Tod, made in Germany.

Tag für Tag  kommen uns in den Massenmedien Darstellungen von Krieg und Gewalt entgegen – so sehr, dass sie uns schon abstumpfen lassen, uns nur noch die krassesten Bilder wirklich erschüttern. Dabei sind es auch unsere Waffen, die diese Gewalt erst möglich machen.

Über ein allzu profitables Geschäft mit dem Tod.

Deutschland gehört zu den weltgrößten Waffenexporteuren. Das Prädikat „made in Germany“ klingt in der Rüstungsindustrie noch so schillernd wie eh und je: Große Namen wie Heckler & Koch, Rheinmetall, EADS, Thyssen-Krupp, Krauss-Maffei-Wegmann, Diehl Defence, große Dax-Konzerne wie Daimler und zahllose Mittelständler prägen mit ihren Produkten den globalen Markt. Für sie alle ist Krieg ein profitables Geschäft.

Eine goldene Nase verdienen sich die Unternehmen nicht nur mit den eigentlichen Waffen: Unzählige Produktkategorien, von der Munition über Motoren, Werkzeug, Software, technische Bauteile werden ausschließlich für den militärischen Gebrauch konzipiert und gelten ebenfalls als Rüstungsgüter. Deren Export bedarf zwar einer Genehmigung durch die Bundesregierung – und als politischen Willen postuliert der zuständige Bundesminister auch, weniger Kleinwaffen auszuführen.

Kleinwaffen spielen eine besonders problematische Rolle, weil die Kontrolle über ihre Zirkulation schwer ist: Gewehre oder Handfeuerwaffen können leicht gegnerischen oder anderen Gruppen in die Hände fallen. Nachweislich ist das auch der Fall – weshalb Waffenlieferungen an nicht-staatliche Gruppierungen eine Gefahr darstellen.

Doch selbst ohne diese sog. Proliferation sind Waffen ausgerechnet in den konfliktreichen Weltregionen in großer Zahl unterwegs. Sie dienen dort als Brandbeschleuniger für ohnehin bestehende Konflikte und ermöglichen überhaupt erst neue Gewalt. Die Bundesrepublik beschränkt sich nicht darauf, Waffen an ihre Bündnispartner zu verkaufen (das wird mit dem Zweck der legitimen Selbstverteidigung begründet), sondern exportiert auch an sog. Drittländern, und vergibt sogar Lizenzen für die Produktion deutscher Waffen im Ausland, woraufhin deren Kontrolle natürlich noch sehr viel schwerer fällt.

Ein bedeutender Teil des Handels mit Rüstungsgütern spielt sich dabei direkt vor unserer Haustür ab. Gerade unsere Stadt [Hamburg], die sich in der Präambel ihrer Verfassung zu einer ihr „als Welthafenstadt […] durch die Geschichte und Lage zugewiesene, besondere Aufgabe gegenüber dem Deutschen Volke“ bekennt und „im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen den Erdteilen und Völkern der Welt sein“ will, wird so zum Umschlagplatz für Zerstörung,

formulieren die katholischen Jugendverbände im Norden in einem Beschluss:

Dass viele Menschen vor Unfrieden und Gewalt in ihrer Heimat zu uns fliehen müssen, hat seine Ursachen auch darin.

Nicht nur in der Hafenstädten unseres Landes gilt: Der Einsatz von Gewalt ist immer nur die letzte Option, und muss stets begründet werden. Waffen zu verkaufen nur der klingelnden Kasse willen, darf nicht deshalb nicht sein – auch Waffen überhaupt nur zur Verfügung zu stellen, ist an sich schon begründungsbedürftig.

 

Sind die Waffen nämlich einmal in der Welt, sind sie schwer kontrollierbar, Quelle unermesslichen Leids – und auch vieler Fluchtursachen.

Als katholische Jugendverbände vertreten wir die Interessen junger Menschen und haben dabei immer auch schon diejenigen im Blick, die morgen jung sein werden, heute vielleicht aber noch gar nicht geboren sind. Wir fragen deswegen bei allen politischen Handlungen nach den Auswirkungen auf zukünftige Generationen und prüfen, ob diese Auswirkungen gut und gerecht sind.

Waffen, die mit einer Lebensdauer von gut 70 Jahren auch in der Welt von morgen noch Leid und Zerstörung anrichten, sind weder gut noch gerecht – denn Kindern wollen in Frieden aufwachsen; sie wollen spielen, lernen, die Welt entdecken, und ganz sicher keinen Krieg führen.

Dieser Wunsch nach Frieden mag naiv klingen. Doch Politik ist die Kunst, wünschenswerte Ziele pragmatisch umzusetzen.

Als junge Christen heißt unser Ziel: Frieden.

Der Beitrag von Martin ist der erste der neuen Blogreihe zu "Frieden braucht Gerechtigkeit. Eine friedensethische Blogreihe zu den Auswirkungen von Waffenexporten" Der Beitrag von Martin ist der erste der neuen Blogreihe zu "Frieden braucht Gerechtigkeit. Eine friedensethische Blogreihe zu den Auswirkungen von Waffenexporten"

Der Beitrag von Martin ist der erste der neuen Blogreihe zu „Frieden braucht Gerechtigkeit. Eine friedensethische Blogreihe zu den Auswirkungen von Waffenexporten“

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