Lebensschutz, was heißt das eigentlich? Kommentar zum Podium „Schwangerenkonfliktberatung“ von @voisard #kt14

Lebensschutz, was heißt das eigentlich? (Ein Kommentar zum mit Spannung erwarteten Podium zum Thema der Schwangerenkonfliktberatung vor „ausverkauftem“ Haus und mit einiger Verspätung wegen einer nötigen Nachbestuhlung, von Benjamin Wasner, nicht notwendigerweise die Meinung des BDKJ.)

Zu Beginn betonten alle Teilnehmer die Gemeinsamkeit, ungeborenes Leben auf dem Weg der Beratung schützen zu wollen. Das gesamte Panel lässt sich ohne weiteres in zwei Gruppen teilen, deren Gemeinsamkeiten beim abstrakten Bekenntnis dazu, was man eigentlich zu erreichen suche, bereits zu einem (vorläufigen?) Ende kommen. Gravierend auf den Verlauf der Diskussion, die immer mehr zum bloßen, kalten Austausch von Positionen wurde, wirkt sich wohl vor allem die ganz unterschiedliche Sicht der Teilnehmer auf Welt und Gesellschaft aus.

Abtreibungen hat es immer schon gegeben, es wird sie auch immer geben. Die rechtlichen Rahmenbedingungen verlangen aber in Deutschland eine Beratungsdokumentation, die der einzelnen Schwangeren die Entscheidung über einen nicht trivialen Eingriff jedoch nicht abnimmt. Wie leicht und unter welchen Umständen diese Dokumentation zu erlangen ist, wie sehr der Eingriff selbst zur selbstverständlichen Nebensächlichkeit geworden ist und wie lauter, von wem beeinflusst die Motive der Entscheidung sein werden, darin besteht (vordergründig) die massive Uneinigkeit zwischen den „Parteien“.

Wenn will ich erreichen, wenn ich für das Leben nicht nur marschieren, sondern auch beraten möchte?

Die Frauen, für die eine Abtreibung eine Option ist? Der Einsatz dafür ist der Schein – der kein Passierschein zum Elend ist. Er ist der Preis, die Schwelle, die wir senken können, um in einer Situation des Entscheidungs- und Zeitdrucks auch die zu erreichen, die Abtreibung für sich nicht kategorisch ablehnen.

Der „Einsatz“ Schein darf kein Zeugnis einer Gewissensprüfung, aber auch keine Lizenz zum Töten sein. Es ist ein Papier, dass die begleitete Auseinandersetzung mit einer komplexen Entscheidung dokumentiert.

In Respekt vor der freien, verantworteten und autonomen Entscheidung der Frau – so wünschenswert eine Beteiligung des Kindsvaters wäre, für normierbar halte ich sie nicht – muss dann das Ziel jeder Beratung sein, dass der Schein zu Hause in den Papierkorb geht.

Weil ein Kontakt mit Menschen, ein Kontakt mit dieser Kirche Hoffnung gesäht hat. Einer Kirche, die auch für diejenigen einen Platz hat, die mithelfen, Hoffnung zu wecken, wenn das Geschenk des Lebens im Zweifel steht.

Die einzige Alternative dazu heißt Verbot. Und Abtreibungen wird es immer geben.

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