Katharina von Siena: Im kompromisslosen Einsatz für Andere

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildert Martina Fornet Ponse, Bundeskuratin der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) und Mitglied im Präsidium der Bundesfrauenkonferenz, welche Frau sie stark beeindruckt.

Heute gedenkt die Kirche einer großen Frau, einer Kirchenlehrerin – Katharina von Siena. Sie lebte als Dominikanerin im 14. Jahrhundert in Italien und hinterließ über 300 Briefe und zwei weitere Werke von großer theologischer Dichte. Bereits kurz nach ihrem Tod wird ihre Biographie geschrieben und 1461 wird sie heiliggesprochen. Über 500 Jahre später wird sie schließlich zur Kirchenlehrerin erhoben und Schutzpatronin für Europa.

Katharina vertraut auf Gott!

Schon früh hat Katharina göttliche Visionen, die sich im Laufe ihres Lebens über eine mystische Vermählung mit Christus hin zu den Wunden Jesu an ihrem eigenen Körper steigern. Sie hat diese Visionen nicht abgetan, sondern auf Gott und seinen Plan mit ihr vertraut. Dazu gehört, heute wie damals, viel Mut. Dieses Vertrauen in Gott gibt ihr die Kraft sich immer wieder gegen familiäre und gesellschaftliche Widerstände durch zu setzen und ihren Weg zu gehen.

Katharina hat kein Blatt vor den Mund genommen!

grosse geistl Frauen_symbolbildIn den bewegten Zeiten des späten Mittelalters erhebt Katharina von Siena immer wieder ihre Stimme und meldet sich öffentlich zu Wort nicht nur um die Zustände in der Kirche zu kritisieren. Dabei macht sie sich nicht nur Freunde, wie der Vorwurf der Ketzerei durch das Generalkapitel der Dominikaner 1374 zeigt. Sie wird von allen Vorwürfen freigesprochen und verfolgt ihre Anliegen unbeirrt weiter. Schließlich wird sie Beraterin zweier Päpste und erreicht zunächst die Rückkehr Papst Gregor XI von Avignon nach Rom. Unter Urban VI setzt sie sich für die Einheit der Christen ein. Ohne Angst und im Vertrauen auf Gott meldet sie sich als Frau in ihrer Zeit zu Wort.

Katharina stellt die Armen in den Mittelpunkt!

Wenn ich heute die Predigten von Papst Franziskus lese und wie er die Ausgeschlossenen in den Mittelpunkt stellt, fühle ich mich an die Reden und das Handeln Katharinas erinnert. Sie hat sich tatkräftig für Arme und Kranke eingesetzt oder Menschen im Gefängnis besucht. Außerdem setzte sie sich für eine Reform der Kirche ein, die die Seelsorge in den Mittelpunkt stellte und gegen Korruption vorging. Ihr eindeutiger und kompromissloser Einsatz für andere hat nichts an Aktualität verloren.

Ich freue mich auf viele weitere Frauen, nicht nur in der Kirche, die nach dem Vorbild Katharinas ihre Stimme erheben, Missstände offen aussprechen und sich für eine gerechte Welt einsetzen!

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