Sophie Scholl: Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.

In loser Reihe werden hier im Blog große geistliche Frauen vorgestellt. Dieses Mal schildert Michaela Kritsch, Jugendbildungsreferentin im Bistum Erfurt, welche Frau sie stark beeindruckt. Die Blog-Reihe ist initiiert vom BDKJ-Frauenpräsidium.

Wie ist es wohl, wenn man eine tolle Familie, gute Freunde und einen liebevollen Verlobten hat, am Beginn einer möglichen Karriere steht – und freiwillig in den Tod geht?

Was sagt man dann, wenn man dem Tod so nah ins Auge blickt? Und zwar, weil ein Regime alle Andersdenkenden vernichten will?

Als ihre Mutter sich mit den Worten „Gelt, Sophie: Jesus“ verabschiedet, sagt Sophie Scholl nur: „Ja- aber du auch.“ und dann geht sie ohne mit der Wimper zu zucken ihrem Schicksal entgegen. Ihr Freund Christl verabschiedet sich von ihr mit den Worten: „In wenigen Minuten sehen wir uns in der Ewigkeit wieder.“

Durch ihren großen Glauben an Gott und die Gerechtigkeit entwickelte sich Sophie schnell zu einer Widerstandskämpferin, die gegen das NS-Regime, und mit ihren Freunden der „Weißen Rose“ für Freiheit, Frieden und Toleranz eintrat. Dafür nahm sie sogar den Tod in Kauf. Sie wurde am 22.02.1943, gerade einmal 21 Jahre alt (geb. 09.05.1921) wegen „Vorbereitung eines Hochverrats“ enthauptet.

Sophie wuchs mit den Eltern und fünf Geschwistern in Ulm auf. Beide, Robert und Magdalena Scholl, erzogen ihre Kinder zu dem Standpunkt, dass man Glaube und Politik nicht trennen sollte. Als die Zeit des Nationalsozialismus begann, schenkte auch Sophie ihm Glauben und trat dem „Bund Deutscher Mädel“ bei. Aber schon bald löste sich die Begeisterung auf und Kritik und Misstrauen blieben in Sophie zurück. Nach einer Lehre zur Erzieherin begann sie 1942 an der Münchener Universität Biologie und Philosophie zu studieren. Dort lernte sie die Freunde ihrgrosse geistl Frauen_symbolbildes Bruders Hans kennen und schon bald wurde die regimekritische „Weiße Rose“ ins Leben berufen. Sie druckten und verteilten Flugblätter, um ein Nachdenken in der Bevölkerung zu erreichen. Doch mit dem 6. Flugblatt kam auch das Unglück. Nachdem Sophie (wie Hans und ein weiterer Freund) festgenommen und nach schlimmen Verhören zum Tode verurteilt wurde, konnten auch ihre Eltern und ihr Verlobter Fritz nichts mehr für sie tun. Noch im Gerichtssaal übte sie vor allen beiwohnenden NS-Mitgliedern selbstbewusst Kritik an diesem Regime.

In später gefundenen Tagebuchaufzeichnungen kann man erkennen, wie intensiv sich Sophie (mit ihrem Bruder Hans) mit dem Christentum beschäftigt hatte. Dazu passt auch Sophies Überzeugung:

„Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“

 

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