Teresa von Avila: Mystikerin und Weltveränderin

In loser Reihe stellen Mitglieder des Frauenpräsidiums hier im Blog große geistliche Frauen vor, die sie stark beeindrucken. Den Anfang macht Martina Fornet Ponse, Bundeskuratin der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG).

„Gebt Acht, dass Geist und Gemüt nicht eng werden, denn dann geht euch viel Gutes verloren …“

(Teresa von Avila)

Heute ist der Gedenktag von Teresa von Avila. Über sie ist schon viel geschrieben worden. Gibt man ihren Namen bei Google ein, dann erscheinen innerhalb von kürzester Zeit ca. 14 Mio. Einträge. Teresa von Avila lebte im 16. Jahrhundert, war eine bedeutende Mystikerin, hat zahlreiche wichtige Schriften verfasst, reformierte einen Orden und gründete zahlreiche Klöster. Nach ihrem Tod wurde sie schnell heiliggesprochen und zur ersten weiblichen Kirchenlehrerin ernannt.

Was gibt es da noch zu sagen? – Vielleicht was ich an dieser großen Frau der Kirchengeschichte so beeindruckend finde?

Sie hatte eine besondere Beziehung zu Jesus! In ihren Gebeten erfuhr sie sich von ihm, als dem menschgewordenen Gott, unendlich geliebt. Dies bedeutete für sie eine gnadenhafte Befreiung. Sie pflegte in ihrem inneren Gebet eine tiefe Freundschaft zu Gott und durfte seine Gegenwart, seine Nähe spüren. Diese intensive Erfahrung in Worte zu fassen und mit anderen Menschen zu teilen, finde ich großartig.

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Diese Frau steckte voller Energie! Trotz schwerer Krankheiten, die fast zu einem lebendigen Begräbnis geführt hätten, hat sie immer wieder neue Kraft gefunden, ihren Weg zu gehen. Sie hat aus Situationen, die nicht ihren Vorstellungen entsprachen, versucht, das Beste zu machen und sich Hilfe durch andere Menschen geholt. Dabei hat sie manchmal auch um die Ecke gedacht und sich nicht von herrschenden Konventionen einengen lassen.

Sie hat die Welt verändert! Sie war mit den Ordensregeln der Karmeliterinnen nicht einverstanden und hat kurzerhand ihren eigenen Reformorden gegründet. Dabei waren ihr ein gemeinschaftlicher Lebensstil, die Pflege der Freundschaft zu Gott sowie eine demütige Selbsterkenntnis wichtig. Damit wird der Mensch als Person in seiner Beziehung zu Gott in den Mittelpunkt gestellt und nicht mehr als Sünder, der sich der unmenschlichen Bußübungen unterziehen muss.

Freundschaft, Liebe, Wahrheit und Weisheit sind auch heute noch bedeutsame Werte, die sich Teresa von Avila in ihrem Leben erst erkämpfen musste. Das macht sie für mich zu einer bedeutenden Frau der Kirchengeschichte!

Sag's weiter!

3 Gedanken zu „Teresa von Avila: Mystikerin und Weltveränderin

  1. Finde ich gut, dass Ihr in Eurem BDKJ Blog eine Reihe mit wichtigen Geistlichen / spirtuellen Frauen schreibt. Weiter so!

    Ich hätte auch einige Vorschläge dazu:
    Hildegard von Bingen, Klara von Assisi, Katharina von Siena, Katharina von Bora, Katharina von Alexandrien, Brigitta von Schweden, Johanna von Orléans, Edith Stein, diese alle werden im Buch „Weiblich, christlich, widerspenstig – 40 forsche fromme Frauen“ von Hubertus Büker (erschienen 2014 im Verlag Dom Buchhandlung ISBN 978-3-925164-69-9) als die „üblichen Verdächtigen“ bezeichnet. Im obengenannten Buch gibt es kurze von 40 forschen und frommen Frauen wie z.B. Florence Nightingale, Berta Hummel, Simone de Beauvoir, Rosa Parks, Simone Weil und vielen nicht so bekannten Frauen, die aber durchaus Bedeutung haben, für das christliche Leben von Menschen heutzutage.

    „Verband verbindet“, deshalb mit verbindlichen und freundlichen Grüßen

    Gerd Einzmann

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