Hildegard von Bingen: Mystikerin und Kämpferin

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildet Nathalie Pieper, Referentin für Theologie an der KLJB-Bundesstelle,  was sie an Hildegard von Bingen beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Bundesfrauenpräsidium.

Die heilige Hildegard von Bingen (um 1098 bis 1179) ist als die große christliche Mystikerin, Schriftstellerin und Prophetin des Mittelalters in die Kirchengeschichte eingegangen. 2012 wurde sie durch Papst Benedikt offiziell zur „doctor ecclesiae“, zur Kirchenlehrerin ernannt. Aber was genau hat sie eigentlich ausgezeichnet? Warum erinnern wir uns nach mehr als 1000 Jahren an diese besondere Frau? Eine Spurensuche.

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Hildegard von Bingen wird wahrscheinlich im Jahr 1098 in der Pfalz geboren. Schon früh wird sie von ihren Eltern ins Kloster gegeben, in die Benediktinerabtei Disibodenberg. Im Alter von 16 Jahren tritt sie in die Ordensgemeinschaft ein.

Die junge Hildegard ist eine willensstarke Frau mit großem Gottvertrauen. Sie selbst sieht sich allerdings als schwachen Menschen, da sie oft krank ist. Als ihr 1136 die Leitung der Benediktinerinnengemeinschaft angetragen wird, fühlt sie sich dieser Aufgabe zunächst nicht würdig. Sie wird aber von ihren Mitschwestern gewählt und nimmt das Amt daraufhin an.

Hildegard geht neue Wege. Sie leitet Reformen ein und gründet zwischen 1147 und 1150 ein eigenständiges Frauenkloster auf dem Rupertsberg, 15 Jahre später noch ein weiteres in der Nähe von Rüdesheim – all dies gegen den Widerstand des Abtes und zunächst auch des Erzbischofs von Mainz.

Neben ihrer Durchsetzungsstärke, die sie auch gegenüber den Mächtigen der Welt beweist, ist Hildegard vor allem für zweierlei bekannt: Für ihr Wissen über die Heilkraft der Natur und für ihre Visionen. Letztere beschreibt sie als intensive Begegnungen mit Gott, in denen sie ein „helles Licht“ sieht. Gott erteilt ihr in diesen Visionen den Auftrag, die Menschen zu ihm zu führen. Diese Begegnungen helfen Hildegard auch dabei, ihren Auftrag als Leiterin des Klosters zu erfüllen.

hildegard von bingen

Verbunden mit ihren Kenntnissen über Heilpflanzen, vor allem über Kräuter, aber auch über die Heilkraft von Musik und Edelsteinen, ist ihre ganzheitliche Sicht auf den Menschen und auf sein „Heilsein“. Hildegard ist sich sicher, dass der Mensch erst gesund werden kann, wenn er mit der Natur und mit Gott im Einklang ist. Neben dem Verfassen von Büchern, z. B. scivias („Wisse die Wege“), unterweist Hildegard ihre Mitschwestern in der Kräuterkunde.

Was mich fasziniert sind vor allem der Kampfgeist, die innere Stärke und der unerschütterliche Glaube Hildegards. Auch ihr großer Mut, immer wieder auf Gottes Stimme zu hören und seinem Auftrag zu folgen, erscheint mir bewundernswert. Denn sie ist dieser Stimme allen Widrigkeiten zum Trotz gefolgt. Lange Zeit traute Hildegard sich nicht, anderen von ihren Visionen zu berichten. Sie wusste, dass sie Gefahr lief, als teufelsbesessen verschrien zu werden, was im Mittelalter keine Seltenheit war. Als sie vom Papst die Erlaubnis bekam, ihre Visionen schriftlich zu schildern, war das für sie eine Befreiung.

Was wir heute noch von ihr lernen können:

  • … dass Gemeinschaft ein hohes Gut ist, für das es sich lohnt zu kämpfen
  • … dass der Glaube den Menschen heil machen kann
  • … dass es sich lohnt, mutig zu sein und zu dem zu stehen, was man fühlt und glaubt
  • … und nicht zuletzt: dass man als Frau in der Kirche viel bewegen kann!

Sag's weiter!

3 Gedanken zu „Hildegard von Bingen: Mystikerin und Kämpferin

  1. When to step aside, when to bow, when to scrape, when to bend over backwards, when to bend over forwards… they're going to have to issue laminated pocket cards – dhimmi etiquette for durmmes.Geoige Pal

  2. The reactionary beast is not only alien and acidic, but neutralized more easily than the narrator had imagined was possible. Societies progressive facade (Cant) didn't even need to be replaced, so easily was the beast's mark buffed away. The beast isn't tamed (although he does become prey), just the mess he left behind. The "limitations of critique" interpretation does seem to undercut the whole antiversity idea though.

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