Frauen ins Generalvikariat?! Politik und Kirche debattiert beim #kt14

2014-05-30_podium-frauen-kt2014

TeilnehmerInnen des Podiums „Ende der Bescheidenheit! Frauen in kirchlichen Führungspositionen“ (v.l.): Dr. Irme Stetter-Karp, Julia Klöckner MdL, Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Claudia Junker-Kübert, Claudia Auffenberg und Martin Rosowski

Kontroverse Diskussion zum Thema Frauen in kirchlichen Führungspositionen auf dem Katholikentag 2014 in Regensburg

Regensburg, 30.05.2014            Die BDKJ-Landesvorsitzende Claudia Junker-Kübert war Teilnehmerin des Podiums „Ende der Bescheidenheit! Frauen in kirchlichen Führungspositionen“. Mit ihr saßen in der Diskussionsrunde Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke, Dr. Irme Stetter-Karp (Ordinariatsrätin und Vizepräsidentin sowie Genderbeauftragte des Deutschen Caritasverbandes), Martin Rosowski (EKD und Vorstand des Bundesforums Männer) sowie Julia Klöckner MdL (stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende). Junker-Kübert machte deutlich, dass der Begriff der Bescheidenheit aus ihrer Sicht unglücklich gewählt wurde und Frauen sich – wenn überhaupt – eher zurückhaltend geben, aber in anerkannten Positionen durchaus führen können.

Die größte Uneinigkeit Bestand beim Punkt der Frauenquote. Schlagwörter wie Quote, Flexiquote oder Quorum machten hierbei die Runde. Der BDKJ Bayern hat bereits in seinem Frauenplan aus dem Jahre 1991 Rahmenbedingungen beschrieben, wie Frauen für die Übernahme von Führungspositionen gewonnen werden können und in Folge dessen eine feste paritätische Besetzung aller Führungsgremien festgeschrieben. Er selbst setzt diese um und macht damit sehr gute Erfahrungen. Für die katholische Jugend(verbands)arbeit kann hier von einem absoluten Erfolgsmodell gesprochen werden.

Jedoch reicht eine festgeschriebene Quote alleine nicht aus. „Um eine Quote zum Erfolg werden zu lassen, muss diese von entsprechenden Maßnahmen flankiert werden. Es braucht Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Netzwerke für Frauen. Zudem müsse auch im kirchlichen Kontext viel deutlicher werden, dass die Mitarbeit von Frauen in Führungspositionen eindeutig gewollt ist. Anderenfalls werden gerade junge Frauen dem Arbeitgeber Kirche den Rücken zuwenden.“ stellt Claudia Junker-Kübert heraus.

Für eine kleine Überraschung sorgte Weihbischof Jaschke mit seiner Frage, ob nicht beispielsweise auch darüber nachgedacht werden muss, dass Frauen das Amt des Generalvikars innehaben könnten. An das II. Vatikanischen Konzils erinnernd stellte er in diesem Zusammenhang das allgemeine Priestertum aller Gläubiger, Männer und Frauen, heraus.

Die Diskussion hat vor allem gezeigt, dass noch viel zu tun ist zum Thema Frauen in Führungspositionen, auch im kirchlichen Bereich. Aber der BDKJ Bayern und seine Mitgliedsverbände werden auch in Zukunft für eine Gleichstellung von Frauen und Männern eintreten.

Der BDKJ Bayern ist Dachverband katholischer Jugendverbandsarbeit. Seine Mitglieds- und Diözesanverbände erreichen mit ihren Aktivitäten regelmäßig ca. 320.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Bayern.

(Quelle: BDKJ-Bayern Christoph Schreiber)

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