Rapha Breyer

Über Rapha Breyer

Referent für Entwicklungsfragen

Europäischer Konsumgipfel – Die Jugend will Veränderung

Am vergangenen Wochenende trafen sich in Bonn junge Menschen aus Malta, Polen, Deutschland und Österreich, um sich darüber auszutauschen, wie unser Konsum einen positiven Einfluss darauf haben kann, die Welt ein bisschen besser zu machen. Ziel war ISF_Bonn_2015_092der Austausch über Initiativen und Projekten in welchen sich junge Menschen in Europa engagieren, um die dieses Ziel zu verfolgen. Es waren also im klassischen Sinne mehr TeilgeberInnen als TeilnehmerInnen anwesend für welche dies nicht nur in der Theorie, sondern vor allem in der Praxis Relevanz hat.

Aber auch der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus war möglich. Bei einer offenen Paneldiskussion mit dem Arbeitsrechtsexperten Sergio Chávez aus El Salvador und Arnold Cassola, ehemaliger Generalsekretär der Europäischen Grünen aus Malta, war der Fokus darauf, wie wir uns als junge Menschen Einfluss auf Politik und Gesellschaft zu Themen des ethischen KISF_Bonn_2015_243onsums verschaffen können. Es reicht nämlich oft nicht aus gut zu handeln, sondern auch die Rahmenbedingungen müssen verändert werden, damit es kein Kampf gegen Windmühlen wird.

In Workshops wurde am Nachmittag dann eigene Fortbildung betrieben. Welche Dinge muss ich beachten, wenn ich eine Kampagne starten will und wie wird diese dann erfolgreich? Wie kann ich die Öffentlichkeit in meine Projekte einbinden? Wie kann ich meine Ideen in einem Videoclip gut umsetzen? Wo sind die politischen Stellschrauben für Veränderung hin zu ethischem Konsum?

Abends konnten dann gute Ansätze gefeiert werden. Die Preisverleihung zum Europäischen best-practice-Wettbewerb präsentierte GewiISF_Bonn_2015_175nnerinnen und Gewinner aus verschiedenen Kategorien. Auch hier wurde noch einmal die Unterschiedlichkeit der Ansätze und Diversität von Menschen die sich zum Thema engagieren sichtbar. Alle Teilnehmerinnengruppen des Wettbewerbs und deren Ideen sind auf der Website einsehbar. http://www.ishopfair.net/best_practice/

Insgesamt war es schön zu sehen, wie viele Menschen mit positiver Energie sich aus ganz Europa aufgemacht haben um in Bonn gemeinsam an einer besseren Welt zu basteln. Kleine Ideen größer zu machen, schöne Ansätze zu verbreiten und neue Verknüpfungen aufzubauen, das hat gut geklappt.

I Shop fair ist ein europäisches Netzwerk von KonsumentInnen, die sich aktiv für eine sozial und ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise einsetzen. Das Netzwerk besteht aus fünf PartnerInnen-organisationen: Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Christliche Initiative Romero (CIR) aus Deutschland, Südwind aus Österreich, Kooperative Kummerc Gust (KKG) aus Malta und Institut für Globale Gerechtigkeit (IGO) aus Polen. I Shop Fair bietet AktivistInnen und Jugendlichen Aktionsmöglichkeiten, unsere Konsumgesellschaft nachhaltiger zu gestalten und stellen Informationen über die Situation der ArbeiterInnen in den Ländern des Südens zur Verfügung. Das Netzwerk wird von der Europäischen Union gefördert. Mehr Infos unter www.ishopfair.net.

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Nach dem G7-Gipfel: Jetzt konkret werden

Gestern ging auf Schloss Elmau der G7-Gipfel zu Ende. In idyllischer Kulisse haben die Staats- und Regierungschefs zwei Tage lang über brennende Themen der Weltpolitik diskutiert. Obwohl es nicht die Lösung aller Probleme ist, ist es wichtig, dass sich die reichen und wirtschaftlich starken Länder abstimmen, um ihre Stärke zu nutzen. Diese Länder tragen nämlich eine große Verantwortung Was sie sich vorgenommen haben, steht in der 21-seitigen Abschlusserklärung.

(Foto: Bundesregierung / Widmann)

(Foto: Bundesregierung / Widmann)

Die darin stehenden strategischen Ziele bringen Fortschritte. Vor allem in den Kapiteln „Klimaschutz“, „Ernährungssicherheit“ und „Verantwortung in der Lieferkette“ lassen die Ergebnisse zumindest gute Absichten erkennen. Das Bekenntnis zum 2-Grad-Ziel wird den Klimawandel nicht stoppen können, aber es hilft die Auswirkungen zu begrenzen und ihn in einem Rahmen zu halten, in dem er als beherrschbar gilt. In dem Abschnitt zur Ernährungssicherheit steht das Ziel 500 Millionen Menschen in Entwicklungsländern bis 2030 von Hunger und Mangelernährung zu befreien. Damit ist eine konkrete Kennzahl genannt, an der sich die Politikerinnen und Politiker messen lassen müssen. Ebenfalls thematisiert wird der Welthandel. Die Abschlusserklärung bekennt sich klar zu der Verantwortung, die diejenigen haben, die die Produktion in Auftrag geben. Bei den globalen Wertschöpfungsketten soll mehr Transparenz erreicht werden.

Was jetzt wichtig ist: Konkret werden und die Ziele national wie global umsetzen.

Merkel (Deutschland), Hollande (Frankreich), Cameron (Großbritannien), Renzi (Renzi), Juncker (EU-Kommission), Tusk (EU-Rat), Abe (Japan), Harper (Kanada) und Obama (USA) bei Beratungen in Schloss Elmau (Foto: Bundesregierung / Kugler)

Merkel (Deutschland), Hollande (Frankreich), Cameron (Großbritannien), Renzi (Renzi), Juncker (EU-Kommission), Tusk (EU-Rat), Abe (Japan), Harper (Kanada) und Obama (USA) bei Beratungen in Schloss Elmau (Foto: Bundesregierung / Kugler)

Eine gute Gelegenheit gibt es schon bei der Klimakonferenz in Paris im Dezember. Dort können die G7-Staaten eine starke Position beziehen und für verbindliche Ziele werben. Außerdem sind Anfänge gemacht, ein Textilbündnis aufzubauen und wenn nötig auch mit einem europäischen Alleingang dafür zu sorgen, dass sich die Gesamtwirtschaft bewegt. Auch bei der Post-2015-Agenda, die auf die auslaufenden Millenniumsentwicklungsziele folgen soll, können die Staaten die teilweise schwammigen Formulierungen von Elmau konkretisieren.

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Du musst Teil der Fashion Revolution sein

Was ist passiert?

Heute vor zwei Jahren stürzte das Gebäude Rana Plaza in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, in sich zusammen. Es begrub mehrere Fabriken unter sich in denen Textilien für den europäischen Markt produziert wurden – 1127 Menschen starben und 2438 wurden verletzt. Es war die größte Katastrophe in der Textilindustrie in Asien, aber bei weitem nicht die einzige. Immer wieder wird der Arbeitsplatz in einer Näherei zur Todesfalle. Als Grund für die Katastrophe stellte die Untersuchungskommission damals grobe Fahrlässigkeit fest. So wurden mangelhafte Baustoffe benutzt und bei der Gebäudesicherheit gespart. Bestraft wurde die Fahrlässigkeit der Bauträger und Betreiber der Fabriken – nicht die Fahrlässigkeit von uns Konsumentinnen und Konsumenten. Spätestens seit dem Tag wissen auch wir hier nochmals deutlich, welche Auswirkungen unser Konsum auf andere Menschen hat.

Wer damals, so wie ich in Teilen auch, glaubte, nun würde sich vieles ändern, der muss leider auch zwei Jahre später anerkennen: Wir handeln immer noch fahrlässig. Nach wie vor stammt der überwältigende Teil unserer Textilien aus Fabriken, die nicht viel besser sind als es Rana Plaza war. Die Fashion Revolution lässt weiter auf sich warten. Aber warum soll sich auch ein hochprofitabler Wirtschaftszweig aus sich heraus ändern? Die Aufregung ist abgeflaut, die nächsten Krisenherde brennen.

Es ist aber wichtig die Textilindustrie im Auge zu behalten. Zum einen, weil dort hunderte Millionen Menschen für unseren Konsum schuften und ganze Regionen und Länder davon abhängen, zum anderen, weil es ernsthafte Anläufe dazu gibt die Situation zu verbessern, die nur funktionieren, wenn es weiterhin öffentlichen Druck von uns als Konsumentinnen und Konsumenten gibt.

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Was kann ich tun?

Seit einem guten Jahr arbeitet das Bündnis für nachhaltige Textilien daran alle Interessen von Kampagnen und Initiativen, Unternehmen und der Politik unter einen Hut zu bringen, um die Bedingungen in der Textilproduktion zu verbessern. Auch wenn die Ergebnisse bisher eher dürftig sind, so ist dies für mich der einzige Weg im großen Stil Veränderungen anzustoßen.

Schon ein bisschen länger arbeitet Fairtrade International an der Ausarbeitung und Umsetzung eines Standards für Fairtrade Textilien mit einer überwachten und zertifizierten Lieferkette, damit es die Konsumentinnen und Konsumenten leichter haben das Richtige und Gute zu tun. Zurzeit kann man seine eigene Meinung in einer öffentlichen Rückmelderunde zum Standard einbringen.

Nicht zuletzt kann auch unser eigenes Konsumverhalten daran mitwirken, die Dinge besser zu machen. Es gibt Alternativen zu immer mehr billigen und für die Produzierenden gefährlichen Textilien. Worauf man dabei achten kann und muss ist auf der Seite unserer Bildungskampagne zum Fairen Handel „Jugendhandetfair.de“ zusammengestellt.

Wir müssen jetzt etwas tun, damit wir uns bei der nächsten Katastrophe nicht vorwerfen müssen von den Arbeitsumständen und der Gefahr für Leib und Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter gewusst zu haben und trotzdem untätig geblieben zu sein.

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BDKJ-Programm beim Katholikentag in Regensburg #kt14

Hier ein kleiner Überblick über die Programmpunkte der BDKJ-Bundesstelle, der Mitgliedsverbände und BDKJ-Diözesanverbände beim Katholikentag in Regensburg.

Wir erweitern diese Liste gerne auf Rückmeldung.

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