Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai: Stärker als die Angst

In loser Reihe stellen Mitglieder des Frauenpräsidiums hier im Blog große (geistliche) Frauen vor, die sie stark beeindrucken. Dieser Beitrag stammt von Gesa Grandt, BDKJ-Diözesanvorsitzende in Erzbistum Hamburg und Mitglied im Präsidium der Bundesfrauenkonferenz.

Am 10. Oktober wurde bekannt, dass Malala heute in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen wird. Seitdem habe ich es schon mehrfach an Frauen in meinem Umfeld verschenkt: Das Buch „I am Malala: The Girl Who Stood Up For Education And Was Shot By The Taliban.“

Nun habe ich es mir endlich selbst gekauft und hoffe, möglichst bald die Zeit zum Lesen zu finden. Mit dem Buch in der Hand stehe ich vor dem Nobel Peace Center am Rådhusplassen in Oslo. Die Ausstellung über die diesjährigen Friedensnobelpreisträger_innen – Malala Yousafzai und Kailash Satyarthi – wird gerade aufgebaut. Bereits 2011 habe ich mich gefreut, dass mit Tawakkol Karma, Ellen Johnson Sirleaf und Leyman Gbowee gleich drei Frauen mit beeindruckendem Engagement für den Frieden den Preis erhielten.

"I am Malala"  Foto: Gesa Grandt

„I am Malala“
Foto: Gesa Grandt

Doch in diesem Jahr ist es nochmal anders. Ein absoluter Gänsehautmoment. Ein junges Mädchen – die jüngste Friedensnobelpreisträgerin überhaupt -, das sich mit unglaublicher Zivilcourage und Überzeugung entschlossen gegen die Taliban zur Wehr setzt und sich für die Rechte vor allem von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland Pakistan einsetzt.

Offen spricht und schreibt sie darüber, was viele denken – doch vor allem in ihrer von der Taliban kontrollierten Heimatregion aus Angst um das eigene Leben nicht zu sagen trauen: Mädchen und Frauen haben das Recht auf Bildung und darauf, in Freiheit zu leben – überall auf der Welt. Sie haben das Recht, ihre Meinungen angstfrei äußern zu können. Sie schreibt in ihrem Blog offen und auf Grundlage eigener Erfahrungen über die Gräueltaten der radikalislamischen Extremisten.

Das  Nobel-Friedenszentrum in Oslo Foto: Gesa Grandt

Das Nobel-Friedenszentrum in Oslo
Foto: Gesa Grandt

In der Ausstellungsankündigung des Nobel Peace Centers entdecke ich ein Bild: Malala hält eine Tafel mit der Aufschrift: „I am stronger than fear“. Es gehört zu ihrem #StrongerThan Aufrufs an ihrem 17. Geburtstag, aber es hätte auch zu den Statements gepasst, die von tausenden Mädchen und Frauen am Internationalen Mädchentag im Oktober um die Welt gingen. Ein starker und selbstbewusster Satz. Malala ist ein starkes Vorbild. Sie gibt Halt – ganz besonders mit diesem Satz: all denjenigen Mädchen und Frauen, die gerade unter Kriegen und internationalen Konflikten besonders zu leiden haben. All denen, die auf der Flucht sind und nicht wissen, was sie in fremden Ländern und Kulturen erwartet. All denjenigen, die nicht müde werden, Unrecht aufzudecken, sich für die eigenen – aber auch die Rechte anderer – einzusetzen. Die an friedlichen und gewaltfreien Lösungen internationaler Konflikte arbeiten.

Allen Kindern, aber besonders allen Erwachsenen, zeigt diese Preisträgerin eindrucksvoll: Kinder und Jugendliche können die Welt verändern. Und sie tun es auch.

Community.malala.org

www.nobelprize.org

www.nobelpeacecenter.org

grosse geistl Frauen_symbolbild

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