Josef Rommerskirchen – der erste BDKJ-Bundesvorsitzende

Josef Rommerskirchen (1916 – 2010)

Als Josef Rommerskirchen 1947 zum ersten BDKJ-Bundesvorsitzenden* gewählt wurde, konnte der damals 31-jährige trotz Reichsarbeits- und Kriegsdienst sowie Kriegsgefangenschaft langjährige Erfahrungen in der Jugendverbands- und Öffentlichkeitsarbeit vorweisen. Am 16. Februar wäre er nun 100 Jahre alt geworden.

Rommerskirchen im Jugendhaus 1937 (Foto: Archiv Jugendhaus Düsseldorf)

Rommerskirchen im Jugendhaus 1937 (Foto: Archiv Jugendhaus Düsseldorf)

Josef Rommerskirchen besuchte in seiner Heimatstadt Mönchengladbach zunächst das Gymnasium und machte dort auch eine Handelslehre. 1935 begann er eine Ausbildung im Verlags- und Zeitschriftenwesen im Jugendhaus Düsseldorf. Gleichzeitig war er Sekretär des Reichsobmanns des Katholischen Jungmännerverbands Deutschlands (KJMVD), Albert Steiner. „Roki“, wie er auch später noch viele Briefe unterschrieb, war zudem Mitglied des Bundes Neudeutschland und der Sturmschar im KJMVD. Ab 1937 leistete er Reichsarbeits- und Wehrdienst. Im Zweiten Weltkrieg war er zuletzt Bataillonskommandeur und wurde 1947 aus französischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Während seiner Kriegsgefangenschaft war er Herausgeber der Gefangenenzeitschrift „Licht im Dunkel“.

Auf der Gründungsversammlung des BDKJ im März 1947 wurde Rommerskirchen zum ersten BDKJ-Bundesvorsitzen gewählt und gehörte damit neben Ludgera Kerstholt, Ludwig Wolker und Hermann Klens zum Führungsquartett des neuen Verbandes. In seine Amtszeit fällt nicht nur der Aufbau des BDKJ, sondern auch der Wiederaufbau der nationalen und internationalen jugendverbandlichen Arbeit. So gehört er zu den Mitbegründern des Weltbundes der Katholischen Jugend und des Deutschen Bundesjugendrings, dessen erster Vorsitzender er von 1949 bis 1952 war.

(Foto: Kitschenberger / Archiv Jugendhaus Düsseldorf)

(Foto: Kitschenberger / Archiv Jugendhaus Düsseldorf)

Nach seiner Amtszeit als BDKJ-Bundesvorsitzender war er ab 1952 bei der Bundeszentrale für politische Bildung tätig, deren Direktor er später wurde. Von 1969 bis 1976 war Rommerskirchen CDU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag und dort u.a. Mitglied des Verteidigungsausschusses. Nach seiner beruflichen Tätigkeit war er von 1982 bis 1992 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus in Röndorf.

Dem BDKJ und der katholischen Jugendverbandsarbeit blieb Josef Rommerskirchen stets eng verbunden. Dies zeigte nicht zuletzt seine Teilnahme an der 100-Jahr-Feier des Jugendhauses Düsseldorf im Mai 2008 in Alter von 92 Jahren. Zwei Jahre später verstarb er am 9. März in Wachtberg.

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*Damals lautete die Bezeichnung Bundesführer.

 

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4 Gedanken zu “Josef Rommerskirchen – der erste BDKJ-Bundesvorsitzende

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  2. Ich suche nach einer Biographie über Albert Steiner , Autor August Brecher,
    1993., als Aufsatz in „Christen zwischen Niederrhein und Eifel .
    Über welchen Verlag , Bibliothek oä komme ich an diesen Bericht ?

  3. Ich suche nach einer Biographie über Albert Steiner , Autor August Brecher,
    1993., als Aufsatz in „Christen zwischen Niederrhein und Eifel .
    Über welchen Verlag , Bibliothek oä komme ich an diesen Bericht ?
    Als Copy oder Direkt-Leser
    Mit freundlichen Grüssen
    nikolaus graben

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