Ester – eine junge Frau, die gegen Ungerechtigkeit kämpfte

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildert Theresa Schier, FSJ-Helferin im Bistum Erfurt, was sie an der Heiligen Ester beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Frauenpräsidium.

Ester ist eine biblische Persönlichkeit. Sie lebte im 5. Jahrhundert vor Christus und ihre Lebensgeschichte könnte somit als sehr antik und realitätsfern betrachtet werden. Aber wenn man genauer hinsieht, vermittelt Esters Lebensweg eine sehr aktuelle Botschaft.
Doch wer war Ester? Was macht sie so besonders?

Ester wuchs als eine jüdische Waise bei ihrem Onkel Mordechai in der persischen Diaspora auf. Sie war ein ganz normales Mädchen bis zu dem Tag, als der herrschende König Xerxes seine Frau Waschti wegen Ungehorsam verbannte. Auf diese Handlung hin suchte der König im ganzen persischen Reich Mädchen zusammen, um dann die schönste von ihnen auszuwählen und sie zu seiner neuen Königin zu machen. Der König erwählte schließlich Ester zu seiner neuen Königin – aufgrund ihrer Schönheit.

Auch heute wird oft nur auf perfektes Aussehen und äußerliche Schönheit geachtet. Der Charakter eines Menschen wird fälschlicherweise oft nach seinem Aussehen beurteilt. Die innere Schönheit eines Menschen wird immer weniger geschätzt. So erging es auch Ester. Sie wurde zur Königin ernannt, weil sie schön war. Doch das war ihr persönlich nicht wichtig. Sie wollte mehr.

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Was wie ein Märchen begann, entpuppte sich schnell als ein goldener Käfig, in dem Ester vor Heimtücke, Hass und Einsamkeit nicht sicher war. Es kam eine Zeit, da beschloss der oberste Minister des Königs, die Juden auszurotten, weil sie viele Gesetze der Perser missachteten und ihren Gott verehrten, anstatt vor dem König und seinem Minister niederzufallen. In dieser schweren Zeit fand Ester ihre Bestimmung und die Aufgabe ihres Lebens. Sie lernte, ihren eigenen Weg zu gehen, den noch niemand vor ihr gegangen war. Sie hatte bisher verschwiegen, dass sie Jüdin war. Doch nun war die Freiheit ihres Volkes in Gefahr und sie nahm allen Mut zusammen, um vor den König zu treten. Die Zukunft des jüdischen Volkes lag in ihrer Hand. In dieser Zeit durfte niemand ungebeten vor den König treten, und Ester drohte damit die Todesstrafe. Doch sie gab nicht auf. Als sie dem König ihr Anliegen vortrug und das willkürliche Handeln des Ministers aufdeckte, war dieser erzürnt über seinen Minister. Der König selbst hasste die Juden nicht, sondern war ihnen sogar sehr dankbar, denn ein Jude hatte einst eine Verschwörung gegen ihn aufgedeckt und ihm somit das Leben gerettet.

Ester war mutig: Sie war eine Frau, die in ihrer Zeit vor einer schweren Entscheidung stand. Doch sie erhob ihre Stimme gegen die Ungerechtigkeit und riskierte damit ihr Leben. Sie kann für uns heute ein Vorbild sein. Wir können es schaffen, gegen die Ungerechtigkeiten in unserer Welt anzukämpfen, auch wenn es nicht immer einfach und bequem ist.

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