Die Mutter der Armen – Elisabeth von Thüringen

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildet Elena Stötzel, Diözesanvorsitzende des BDKJ Köln, was sie an Elisabeth von Thüringen beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Bundesfrauenpräsidium.

Elisabeth von Thüringen stammte aus einer reichen adeligen und politisch einflussreichen ungarischen Familie. Schon als Vierjährige wurde sie mit Ludwig, dem Thronfolger des Landgrafen von Thüringen verlobt und wuchs von dort an – wie es die Tradition verlangte – in seiner Familie auf, um dort erzogen zu werden. Elisabeth war bekannt für ihr temperamentvolles, lebhaftes, willensstarkes Auftreten und ihren Einfallsreichtum. Diese für die Familie unliebsamen Charaktereigenschaften konnte auch die Erziehung am Hofe mit Inhalten wie „maßvolles, beherrschtes Auftreten“ und „innere Ausgewogenheit“ nicht mildern.

Im Alter von 14 Jahren heiratete sie Ludwig von Thüringen und sie wurden Eltern dreier Kinder. Immer mehr verärgerte Elisabeth die Lebensweisen des Adels auf der Burg, die von Luxus und Verschwendung sowie Reichtum und Stolz geprägt waren. Beim einfachen Volk dagegen herrschten Armut, Hunger und Elend. Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und ihr starker Glaube an Gott führten dazu, dass sie diese gegensätzlichen Möglichkeiten nicht mehr aushielt. Sie engagierte sich für Hilfsbedürftige, indem sie die Armen und Kranken versorgte, von der Gesellschaft Verstoßene pflegte und Waisenkinder aufnahm. Sie verschenkte heimlich Lebenselisabethmittel der Burg an das einfache Volk. Die Legende vom Rosenwunder besagt, dass sie das Brot im Korb mit einem Tuch überdeckte, um es unentdeckt aus der Burg ins Dorf zu schaffen. Als ihr Gatte Ludwig nach dem Inhalt des Korbes fragte, antwortete sie: „Rosen, mein Herr“. Ludwig vergewisserte sich, sah in den Korb und fand statt der Brote unter dem Tuch tatsächlich duftende Rosen.

Neben den Lebensmitteln gab sie auch ihren Schmuck und ihre Kleidung an Bedürftige und trug selbst nur einfache Kleider. Ihre Wohltätigkeit wurde vom Adel als Verschwendung von Gütern und Lebensmitteln angesehen. An ihr wurde viel Kritik geübt, da sie sich für ihre Tätigkeiten der Außenvertretung nicht angemessen kleidete. Vor allem als die Versorgung der Burg nicht mehr gewährleistet zu sein schien, wurde die Meinung stark, Elisabeth wäre als deutsche Fürstin nicht geeignet.

Ludwig unterstützte, trotz der scharfen Kritik, die Wohltätigkeit seiner Gattin. Als Elisabeth 20 Jahre alt war, verstarb Ludwig während eines Kreuzzuges an einer Seuche. Sein jüngerer Bruder übernahm die Herrschaft. Von diesem Zeitpunkt an wurde ganz offen der Hass gegen Elisabeth gezeigt und ihr die Witwengüter teilweise entzogen.

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Sie zog nach Marburg und lebte dort das Leben, das sie sich wünschte in Armut, Keuschheit und Gehorsam. Aus ihrem Witwengut ließ sie ein Hospital errichten und arbeitete dort unerbittlich für die Armen und Kranken. Im Alter von 24 Jahren erkrankte und verstarb Elisabeth. Nur vier Jahre nach ihrem Tod wurde sie durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Als Mutter der Armen ist Elisabeth von Thüringen für ihre Mildtätigkeit und Hilfsbereitschaft bekannt.

Dieser enorme Einsatz und das zu einer Zeit, zu der das Engagieren für die Hilfsbedürftigen und Kranken vom Adel aus äußerst unüblich war, beeindruckt mich. Elisabeth von Thüringen musste mit viel Widerstand in ihrem Umfeld umgehen und hat sich dennoch nicht von ihren Zielen und Wertevorstellungen abbringen lassen.

Geht doch!

Wanderschuhe an und los geht’s: Unter dem Titel „Geht doch!“ machen sich Christinnen und Christen seit Mitte September von Flensburg aus auf den Weg zur 21. Weltklimakonferenz in Paris. Dabei setzen sich die Pilgerinnen und Pilger ein für ein gerechtes und völkerrechtlich bindendes Abkommen. Der Ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit ist auch ein Zeichen der Solidarität mit den vielen Menschen, die heute schon mit den Folgen des Klimawandels leben müssen. Ein breites ökumenisches Bündnis, darunter auch der BDKJ, hat zum Mitpilgern eingeladen. Esther Henning, Referentin für den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst an der BDKJ-Bundesstelle, ist ein Stück des Wegs mitgelaufen. Hier schildert sie ihre Erlebnisse:

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