Lesen, nicken, sich gut vertreten fühlen

Mit bemerkenswerter Deutlichkeit und Offenheit hat die Deutsche Bischofskonferenz die zweite Umfrage zur Bischofssynode beantwortet. In der Zusammenfassung und Einordnung der Antworten aus Diözesen und Verbänden, die am Montag veröffentlicht wurde, kritisieren die Bischöfe deutlich die „lebensfernen Formulierungen“ des Fragebogens und beschreiben die Lebensrealität vieler Katholikinnen und Katholiken zwischen Ideal und Wirklichkeit gelebter Beziehungen.

Sie gehen dabei auch auf die Beziehungen junger Menschen ein, für die eine Ehe noch weit weg ist, und treten für eine „Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral im Rahmen einer Theologie der Liebe“ sowie die stärkere Würdigung der Gewissensentscheidung der Gläubigen ein. Die Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral wird auch in Hinblick auf eine Pastoral, die homosexuelle Menschen akzeptiert, als notwendig beschrieben. Die Bischöfe verweisen darauf, dass nur eine kleine Minderheit der deutschen Katholikinnen und Katholiken die Grenzen der kirchlichen Lehre kompromisslos ziehen und verteidigen will, und treten für eine echte Wertschätzung im Umgang mit Menschen ein, die nicht gemäß dem kirchlichen Eheideal leben können oder wollen.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Gesamtantwort an das Synodensekretariat in Rom versandte Gesamtantwort der Deutschen Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz hat die Gesamtantwort an das Synodensekretariat in Rom geschickt.

Alle Punkte, die wir in unserer Stellungnahme zur zweiten Umfrage ausgeführt haben, finden sich in dieser Rückmeldung der Bischöfe wieder. Das freut mich sehr und erfüllt mich mit Hoffnung. Wir fühlen uns mit dieser Antwort aus Deutschland auf der Weltbischofssynode gut vertreten und danken unseren Bischöfen für ihre Bereitschaft, sich auf die Perspektive aller Katholikinnen und Katholiken einzulassen, die bisher die volle Akzeptanz seitens ihrer Kirche vermisst haben.

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3 Gedanken zu „Lesen, nicken, sich gut vertreten fühlen

    • Aber dieser Text sagt doch auch ganz genau, dass Sex vor der Ehe eher nicht so gern gesehen wird und das Verhütung falsch ist. Über homosexuelle Beziehungen sagt er gar nix.
      Der Blogeintrag erlaubt sich gar keine Wertung, wann dem Menschen jetzt viel oder wenig Respekt entgegen gebracht wird. Er sagt lediglich, dass die katholische Sexualmoral fernab vom Weltbild der meisten Jugendlichen ist – und das anzuprangern ist ja wohl Kernaufgabe eines Jugendverbandes wie der BDKJ.

      • Zu „nicht gemäß dem kirchlichen Eheideal“ gehört all das.
        Wenn übrigens „die katholische Sexualmoral fernab vom Weltbild der meisten Jugendlichen ist“, dann ist eines von beiden falsch. Entweder die Sexualmoral oder das Weltbild. Ich persönlich tippe mal auf das Weltbild.

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