Über Maria Wego

Archivarin des Jugendhauses Düsseldorf

Josef Rommerskirchen – der erste BDKJ-Bundesvorsitzende

Josef Rommerskirchen (1916 – 2010)

Als Josef Rommerskirchen 1947 zum ersten BDKJ-Bundesvorsitzenden* gewählt wurde, konnte der damals 31-jährige trotz Reichsarbeits- und Kriegsdienst sowie Kriegsgefangenschaft langjährige Erfahrungen in der Jugendverbands- und Öffentlichkeitsarbeit vorweisen. Am 16. Februar wäre er nun 100 Jahre alt geworden.

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Zum 60. Todestag: Ludwig Wolker – Seelsorger und „General-

Wolker 2Vor 60 Jahren, am 17. Juli 1955, starb Ludwig Wolker – Anlass genug, um an diese herausragende Persönlichkeit der katholischen Jugendpastoral und des Sports in Deutschland zu erinnern.

Von der Priesterweihe 1912 im Dom zu Freising bis zu seinem Lebensende 1955 war Ludwig Wolker in der Jugendarbeit tätig. Zunächst als Kaplan und dann als Studienrat an Münchner Berufsschulen erwarb er sich den Ruf eines guten Kinder- und Jugendpredigers und wurde 1925 Diözesan- und Landespräses der katholischen Jugendvereine Bayerns. Nach dem Tod des Generalpräses des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD), Carl Mosterts, trat Wolker 1926 dessen Nachfolge in der Düsseldorfer Verbandszentrale, dem Jugendhaus Düsseldorf, an. Dies galt auch für das Amt des Vorsitzenden des katholischen Sportverbandes, der Deutschen Jugendkraft (DJK). Sein tatkräftiges Auftreten brachte ihm rasch in Ableitung von Generalpräses den Namen „General“ oder „GP“ ein, ein Kürzel, das er auch selbst benutzte.

Wolkers erste Amtsjahre im Rheinland waren geprägt von dem weiteren Ausbau des 1895 gegründeten KJMVD, der neben dem Zentralverband der Jungfrauenvereinigungen der größte Jugendverband Deutschlands war. Es galt zunächst den Verband durch die wirtschaftlich und politisch schwierigen Jahre der Weimarer Republik zu steuern, sein Profil zu schärfen und in Staat und Kirche gleichermaßen zu positionieren. Im Dienst an und für die Jugend sah er sich als treuer Diener seiner Kirche und seines Vaterlandes. Ihm war es wichtig, dass die Jungen und jungen Männer eigene Räume zur persönlichen Entwicklung hatten, um später ihre Aufgaben in Kirche, Staat und Familie wahrnehmen zu können.

Nachdem die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernommen hatten, war Wolker bestrebt, die Arbeit des KJMVD so gut und so unabhängig wie möglich weiterzuführen. Doch es folgten Verbote für die Verbandszeitschriften, Schließungen des Jugendhauses Düsseldorf und zahlreiche Verhaftungen. Auch Wolker wurde im Zusammenhang mit dem sogenannten Berliner Katholikenprozess 1936 in Untersuchungshaft genommen. Nach dem Verbot des KJMVD 1939 arbeitete Wolker als Mitglied des „Dreierrates für Jugendseelsorge“ eng mit Jugendbischof Albert Stohr (Mainz) zusammen und gab seine Erfahrungen in der Jugendseelsorge an Pfarrer und Kapläne in den Diözesen weiter.

Im Mai 1945 übernahm Ludwig Wolker im Auftrag der deutschen Bischöfe die neugeschaffene Bischöfliche Hauptstelle für katholische Jugendseelsorge und Jugendorganisation in den deutschen Diözesen[1] mit Sitz in Altenberg. Von dort aus setzte er sich dafür ein, die wieder erstehenden Jugendverbände zusammenzuführen, was schließlich 1947 in die Gründung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mündete. Wolker übernahm neben der Leitung der Arbeitsstelle auch das Amt des BDKJ-Bundespräses Mannesjugend[2], das er bis 1952 innehatte. Er schuf zudem die
Voraussetzung dafür, dass das Jugendhaus Düsseldorf als Zentralstelle für die katholische Jugend Deutschlands an gleicher Stelle wieder in Düsseldorf errichtet werden konnte.

Parallel zu den Aufgaben in der Jugendseelsorge arbeitete Ludwig Wolker auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder für den Sport. Er war nicht nur maßgeblich an der Wiedergründung des DJK-Sportverbandes beteiligt, sondern übernahm als Gründungsmitglied des Deutschen Sportbundes (DSB) und Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees auch Verantwortung für den Sport in Deutschland. Aufgrund seiner Arbeiten zur Bedeutung des Sports für den Menschen wurde er Namensgeber der bis 2008 vom DSB verliehenen Ludwig-Wolker-Plakette[3], einer Auszeichnung für Personen, die sich besonders für Ethos und Menschenwürde im Sport einsetzten.

Ludwig Wolker verstarb während eines Urlaubs im italienischen Cervia am 17. Juli 1955. Zunächst wurde die Totenwache im Altenberger Dom gehalten. Die Beisetzung auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof erfolgte am 25. Juli 1955. Dort fand er seine letzte Ruhestätte im Grab des Jugendhauses Düsseldorf neben Carl Mosterts.

Wolker Beerdigung - Köppler

Der damalige BDKJ-Bundesvorsitzende Heinrich Köppler am Grab Wolkers   (Foto: Archiv  Jugendhaus Düsseldorf)

Anmerkungen / Literatur:

[1] heute: Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.

[2] BDKJ-Bundespräses Frauenjugend wurde Hermann Klens, der bis 1939 Generalpräses des Zentralverbandes der Jungfrauenvereinigungen gewesen war.

[3] heute DOSB-Ethikpreis

Eine ausführliche Biographie erschien 2006 als Aufsatz im Jahrbuch des Düsseldorfer Geschichtsvereins. Sie ist als Sonderdruck über das Archiv des Jugendhauses Düsseldorf erhältlich. Kontakt: Maria Wego – E-Mail mwego@jugendhaus-duesseldorf.de.

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