Wettbewerb 1’31: Durch Ausprobieren zum Filmemacher

500 junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren haben mitgemacht beim Videowettbewerb 1’31 und mehr als 100 Videos zu „Glaube, Liebe, Hoffnung“ eingereicht. Am vergangen Samstag wurden bei den VideoDays in Köln die Sieger prämiert.

Wir haben mit Christoph Peters gesprochen, der mit seinem Team den ersten Preis gewonnen hat. Der 29-Jährige wohnt in Freiburg.

Herzlichen Glückwunsch Christoph zu Eurem Gewinn. Wie bist Du eigentlich zum Filmemachen gekommen?

Ich habe mir mit 15 meine erste Videokamera gekauft und habe dann auf alles drauf gehalten, was sich bewegt. Ich war damals als Ministrant in der Jugendarbeit in Freiburg aktiv. Da entstanden mit Freundinnen und Freunden die ersten Videos. Wir haben viel Trash gemacht, den man heute keinem mehr zeigen sollte, aber dabei haben wir auch unheimlich viel gelernt und uns jedes Mal gefragt, was wir noch besser machen könnten. So sind wir nach und nach professioneller geworden.

So ein Film, wie ihr ihn jetzt bei dem Wettbewerb 1’31 eingereicht habt, ist also echte Teamarbeit?

Christoph Peters

Das Team um Christoph Peters (1. Reihe, 2. von links) bei den Dreharbeiten im Januar (Foto: privat)

Ja, so etwas kann man nicht alleine machen. Mein Talent liegt zum Beispiel eher hinter der Kamera als davor. Wenn ich mit einer Idee um die Ecke komme, suche ich mir aus meinem Umfeld Leute, die Lust haben mitzumachen. Wir kennen uns alle aus der Jugendarbeit. Gemeinsam überlegen wir uns dann ein Konzept und setzen es um.

Euer Film „upstairs“, der einen jungen Mann auf seiner Flucht zeigt, hat eine bedrückende Aktualität. 

Unser Konzept war schon fertig letztes Jahr im Winter, bevor das Thema in der Öffentlichkeit so breit diskutiert wurde. Wir haben uns überlegt, welche Geschichte wir erzählen wollen, die zu den Wettbewerbsthemen „Glaube, Liebe und Hoffnung“ passt. Bei so einem Film geht es aber nicht nur um die Geschichte. Wir haben von Anfang an auch an die Umsetzung gedacht und wollten auch da weit vorn sein. Wir haben das alles mit einer Einstellung in einem Hochhaus gedreht.

Wie würdest Du die Geschichte Eures Protagonisten zusammenfassen?

Der Flüchtling möchte nicht fliehen, aber er wird von den äußeren Umständen, die er selbst nicht verschuldet hat, dazu gezwungen. Er muss viel zurücklassen und verliert auf der Flucht auch noch die wenigen Dinge, die er mitnehmen konnte. In der vermeintlich besseren Welt wird er festgenommen. Wie es dann weitergeht, haben wir bewusst offen gelassen.

Viele aus BDKJ-Kreisen kennen Dich von dem Sozialaktion-Style-Video, das damals zur 72-Stunden-Aktion entstanden ist. Bis heute wurde es alleine bei Youtube über 70.000 Mal geklickt. Was macht ein Video so erfolgreich?

Der Erfolg war nicht geplant. Wir wollten Jugendliche aus dem Dekanat Freiburg animieren, bei der Aktion mitzumachen. Dass das so durchgestartet ist, lag daran, dass die 72-Stunden-Aktion in den sozialen Netzwerken so gut vernetzt war und weil gleich eine Regionalzeitung in ihrem Blog über das Video berichtet hat. Da kamen das kirchliche und das weltliche Netzwerk zusammen.

Neben dem Preisgeld hast du im Rahmen des Wettbewerbs an einem Workshop und einem Summercamp teilgenommen. Was nimmst Du alles mit?

Alles was ich filmisch kann, habe ich mir selbst gebracht. Das war immer learning by doing und try und error. Beim Summercamp jetzt von Profis zu lernen und Tipps zu bekommen war super. Der Wettbewerb ist eine gute Plattform. Und ich konnte mein Netzwerk erweitern. Das ist sehr wertvoll für mich.

Der Wettbewerb 1,31 geht in eine neue Runde. Welche Tipps hast Du an Nachwuchsfilmer?

Es ist heute unglaublich einfach geworden an das nötige Equipment zu kommen. Selbst Smartphones haben schon ganz gute Kameras. Bei Youtube kann man einfach veröffentlichen und hat direkt eine Öffentlichkeit. Wenn man darauf Bock hat, muss man es einfach tun. Es kostet nichts, außer Überwindung.


Euch interessiert wie das Video entstanden ist, dann schaut Euch das Making-Of an:


„1’31“ ist ein Projekt von: ZAP – Zentrum für angewandte Pastoralforschung unter der Leitung von Professor Matthias Sellmann. Der BDKJ ist Projekt-Partner bei dem Wettbewerb. Weitere Partner sind die junge WDR-Radiowelle „1LIVE“, die Katholische Fernseharbeit der deutschen Bischofskonferenz, und die Veranstalter der „VideoDays“.

1,31

 

Der Wettbewerb geht unter der Frage „Was bewegt Dich?“ in eine neue Runde. Der Wettbewerb richtet sich an junge Youtuberinnen und Youtuber zwischen 14 und 24 Jahren. Mehr dazu unter: http://2015.1-31.tv/

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