Kardinal Lehmann mahnt zu Ungeduld in der Ökumene #kt14

lehmannDer Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat sich dafür ausgesprochen, in der Ökumene die Suche nach einem „differenzierten Konsens“ nicht aufzugeben. „Wir sind heute nicht selten in der Gefahr, eine Ökumene ohne theologischen Tiefgang zu betreiben“, sagte Lehmann am Donnerstag auf dem Katholikentag in Regensburg. Dann belasse man es leicht bei den üblichen Forderungen an den ökumenischen Partner und habe das Gefühl, es herrsche ein Stillstand, obgleich dies gar nicht so sei.

Mit dem „Theologieverlust“ und dem Schwächer-werden der ökumenischen Impulse gebe es auch eine abnehmende Veränderungsbereitschaft, sagte Lehmann. Er unterstrich: „Wer nicht einzeln, in seiner Gemeinschaft und im größeren Miteinander im Glauben wachsen will, soll die Finger von der Ökumene lassen.“ Ausdrücklich bemängelte der Kardinal, auch viele Verantwortliche in den Kirchenleitungen hätten aus manchen Gründen die Entwicklung der Ökumenischen Theologie und der Gesprächsergebnisse faktisch wenig verfolgt oder gar ignoriert. Das gelte auch für viele theologische Fachkollegen, sofern sie nicht eigens Ökumenische Theologie trieben.

Lehmann sagte weiter, solange keine wirkliche Einheit gefunden sei, lasse sich wohl auch irgendeine Form von Konkurrenz zwischen den Kirchen nicht völlig vermeiden. Durchaus könne es unter den Konfessionen eine Art friedlichen Wettbewerbs geben, wenn dies dem Wachsen des Christlichen und Humanen in der Gesellschaft diene. Es sei aber, zumal in einer Mediengesellschaft, nicht so leicht, das gemeinsam Erworbene festzuhalten und zugleich die eigene Identität zu profilieren. Die Identitätssuche sei immer auch in der Gefahr, zu einer Überhöhung der eigenen Reichtümer und Schätze zu führen. (Quelle: Nachrichtenredaktion Katholikentag)

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