Geflüchtet: Mädchen und Frauen auf der Flucht

Rund 40 Frauen aus dem BDKJ haben in den vergangenen drei Tagen die  Perspektive von Mädchen und Frauen auf der Flucht in den Blick genommen. Dabei sind wir mit vielen politischen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch gekommen. Lest hier im Blog nach, worüber wir diskutiert haben und was uns bewegt hat.

Mit Maria Faber, missio-Diözesanreferentin in Magdeburg, haben wir besonders über die christliche Verantwortung und Willkommenskultur in Deutschland gesprochen. Sie ist überzeugt:

Maria Faber (mission-Diözesanreferentin in Magdeburg) (Bild: BDKJ-Bundesstelle)

Maria Faber (missio-Diözesanreferentin in Magdeburg) (Bild: BDKJ-Bundesstelle)

 

 

„Wir sind als Christinnen und Christen aus unserem Glauben heraus verantwortlich für eine echte Willkommenskultur für Flüchtlinge in Deutschland!“

 

 

 

 

Luise Amtsberg sitzt für Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Als flüchtlingspolitische Sprecherin ihrer Fraktion war sie für uns genau die richtige Ansprechpartnerin, um über die flüchtlingspolitischen Herausforderungen und Strategien zu sprechen. Sie sagt:

Luise Amtsberg, MdB, Bündnis 90/Die Grünen (Foto: BDKJ-Bundesstelle) BDKJ-Bundesstelle)

Luise Amtsberg, MdB, Bündnis 90/Die Grünen (Foto: BDKJ-Bundesstelle)

 

„Es ist wichtig, dass Frauen sich mit den Biographien von Frauen auf der Flucht beschäftigen, daraus kann der Abbau von Ängsten gelingen und große Solidarität erwachsen!“

 

 

Was erleben junge Menschen auf der Flucht? Welche Momente haben ihr Leben verändert? Was haben sie zu sagen? Fragen, die das „Digital Storytelling Projekt“ der Naturfreundejugend Deutschlands in den Fokus nimmt. Mit dieser Methode der Kurzfilmproduktion erzählen junge Menschen aus ihrem Leben. Mehr zu dem spannenden Projekt gibt es hier. Lukas Nicolaisen erklärt, was das Projekt für die Geflüchteten bedeutet und welche Wirkung die fertigen Videos für den Verband haben.

(Foto: BDKJ-Bundesstelle)

Lukas Nicolaisen von der Naturfreundejugend Deutschland (Foto: BDKJ-Bundesstelle)

„Die eigene Geschichte zu erzählen kann dem Erzählenden unglaubliche Kraft geben. Und die beim Storytelling-Projekt entstandenen Filme werden dann auch eingesetzt, um vor Ort für die Geschichten von Geflüchteten zu sensibilisieren und Verständnis für ihre Situation in Deutschland zu wecken.“

 

 

Nachmittags haben wir in zwei Gruppen Einrichtungen besucht. Eine Gruppe hat das Haus Leo der Berliner Stadtmission besucht, eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlingsfamilien aus der ganzen Welt. Eine Mitarbeiterin dort hat uns erzählt, dass man mit langfristigem ehrenamtlichen Engagement den Menschen am meisten helfen kann.

Bei IN VIA, dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit für das Erzbistum Berlin, sind wir mit jungen Migrantinnen und Migranten ins Gespräch gekommen. SIe haben uns aus ihrem Leben erzählt, von ihren Berufswünschen und ihren Eindrücken von Deutschland. In der Einrichtung in Wedding haben sie mit dem Jugendmigrationsdienst einen Anlaufpunkt und erfahren Beratung durch zwei Sozialarbeiterinnen.  Berthine Sarr und Susanne Nadapdap formulieren ihre Aufgabe so:

(Foto: BDKJ-Bundesstelle)

Berthine Sarr und Susanne Nadapdap (Foto: BDKJ-Bundesstelle)

 

„Unser Ziel ist es die Jugendlichen zu begleiten und zu ermutigen, damit sie sich in Berlin orientieren können und zurechtfinden.“

 

 

 

 

Mit Aylin Güngör, Kerstin Schukalla und Joachim Rüffer vom BBZ
Betreungs- und Beratungszentrum für junge Flüchtlinge und Migranten haben wir vor allem die rechtlichen Aspekte von geflüchteten Menschen diskutiert. Ihr Ziel: Durch Beratung und Unterstützung den Flüchtlingen und MigrantiInnen und Migranten einen gleichberechtigten Zugang zu gesellschaftlichen Ressourcen wie Bildung und Arbeit zu ermöglichen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom BBZ (Foto: BDKJ-Bundesstelle)

Joachim Rüffer, Aylin Güngor und Kerstin Schukalla (Foto: BDKJ-Bundesstelle)

„Politische Arbeit und praktische Arbeit kann nicht getrennt werden. Unsere Projekte ergeben sich aus den Mängeln des Sozial- und Bildungssystems und sind eng geknüpft an die Lebenswirklichkeit der Menschen. Wir sind parteiisch für die geflüchteten Menschen“.

 

Die drei Tage Fachtagung haben uns neues Wissen und Einblicke über Mädchen und junge Frauen auf der Flucht gegeben, und ihre Situation hier in Deutschland. Wir nehmen praktische Ideen für das eigene Engagement mit, aber auch viele politische Forderungen, die wir jetzt einbringen wollen.

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