Geht doch!

Wanderschuhe an und los geht’s: Unter dem Titel „Geht doch!“ machen sich Christinnen und Christen seit Mitte September von Flensburg aus auf den Weg zur 21. Weltklimakonferenz in Paris. Dabei setzen sich die Pilgerinnen und Pilger ein für ein gerechtes und völkerrechtlich bindendes Abkommen. Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ist auch ein Zeichen der Solidarität mit den vielen Menschen, die heute schon mit den Folgen des Klimawandels leben müssen. Ein breites ökumenisches Bündnis, darunter auch der BDKJ, hat zum Mitpilgern eingeladen. Esther Henning, Referentin für den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst an der BDKJ-Bundesstelle, ist ein Stück des Wegs mitgelaufen. Hier schildert sie ihre Erlebnisse:

Ende Oktober habe ich mich auf die Socken gemacht und für einen Tag die Klimapilgerinnen und Klimapilger auf ihrem Weg nach Paris begleitet.

Meine Absicht war es, damit zu zeigen, dass mir die Bewahrung der Schöpfung ein echtes Anliegen ist. Schließlich habe ich auf diversen Reisen nach Lateinamerika erlebt, dass vor allem ärmere Bevölkerungsgruppen von dem Klimawandel, der vorrangig auf das Verhalten in den Industrieländern zurückzuführen ist, betroffen sind, und reibe mich an tonnenweise Verpackungsmüll, den wir achtlos produzieren. Diese Ungerechtigkeit macht mich wütend. Sie motiviert aber auch und so war ich gespannt darauf, Menschen zu begegnen, die sich dazu entschlossenen hatten mehrere Wochen, bei Wind und Wetter, von Flensburg bis Paris zu laufen, um auf die globalen Dimensionen des Klimawandels aufmerksam zu machen. Ich war dabei ebenso auf der Suche nach Mitstreitern, die in Gesprächen mit Freunden und Familie immer wieder dafür werben, die Folgen unseres klimaschädlichen Verhaltens zu bedenken und bereits im Alltag kleine Einsparungen vorzunehmen.

Esther beim Wandern (Foto: privat)

Esther beim Wandern (Foto: privat)

Anregend war dabei auch der Besuch des „Kraftpunkts“ – das sind gute Beispiele in Sachen Klimaschutz an der Pilgerroute. Spielerisch setzten wir uns im NaturGut Ophoven mit den Folgen des Klimawandels weltweit auseinander und suchten beim Rundgang durch die Ausstellung nach dem „KlimaGlück“.

Begegnet bin ich auf dem Weg von Solingen nach Leverkusen Schulklassen und Langzeitpilgern, jungen und älteren Menschen. Es war einfach miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Impulse der Organisatoren, die Natur am Wegesrand, die faszinierenden Ausstellungsexponate im Kinder- und Jugendmuseum und die unterschiedlichen Beweggründe, boten immer wieder Gesprächsstoff.

Der internationale Pilgerweg verläuft von Flensburg über Trier nach Paris und wird ergänzt durch einen südlichen Zulauf von Ludwigshafen nach Metz (Foto: Geschäftsstelle Klimapilgern)

Der internationale Pilgerweg verläuft von Flensburg über Trier nach Paris und wird ergänzt durch einen südlichen Zulauf von Ludwigshafen nach Metz (Foto: Geschäftsstelle Klimapilgern)

Nicht erst beim Klimapilgern durch‘s Bergische Land entlang der Wupper, sondern bereits früher auf dem Weg nach Santiago, Richtung Neviges und gen Trier zum Grab vom Apostel Matthias hat mich die Erfahrung des Pilgerns fasziniert und immer wieder Wendungen in meinem Leben hervorgerufen. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass die Klimapilgerinnen und Klimapilger ein wertvolles Zeichen setzen und auf Passanten, welche uns teilweise wegen unseres Transparentes belächelten, langfristig eine Anziehungskraft ausüben.

Mehr zum Klimapilgern unter www.klimapilgern.de

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