der weltweiten Armut sowie für Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen. „Jetzt muss die Bundesregierung erst recht die Finanztransaktionssteuer durchsetzen und die Einnahmen für Entwicklungs- und Klimaanpassungsmaßnahmen verwenden.“

Es brauche nicht weniger sondern mehr Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit. „Und eine Prioritätensetzung, die die entwicklungspolitische Bildungs- und Bewusstseinsarbeit in Deutschland und das Potential der Freiwilligendienste wie zum Beispiel „weltwärts“ – inklusive eines Reverse-Programm – nicht vergisst“, so Tänzler.

Die katholischen Jugendverbände sind Mitinitiator des Fairen Handels in Deutschland, Gesellschafter der „GEPA – The Fair Trade Company“ sowie aktiv in zahlreichen entwicklungspolitischen Bündnissen (Supermarktinitiative, CorA, Kampagne für Saubere Kleidung, Klimaallianz). Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Mehr Infos unter www.bdkj.de.

Mit fairem Tee die Welt verbessern

BDKJ-Delegation in Indien auf den Spuren des fairen Handels

Die BDKJ-Delegation begutachtete die Produktionsbedingungen von Fairtrade-Tee in Indien

Die BDKJ-Delegation begutachtete die Produktionsbedingungen von Fairtrade-Tee in Indien

Ein Gaskocher oder eine Solarlampe, bessere Schulbildung oder private Altersvorsorge: Wer zu Tee mit Fairtrade Siegel greift, weiß, dass man damit die konkrete Lebenssituation von Menschen verbessert. Diese Wirkung des Fairen Handels in Indien haben zehn junge Erwachsene des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) bei einer Studienreise erlebt. Zwar seien die konkreten Formen des Fairen Handels sehr unterschiedlich, „sicher ist aber, dass er in jedem Fall wirkt“, so Delegationsleiterin und Entwicklungsexpertin Susanne Rauh vom BDKJ-Bundesverband.

Aber es braucht noch mehr Menschen, die zur fairen Tasse Tee greifen. Im Schnitt trinken Deutsche 25 Liter Tee pro Jahr. Doch von den 18.000 jährlich verkauften Tonnen ist nicht einmal 1 Prozent fair gehandelt. „Mit steigendem Absatz steigt auch die Chance, dass Arbeitende in den Plantagen ihr Leben selbstbestimmt in die Hand nehmen können“, so Rauh. Das haben zahlreiche Gespräche mit Teepflückerinnen, Mitarbeitendenvertretungen, Leitungen von Teegärten bis hin zum Management des größten Exporteurs von Darjeeling-Tees der Delegation gezeigt.

„Fairer Handel hilft sowohl Einzelnen als auch dem Gemeinwesen.“ Während er für Kleinbauern den Zugang zum Weltmarkt eröffnet, verbessert die Fairtrade Zertifizierung auf großen Plantagen die Lebensbedingungen von Teepflückerinnen und Teepflückern. Von der Riesenplantage bis zum Kleinbauern: „Der Faire Handel braucht Offenheit für unterschiedliche Wege, um sich noch besser den unterschiedlichen Produktions- und Lebenssituationen anpassen zu können“, so Rauh.

Während der zweiwöchigen Reise durch den Nordosten Indiens haben die jungen Erwachsenen, die sich alle seit Jahren in den katholischen Jugendverbänden für den Fairen Handel engagieren, große Kontraste erlebt. Die bittere Armut in der Millionenmetropole Kalkutta, aber auch Lebensbedingungen in einem Bergdorf in der Region Darjeeling. „Die intensiven Begegnungen und die Erkenntnisse nehmen wir mit in unsere Verbände und in die Diskussion im BDKJ und den Gremien des Fairen Handels“, so Manuel Koch, BDKJ-Diözesanvorsitzender aus Würzburg. „Die Eindrücke haben unser Engagement für den Fairen Handel noch mal verstärkt.“ Bilder und Berichte gibt es unter www.bdkj-blog.de.

Die katholischen Jugendverbände sind Mitinitiator des Fairen Handels in Deutschland, Gesellschafter der „GEPA – The Fair Trade Company“ sowie aktiv in zahlreichen entwicklungspolitischen Bündnissen (Supermarktinitiative, CorA, Kampagne für Saubere Kleidung, Klimaallianz).

Legt los!

Die 72-Stunden-Starter-Kits sind auf dem Weg

Die 72-Stunden-Starter-Kits sind auf dem Weg

Sie sind grün, sie sind eckig und sie enthalten alles, was Aktionsgruppen brauchen: Die 72-Stunden-Starter-Kits sind auf dem Weg zu den Aktionsgruppen. Die BDKJ-Bundesstelle schickte diese Woche die Kartons gefüllt mit vielen Unterlagen, Infos und Werbemitteln an die diözesanen Steuerungsgruppen. Diese ergänzen weitere Materialien und geben sie an die Koordinierungskreise weiter. Die bringen sie dann zu den Gruppen.

Kernstück der Pappschachteln im 72-Stunden-Design ist das 72-Stunden-Aktionsheft mit allen Fakten, Infos und Tipps rund um die Aktion. Auf einem USB-Stick findeen die Gruppen Logos, Dateien und Vorlagen. Dazu gibt’s ein Mitmachplakat, Aufkleber und Flyer.

Wir wünschen viel Spaß beim Auspacken und ausprobieren – und natürlich viel Spaß bei der Vorbereitung auf die 72-Stunden-Aktio.