Essener Generalvikar fordert mehr Transparenz bei Kirchenfinanzen #kt14

Angesichts verbreiteter öffentlicher Kritik am Umgang der Kirche mit dem Geld hat der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer mehr Transparenz gefordert. „Wir brauchen ein größeres Maß an Solidarität und Bereitschaft zu einer gemeinsamen Finanz- und Wirtschaftspolitik in der deutschen katholischen Kirche“, sagte Pfeffer am Donnerstag auf dem Katholikentag in Regensburg. Es gebe zwischen Diözesen und auch einzelnen kirchlichen Trägern stark unterschiedliche Auffassungen über Transparenz. Die Öffentlichkeit sei aber nicht bereit, das zu akzeptieren. „Vorkommnisse in einem einzelnen Bistum haben sofort Auswirkungen auf alle“, sagte er, ohne die Ereignisse im Bistum Limburg direkt zu nennen.

Pfeffer sprach sich zudem für schnelle Verhandlungen der Kirche mit dem Staat über eine Ablösung der Staatsdotationen aus. Zwar hätten bereits manche Bistümer Verhandlungsbereitschaft signalisiert, doch die Diskussion darüber gehe nicht voran. Der Generalvikar befürchtet, dass sich die öffentliche Stimmung so gegen die Kirche wenden könnte, dass die Politik in dieser Frage im Alleingang entscheidet. Beide großen Kirchen erhalten pro Jahr zusammen rund 460 Millionen Euro an Staatsdotationen. Die Zahlungen hängen mit Enteignungen in der napoleonischen Zeit zusammen.

Pfeffer forderte zugleich mehr finanzielle Solidarität zwischen den katholischen Diözesen. Notwendig sei ein innerkirchlicher Ausgleich bei einem Verzicht auf Staatsdotationen sowie ein Ausgleich wegen unterschiedlicher Kirchensteuereinnahmen. Es gebe in Deutschland ein großes finanzielles Ungleichgewicht zwischen den Diözesen, das auf unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Strukturen sowie unterschiedlicher Geschichte beruhe. Der Generalvikar verwies auf Aussagen des Apostels Paulus, nach denen „alle Glieder eines Leibes mitleiden, wenn ein einziges leidet“. Das bedeute, dass die Diözesen füreinander mehr Verantwortung übernehmen müssten.

Auf mittlere Sicht befürchtet der Generalvikar erhebliche finanzielle Probleme der Kirchen. Absehbar seien nicht nur sinkende Kirchensteuereinnahmen aufgrund von Kirchenaustritten und des demografischen Wandels, sondern auch erhebliche Risiken für kirchennahe Unternehmen durch wachsende Konkurrenz im Sozialbereich, sagte er mit Blick auch auf die in die Insolvenz geratene Augsburger Verlagsgruppe Weltbild. „Wir brauchen ein Risikomanagement, das sich nüchtern und radikal allen Gefahren der Zukunft stellt“, sagte Pfeffer. Zugleich müsse die katholische Kirche intensiver der Frage nachgehen, warum viele Menschen die Kirche verließen und warum sie so zornig seien. (Quelle: Nachrichtenredaktion Katholikentag)

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