Kunigunde von Luxemburg – Die heilige Kaiserin

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal gibt Claudia Gebele, BDKJ-Diözesanvorsitzende im Erzbistum Bamberg und Mitglied im Präsidium der Bundesfrauenkonferenz, einen Einblick in das Leben der Patronin des Erzbistums Bamberg.

Kunigunde von Luxemburg (* um 980 – … 3. März 1033) – Die heilige Kaiserin

Heute ist der Gedenktag von Kaiserin Kunigunde, der Patronin des Erzbistums Bamberg sowie der Schwangeren und kranken Kinder. Wenn von ihr gesprochen wird, dann wird sie zumeist in einem Atemzug mit ihrem Mann Kaiser Heinrich II. genannt. Beide waren zu ihren Lebzeiten ein außergewöhnliches Herrscherpaar – gebildet und sehr fromm. Sie traten für eine Kirchenreform ein, überzeugten durch ihre konsequente kirchliche Haltung und ihren Stiftungseifer.

In nahezu allen Schriften wird die Gründung des Bistums Bamberg Kaiser Heinrich II. zugeschrieben – jedoch ohne seine Frau Kunigunde wäre diese Gründung nie zustande gekommen.

grosse geistl Frauen_symbolbildKunigunde wurde als achtes Kind des Grafenpaares Siegfried von Luxemburg und Hadwig geboren und tritt erst mit ihrer Eheschließung um das Jahr 997 mit Herzog Heinrich III. von Bayern in Erscheinung. Sie bekommt von Heinrich Bamberg und seine Zugehörungen als sogenannte Morgengabe zur Hochzeit geschenkt. Nur ihr Verzicht auf diese Gabe – ihre Witwenversorgung – machte es möglich, dass 1007 das Bistum errichtet werden konnte.

Nach dem überraschenden Tod von Otto III. kämpft Kunigundes Mann um die Königsnachfolge und erlangt diese im Juli 1002. Die Umstände machten sie zur ersten Königin im Mittelalter, die in einer eigenen Zeremonie und an einem anderen Ort als ihr Mann gekrönt wurde. Zwölf Jahre später werden Kunigunde und Heinrich in Rom von Papst Benedikt VIII. gemeinsam als Kaiserpaar gesalbt.

Kunigunde ist noch heute im Bamberger Stadtbild präsent (Foto: BDKJ Bamberg)

Kunigunde ist noch heute im Bamberger Stadtbild präsent (Foto: BDKJ Bamberg)

Während der gesamten Zeit Heinrichs hat Kunigunde aktiven Anteil am Regierungshandeln, begleitet ihren Mann auf Kriegszügen, regiert zeitweise selbständig und sichert die Landesgrenzen. Sie nutzt ihre Möglichkeiten, um ihre Auffassungen umzusetzen und gewinnt das Vertrauen und die Zuneigung der Bevölkerung. Kunigunde wird als weise, klug, mutig und gerecht beschrieben und in nahezu der Hälfte der Bamberger Urkunden als Vermittlerin genannt. Die Überlieferung berichtet z.B.: Beim Bau des Doms wurden die Arbeiter folgendermaßen entlohnt: „Kunigunde ließ jeden Abend eine große Schale mit Geldmünzen aufstellen, aus der sich jeder Mann offen vor aller Augen so viel daraus nehmen konnte, wie er meinte, an diesem Tag ehrlich verdient zu haben.“

Kunigunde litt Zeit ihres Lebens unter ihrer Kinderlosigkeit. Die Legende berichtet, dass sich das Ehepaar für ein keusches Leben entschieden habe und dies bis zu ihrem Tod bewahrt hat.

Bei einem Aufenthalt am Königshof in Kaufungen erkrankte sie schwer und legte das Gelübde ab, ein Frauenkloster an diesem Ort zu gründen, wenn sie wieder gesund würde. Kunigunde hielt ihr Versprechen und gründete 1017 das Kloster Kaufungen, in das sie nach dem Tode ihres Mannes als einfache Nonne eintrat. Sie verzichtete dabei auf das mächtige Amt der Äbtissin, um dem Herrn einfach zu dienen.

Sie starb 1033 im Kloster und wurde erst Jahrhunderte später, wie es ihr Wunsch gewesen war, an der Seite ihres Mannes im Bamberger Dom bestattet. Am 29. März 1200 sprach Papst Innozenz III. Kunigunde von Luxemburg aufgrund ihres Lebens und Wirkens heilig.

Ihre weite Bekanntheit zeigt sich auch darin, dass der Name Kunigunde im späten Mittelalter vierthäufigster Mädchenname im deutschen Sprachraum war. Er kommt aus dem althochdeutschen und bedeutet passend zur historischen Kunigunde, „die für die Sippe Kämpfende“.

Kaiserin Kunigunde war für ihre Zeit eine wirklich mutige, entschlossene und selbständige Frau, die aus ihrem tiefen Glauben heraus ihr Leben in die Hand genommen hat – was in zahlreichen Legenden und Geschichten erzählt wird – und sich für andere Menschen einsetzte.

Literatur:

Freise-Wonka, Ch. (2006): Bamberger Frauengeschichten. 3. Auflage. Bamberg.

Hirschmann, F. G. und Maréchal, R. (2014): Die heilige Kaiserin Kunigunde von Luxemburg. Trier.

Schneidemüller, B. (2001): Kaiserin Kunigunde. Bamberger Wege zu Heiligkeit, Weiblichkeit und Vergangenheit. In: Bericht des Historischen Vereins Bamberg 137 (2001). S. 13-34.

Lesetipp:

Der Roman „Das Gelübde der Kaiserin“ von Eleonore Dehnerdt, erschienen am 28. August 2013 im SCM Hänssler Verlag, erzählt die Geschichte von Kunigunde von Luxemburg, einer außergewöhnlichen Herrscherin, deren Gottvertrauen schwer geprüft wird.

 

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