Ohne Liebe schafft man das nicht

Zitat

Am Sonntag beginnt die Bischofssynode in Rom unter dem Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“. Wir haben junge Menschen gefragt, wie ihr persönlicher Blick auf Familie ist. Wie sie Familie leben und was ihnen wichtig ist. Bei uns im Blog erscheinen in den beiden kommenden Wochen drei persönliche Protokolle.

Melissa ist seit über sechs Jahren mit ihrem Freund zusammen. Mit ihren drei Söhnen (5, 4 und 1 Jahr alt) lebt das Paar in München. Melissa ist 24 Jahre alt und studiert Soziale Arbeit.

„Familie bedeutet für mich vor allem Liebe und zusammen sein. Übrigens ganz egal in welcher Konstellation, ob allein mit einem Kind, in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder als verheiratetes Paar lebt. Ich sehe Familie als eine „Einstehungsgemeinschaft“, wo man Verantwortung füreinander trägt und sich wohl fühlt.

familieIch finde es wichtig, dass man in einer Partnerschaft ähnliche Vorstellungen vom Leben hat. Unabhängig davon, was andere dazu sagen. Im Alltag gibt es viel Arbeit, ohne die Liebe schafft man das nicht gemeinsam. Ich habe mit meinem Freund drei Söhne, für die wir die Verantwortung tragen. Ich bin katholisch groß geworden, mein Glaube ist mir sehr wichtig. Das ist für mich nicht nur privat, ich möchte meinen Glauben ausleben. Mein Freund ist nichtgläubig. Im Alltag führt das immer wieder zu Aushandlungsprozessen – oft mit Kompromissen. So kommen bei uns Weihnachten das Christkind und der Weihnachtsmann. Wir haben lange darüber diskutiert, ob unsere Kinder getauft werden. Ich habe mich schließlich durchgesetzt. Ich möchte meinen Glauben an meine Kinder weitergeben. Für meinen Freund ist das manchmal schwierig. Er hat genauso das Recht seinen Nichtglauben zu leben. Die Kinder sollen später mal selbst entscheiden, was ihnen wichtig ist.“

Aktion West-Ost: Mehr als nur Dolmetschen

Drei Nationen, drei Kulturen und drei Sprachen treffen bei der Bildungs- und Begegnungsreise in die sibirische Stadt Tomsk aufeinander. Doch geht es nicht nur darum die Sehenswürdigkeiten zu besuchen und Souvenirs zu kaufen. Die deutsch-polnisch-russische Gruppe beschäftigt sich mit dem Thema Stadt. Im Vordergrund steht hierbei neben dem inhaltlichen Input, der kulturelle Austausch. Doch wie kann man in drei verschiedenen Sprachen über urbanen Wandel diskutieren?

Die 23jährige Elisabeth Stahr aus Meißen ist eine der Sprachmittlerinnen, die das Projekt begleiten und möglich machen. Täglich steht sie vor der großen Gruppe. „Es ist für mich eine interessante Erfahrung direkt zu dolmetschen, statt Texte zu übersetzen.“

(Foto: Sina Schmeiter)

Mehr als nur die Dolmetscherin der Gruppe: Elisabeth Stahr (Foto: Sina Schmeiter)

In diesem Jahr hat sie ihr Bachelorstudium in Fachdolmetschen für Gericht und Behörden in Englisch und Russisch an der Universität in Magdeburg abgeschlossen. Tomsk kennt sie bereits durch ein Auslandsjahr während des Studiums. So ist sie für die Gruppe nicht nur Dolmetscherin, sondern auch Stadtführerin. Da muss sie auch hin und wieder bei den vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern etwas lauter werden, um sicherzugehen, dass die Gruppe komplett ist und niemand verloren wurde. Oder sich durchsetzen, wenn einige die letzte Übersetzung nicht abwarten konnten. Hier habe sie jedoch Verständnis, da manche alle drei Sprachen verstehen und das Gesagte gleich dreimal hören müssten. Seit September studiert sie außerdem an der Staatlichen Universität in Tomsk Russisch als Fremdsprache.

Das Projekt in Tomsk sei für sie eine sehr spannende und vor allem praktische Erfahrung. Jeannine Nowak, eine weitere Koordinatorin und Übersetzerin für die polnischen Teilnehmenden, sei hier für sie eine Art Mentor geworden, der ihr schon viele Tipps geben konnte. Ihre Funktion als Dolmetscherin beinhaltet auch die Aufgabe, Kultur zu vermitteln. So muss sie immer wieder neben dem Übersetzen bestimmte Dinge erklären, die in dem anderen Land so nicht existieren.

Deutsch - polnisch - russisch: Elisabeth beim Dolmetschen (Foto: Sina Schmeiter)

Deutsch – polnisch – russisch: Elisabeth beim Dolmetschen (Foto: Sina Schmeiter)

Während einem Praktikum im Regionalzentrum für deutsche Sprache und Kultur an der Universität in Tomsk, lernte sie Nele Quecke, eine der Koordinatiorinnen der Reise, kennen. Durch sie erfuhr sie von dem Projekt. „Mich hat auch das Thema interessiert“, erklärte sie. Schließlich begleitet sie die Gruppe den ganzen Tag, übersetzt Referate, Diskussionen und Organisatorisches während dem Mittagessen. Außerdem möge sie internationale Projekte. Davon kann sie schon ein paar aufzählen: Mit dem Verein „Youth for Understanding“, reiste sie bereits nach Japan. Erst als Schülerin und später als Deutschlehrerin. „Man kommt beim Dolmetschen aktiv mit Menschen zusammen“, beschreibt sie ihre Leidenschaft.

Aktion West-Ost: Reise nach Sibirien

Wenn man eine Stadt besucht, nimmt man zunächst die oberflächliche Umgebung war, betrachtet Sehenswürdigkeiten und erfährt meist viel über die Geschichte. Doch was macht eine Stadt aus? Wie kann sich eine Stadt verändern? Und wer kann auf den Wandel Einfluss nehmen? Wie wirken sich Konsum und Religion auf das Bild einer Stadt aus? Diesen und weiteren Fragen will eine deutsch-polnisch-russische Gruppe in der sibirischen Stadt Tomsk nachgehen.

Am Wochenende hat das Projekt „Stadt – Miasto – Город“ der Aktion West-Ost, dem russischen Zentrum für interethische Zusammenarbeit und der polnischen Jugendgruppe Ermis in Sibirien begonnen. An der Bildungs- und Begegnungsreise nehmen Studenten aus Polen, Russland und Deutschland teil. Zwei Tage zuvor flog die deutsche Gruppe, gemeinsam mit Koordinatorin Hanna Teschner, über Berlin und Moskau nach Tomsk. Nach einem Tag zum Ausruhen, startete das pralle Programm im Sanatorium „Blauer Fels“ am Fluss Tom’. Weiterlesen

Hildegard von Bingen: Mystikerin und Kämpferin

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildet Nathalie Pieper, Referentin für Theologie an der KLJB-Bundesstelle,  was sie an Hildegard von Bingen beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Bundesfrauenpräsidium.

Die heilige Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) ist als die große christliche Mystikerin, Schriftstellerin und Prophetin des Mittelalters in die Kirchengeschichte eingegangen. 2012 wurde sie durch Papst Benedikt offiziell zur „doctor ecclesiae“, zur Kirchenlehrerin ernannt. Aber was genau hat sie eigentlich ausgezeichnet? Warum erinnern wir uns nach mehr als 1000 Jahren an diese besondere Frau? Eine Spurensuche.

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Hildegard von Bingen wird wahrscheinlich im Jahr 1098 in der Pfalz geboren. Schon früh wird sie von ihren Eltern ins Kloster gegeben, in die Benediktinerabtei Disibodenberg. Im Alter von 16 Jahren tritt sie in die Ordensgemeinschaft ein.

Die junge Hildegard ist eine willensstarke Frau mit großem Gottvertrauen. Sie selbst sieht sich allerdings als schwachen Menschen, da sie oft krank ist. Als ihr 1136 die Leitung der Benediktinerinnengemeinschaft angetragen wird, fühlt sie sich dieser Aufgabe zunächst nicht würdig. Sie wird aber von ihren Mitschwestern gewählt und nimmt das Amt daraufhin an.

Hildegard geht neue Wege. Sie leitet Reformen ein und gründet zwischen 1147 und 1150 ein eigenständiges Frauenkloster auf dem Rupertsberg, 15 Jahre später noch ein weiteres in der Nähe von Rüdesheim – all dies gegen den Widerstand des Abtes und zunächst auch des Erzbischofs von Mainz.

Neben ihrer Durchsetzungsstärke, die sie auch gegenüber den Mächtigen der Welt beweist, ist Hildegard vor allem für zweierlei bekannt: Für ihr Wissen über die Heilkraft der Natur und für ihre Visionen. Letztere beschreibt sie als intensive Begegnungen mit Gott, in denen sie ein „helles Licht“ sieht. Gott erteilt ihr in diesen Visionen den Auftrag, die Menschen zu ihm zu führen. Diese Begegnungen helfen Hildegard auch dabei, ihren Auftrag als Leiterin des Klosters zu erfüllen.

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Verbunden mit ihren Kenntnissen über Heilpflanzen, vor allem über Kräuter, aber auch über die Heilkraft von Musik und Edelsteinen, ist ihre ganzheitliche Sicht auf den Menschen und auf sein „Heilsein“. Hildegard ist sich sicher, dass der Mensch erst gesund werden kann, wenn er mit der Natur und mit Gott im Einklang ist. Neben dem Verfassen von Büchern, z. B. scivias („Wisse die Wege“), unterweist Hildegard ihre Mitschwestern in der Kräuterkunde.

Was mich fasziniert sind vor allem der Kampfgeist, die innere Stärke und der unerschütterliche Glaube Hildegards. Auch ihr großer Mut, immer wieder auf Gottes Stimme zu hören und seinem Auftrag zu folgen, erscheint mir bewundernswert. Denn sie ist dieser Stimme allen Widrigkeiten zum Trotz gefolgt. Lange Zeit traute Hildegard sich nicht, anderen von ihren Visionen zu berichten. Sie wusste, dass sie Gefahr lief, als teufelsbesessen verschrien zu werden, was im Mittelalter keine Seltenheit war. Als sie vom Papst die Erlaubnis bekam, ihre Visionen schriftlich zu schildern, war das für sie eine Befreiung.

Was wir heute noch von ihr lernen können:

  • … dass Gemeinschaft ein hohes Gut ist, für das es sich lohnt zu kämpfen
  • … dass der Glaube den Menschen heil machen kann
  • … dass es sich lohnt, mutig zu sein und zu dem zu stehen, was man fühlt und glaubt
  • … und nicht zuletzt: dass man als Frau in der Kirche viel bewegen kann!

10 Jahre nach dem Weltjugendtag: Wir sind ein Stück internationaler geworden

Vor zehn Jahren trafen sich in Köln hunderttausende Jugendliche und junge Erwachsene zum XX. Weltjugendtag. Knuth Erbe war von 1999 bis 2005 BDKJ-Bundesvorsitzender und im Organisationskomitee des XX. Weltjugendtags 2005 in Köln. Wie oft er zu den vielen Vorbereitungstreffen vom Jugendhaus in Düsseldorf nach Köln unterwegs war, weiß er nicht mehr. Im Interview berichtet er über die Rolle des BDKJ bei der Vorbereitung und Durchführung und seine Eindrücke vom Weltjugendtag.

Papst Benedikt bei einer Tour auf dem Rhein (Foto: Christian Schnaubelt)

Papst Benedikt bei einer Tour auf dem Rhein (Foto: Christian Schnaubelt)


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#HeldinderKirchengeschichte

Wir haben heute bei der Spätschau einen interessanten Blogbeitrag gefunden, der dazu einlädt, Heldinnen der Kirchengeschichte zu sammeln.

Eine Blogparade zu #HeldinDerKirchengeschichte – finden wir gut! Bei uns im Blog erscheinen schon seit knapp einem Jahr Texte über große geistliche Frauen. In den Texten beschreiben die Autorinnen dabei ihre persönlichen Eindrücke, was sie eben an der Frau besonders inspiriert und beeindruckt, was wir heute noch von ihr als Vorbild lernen können.

Folgt doch dem Vorschlag von Andrea Rehn-Laryea (@KircheHeide) und bloggt selbst über eine #HeldinDerKirchengeschichte.

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Ein leuchtendes Beispiel: Die Hl. Helena

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildern  Margret Kastor, Diözesanbildungsreferentin des Bund der St. Sebastianus Schützenjugend (BdSJ) im Bistum Trier und Simone Seidenberg, BdSJ-Bundesreferentin ,  was sie bei der Hl. Helena beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Frauenpräsidium.

Der Name Helena kommt aus dem Griechischen und bedeutet die Leuchtende, die Strahlende. Ihr Namenstag ist bei uns der 18. August.

Wann und wo Helena geboren wurde ist unterschiedlich überliefert. Irgendwann um 255 wurde sie vermutlich als Tochter eines Gastwirts in Bithynien (nordwestliches Kleinasien) geboren. Mit Kaiser Konstantinus Chlorus hatte sie einen Sohn, jedoch verließ er sie aus politischen Gründen. Ihr Sohn Konstantin wurde nach dem Tod seines Vaters Kaiser, Konstantin der Große, und erhob seine Mutter Helena zur Augusta (Kaiserin).

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Helena ließ sich vermutlich um 312 taufen, ihr Sohn Konstantin handelte mit seinem Bündnispartner Licinius das Toleranzedikt aus, mit dem die Verfolgung der Christen eingedämmt wurde. Vermutlich hatte Helena die Hinwendung ihres Sohnes Konstantin zum Christentum beeinflusst. Somit können wir ihr im Grunde genommen verdanken, dass sich das Christentum einigermaßen frei entfalten konnte. In einem Text über die Heilige Helena, der in der Süddeutschen stand, wird gemutmaßt, dass wir heute ohne die Heilige Helena einen Stier mit „dicken Eiern“ anbeten würden, da sich der Mithras-Kult anstelle der des Christentums als Weltreligion durchgesetzt hätte. Ob das so stimmt, sei dahingestellt, aber Fakt ist, dass die Helena schon ganz schön wichtig war.

Ihr leuchtendes Beispiel zeigt uns, dass man es auch aus einfachen Verhältnissen heraus schaffen kann, etwas zu erreichen. Für den Bereich der römisch-katholischen Kirche zeigt sie auf, wie wichtig starke Frauen sind, wir wünschen uns mehr von ihnen!

Ein Blick auf ihr Wirken

Helena unternahm im hohen Alter als eine der ersten Frauen eine Pilgereise ins Heilige Land. Um diese Pilgerreise ranken sich zahlreiche Legenden. So soll Helena etwa im Heiligen Land das Kreuz Christi gefunden haben.

In der Kirche Santa Croce in Gerusalemme in Rom, die Konstantin erbauen ließ, werden bis heute für echt gehaltene Gegenstände verehrt: Drei Bruchstücke des Kreuzes Christi.

Über dem Grab und der Kreuzauffindungsstelle ließ Helena eine Basilika errichten, die sogenannte Grabeskirche. Zahlreiche Kirchenbauten werden Helena zugeschrieben, darunter auch der Vorgängerbau des heutigen Trierer Doms.

Der Überlieferung nach brachte Helena auch den Heiligen Rock und die Gebeine des Apostels Matthias nach Trier. Der hl. Rock, die Tunika Christi, ist die kostbarste Reliquie des Trierer Doms. Im Jahre 2012 fand die letzte große Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier statt.

Heute ruhen die Reliquien der Heiligen Helena in der Kirche Santa Maria in Aracoeli in Rom. Im Trierer Dom wird das Haupt Helenas als Reliquie verehrt.

Die Heiligekey-533553_1280 Helena ist unter anderem die Patronin der Bistümer Trier, Bamberg und Basel, ferner der Färber, und, weil sie das Kreuz Christi gefunden haben soll, der Schatzgräber. Sie wird  gegen Blitz und Feuer angerufen, zur Auffindung verlorener Gegenstände und zur Aufdeckung von Diebstählen.

Helena hatte ein ganz schön bewegtes Leben und hat viel für ihren Glauben getan. Von ihr können wir einen unermüdlichen Einsatz, der bestimmt auch oft gegen Widerstände anzukämpfen hatte, und Mut und Ausdauer abschauen.

Sie ist in vielerlei Hinsicht eine starke Frau!

Wettbewerb 1’31: Durch Ausprobieren zum Filmemacher

500 junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren haben mitgemacht beim Videowettbewerb 1’31 und mehr als 100 Videos zu „Glaube, Liebe, Hoffnung“ eingereicht. Am vergangen Samstag wurden bei den VideoDays in Köln die Sieger prämiert.

Wir haben mit Christoph Peters gesprochen, der mit seinem Team den ersten Preis gewonnen hat. Der 29-Jährige wohnt in Freiburg.

Herzlichen Glückwunsch Christoph zu Eurem Gewinn. Wie bist Du eigentlich zum Filmemachen gekommen?

Ich habe mir mit 15 meine erste Videokamera gekauft und habe dann auf alles drauf gehalten, was sich bewegt. Ich war damals als Ministrant in der Jugendarbeit in Freiburg aktiv. Da entstanden mit Freundinnen und Freunden die ersten Videos. Wir haben viel Trash gemacht, den man heute keinem mehr zeigen sollte, aber dabei haben wir auch unheimlich viel gelernt und uns jedes Mal gefragt, was wir noch besser machen könnten. So sind wir nach und nach professioneller geworden.

So ein Film, wie ihr ihn jetzt bei dem Wettbewerb 1’31 eingereicht habt, ist also echte Teamarbeit?

Christoph Peters

Das Team um Christoph Peters (1. Reihe, 2. von links) bei den Dreharbeiten im Januar (Foto: privat)

Ja, so etwas kann man nicht alleine machen. Mein Talent liegt zum Beispiel eher hinter der Kamera als davor. Wenn ich mit einer Idee um die Ecke komme, suche ich mir aus meinem Umfeld Leute, die Lust haben mitzumachen. Wir kennen uns alle aus der Jugendarbeit. Gemeinsam überlegen wir uns dann ein Konzept und setzen es um. Weiterlesen

Zum 60. Todestag: Ludwig Wolker – Seelsorger und „General-

Wolker 2Vor 60 Jahren, am 17. Juli 1955, starb Ludwig Wolker – Anlass genug, um an diese herausragende Persönlichkeit der katholischen Jugendpastoral und des Sports in Deutschland zu erinnern.

Von der Priesterweihe 1912 im Dom zu Freising bis zu seinem Lebensende 1955 war Ludwig Wolker in der Jugendarbeit tätig. Zunächst als Kaplan und dann als Studienrat an Münchner Berufsschulen erwarb er sich den Ruf eines guten Kinder- und Jugendpredigers und wurde 1925 Diözesan- und Landespräses der katholischen Jugendvereine Bayerns. Nach dem Tod des Generalpräses des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD), Carl Mosterts, trat Wolker 1926 dessen Nachfolge in der Düsseldorfer Verbandszentrale, dem Jugendhaus Düsseldorf, an. Dies galt auch für das Amt des Vorsitzenden des katholischen Sportverbandes, der Deutschen Jugendkraft (DJK). Sein tatkräftiges Auftreten brachte ihm rasch in Ableitung von Generalpräses den Namen „General“ oder „GP“ ein, ein Kürzel, das er auch selbst benutzte.

Wolkers erste Amtsjahre im Rheinland waren geprägt von dem weiteren Ausbau des 1895 gegründeten KJMVD, der neben dem Zentralverband der Jungfrauenvereinigungen der größte Jugendverband Deutschlands war. Es galt zunächst den Verband durch die wirtschaftlich und politisch schwierigen Jahre der Weimarer Republik zu steuern, sein Profil zu schärfen und in Staat und Kirche gleichermaßen zu positionieren. Im Dienst an und für die Jugend sah er sich als treuer Diener seiner Kirche und seines Vaterlandes. Ihm war es wichtig, dass die Jungen und jungen Männer eigene Räume zur persönlichen Entwicklung hatten, um später ihre Aufgaben in Kirche, Staat und Familie wahrnehmen zu können.

Nachdem die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernommen hatten, war Wolker bestrebt, die Arbeit des KJMVD so gut und so unabhängig wie möglich weiterzuführen. Doch es folgten Verbote für die Verbandszeitschriften, Schließungen des Jugendhauses Düsseldorf und zahlreiche Verhaftungen. Auch Wolker wurde im Zusammenhang mit dem sogenannten Berliner Katholikenprozess 1936 in Untersuchungshaft genommen. Nach dem Verbot des KJMVD 1939 arbeitete Wolker als Mitglied des „Dreierrates für Jugendseelsorge“ eng mit Jugendbischof Albert Stohr (Mainz) zusammen und gab seine Erfahrungen in der Jugendseelsorge an Pfarrer und Kapläne in den Diözesen weiter.

Im Mai 1945 übernahm Ludwig Wolker im Auftrag der deutschen Bischöfe die neugeschaffene Bischöfliche Hauptstelle für katholische Jugendseelsorge und Jugendorganisation in den deutschen Diözesen[1] mit Sitz in Altenberg. Von dort aus setzte er sich dafür ein, die wieder erstehenden Jugendverbände zusammenzuführen, was schließlich 1947 in die Gründung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mündete. Wolker übernahm neben der Leitung der Arbeitsstelle auch das Amt des BDKJ-Bundespräses Mannesjugend[2], das er bis 1952 innehatte. Er schuf zudem die
Voraussetzung dafür, dass das Jugendhaus Düsseldorf als Zentralstelle für die katholische Jugend Deutschlands an gleicher Stelle wieder in Düsseldorf errichtet werden konnte.

Parallel zu den Aufgaben in der Jugendseelsorge arbeitete Ludwig Wolker auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder für den Sport. Er war nicht nur maßgeblich an der Wiedergründung des DJK-Sportverbandes beteiligt, sondern übernahm als Gründungsmitglied des Deutschen Sportbundes (DSB) und Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees auch Verantwortung für den Sport in Deutschland. Aufgrund seiner Arbeiten zur Bedeutung des Sports für den Menschen wurde er Namensgeber der bis 2008 vom DSB verliehenen Ludwig-Wolker-Plakette[3], einer Auszeichnung für Personen, die sich besonders für Ethos und Menschenwürde im Sport einsetzten.

Ludwig Wolker verstarb während eines Urlaubs im italienischen Cervia am 17. Juli 1955. Zunächst wurde die Totenwache im Altenberger Dom gehalten. Die Beisetzung auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof erfolgte am 25. Juli 1955. Dort fand er seine letzte Ruhestätte im Grab des Jugendhauses Düsseldorf neben Carl Mosterts.

Wolker Beerdigung - Köppler

Der damalige BDKJ-Bundesvorsitzende Heinrich Köppler am Grab Wolkers   (Foto: Archiv  Jugendhaus Düsseldorf)

Anmerkungen / Literatur:

[1] heute: Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.

[2] BDKJ-Bundespräses Frauenjugend wurde Hermann Klens, der bis 1939 Generalpräses des Zentralverbandes der Jungfrauenvereinigungen gewesen war.

[3] heute DOSB-Ethikpreis

Eine ausführliche Biographie erschien 2006 als Aufsatz im Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins. Sie ist als Sonderdruck über das Archiv des Jugendhauses Düsseldorf erhältlich. Kontakt: Maria Wego – E-Mail mwego@jugendhaus-duesseldorf.de.

Europäischer Konsumgipfel – Die Jugend will Veränderung

Am vergangenen Wochenende trafen sich in Bonn junge Menschen aus Malta, Polen, Deutschland und Österreich, um sich darüber auszutauschen, wie unser Konsum einen positiven Einfluss darauf haben kann, die Welt ein bisschen besser zu machen. Ziel war ISF_Bonn_2015_092der Austausch über Initiativen und Projekten in welchen sich junge Menschen in Europa engagieren, um die dieses Ziel zu verfolgen. Es waren also im klassischen Sinne mehr TeilgeberInnen als TeilnehmerInnen anwesend für welche dies nicht nur in der Theorie, sondern vor allem in der Praxis Relevanz hat.

Aber auch der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus war möglich. Bei einer offenen Paneldiskussion mit dem Arbeitsrechtsexperten Sergio Chávez aus El Salvador und Arnold Cassola, ehemaliger Generalsekretär der Europäischen Grünen aus Malta, war der Fokus darauf, wie wir uns als junge Menschen Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu Themen des ethischen KISF_Bonn_2015_243onsums verschaffen können. Es reicht nämlich oft nicht aus gut zu handeln, sondern auch die Rahmenbedingungen müssen verändert werden, damit es kein Kampf gegen Windmühlen wird.

In Workshops wurde am Nachmittag dann eigene Fortbildung betrieben. Welche Dinge muss ich beachten, wenn ich eine Kampagne starten will und wie wird diese dann erfolgreich? Wie kann ich die Öffentlichkeit in meine Projekte einbinden? Wie kann ich meine Ideen in einem Videoclip gut umsetzen? Wo sind die politischen Stellschrauben für Veränderung hin zu ethischem Konsum?

Abends konnten dann gute Ansätze gefeiert werden. Die Preisverleihung zum Europäischen best-practice-Wettbewerb präsentierte GewiISF_Bonn_2015_175nnerinnen und Gewinner aus verschiedenen Kategorien. Auch hier wurde noch einmal die Unterschiedlichkeit der Ansätze und Diversität von Menschen die sich zum Thema engagieren sichtbar. Alle Teilnehmerinnengruppen des Wettbewerbs und deren Ideen sind auf der Website einsehbar. http://www.ishopfair.net/best_practice/

Insgesamt war es schön zu sehen, wie viele Menschen mit positiver Energie sich aus ganz Europa aufgemacht haben um in Bonn gemeinsam an einer besseren Welt zu basteln. Kleine Ideen größer zu machen, schöne Ansätze zu verbreiten und neue Verknüpfungen aufzubauen, das hat gut geklappt.

I Shop fair ist ein europäisches Netzwerk von KonsumentInnen, die sich aktiv für eine sozial und ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise einsetzen. Das Netzwerk besteht aus fünf PartnerInnen-organisationen: Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Christliche Initiative Romero (CIR) aus Deutschland, Südwind aus Österreich, Kooperative Kummerc Gust (KKG) aus Malta und Institut für Globale Gerechtigkeit (IGO) aus Polen. I Shop Fair bietet AktivistInnen und Jugendlichen Aktionsmöglichkeiten, unsere Konsumgesellschaft nachhaltiger zu gestalten und stellen Informationen über die Situation der ArbeiterInnen in den Ländern des Südens zur Verfügung. Das Netzwerk wird von der Europäischen Union gefördert. Mehr Infos unter www.ishopfair.net.

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