„Frauen müssen selbst entscheiden können, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchten“

Quelle: http://www.flickr.com/photos/frisch_wasser_tal/

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Zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Versicherungsmarkt für Hebammen erklärt das Präsidium der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz:

„Die Nürnberger Versicherung hat erklärt, dass sie zum 1. Juli 2015 aus den letzten Haftpflichtversicherungen für Hebammen aussteigen wird. Bisher ist offen, wo sich freiberufliche Hebammen dann noch versichern können. Zahlreiche Anfragen des Deutschen Hebammenverbands (DHV) und auch des Bunds freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) bei Versicherungen im In- und Ausland blieben bisher erfolglos.

Das bedeutet im Klartext, dass ab Sommer 2015 in Deutschland keine Geburten mehr zu Hause oder in Geburtshäusern möglich sind. Auch die Betreuung durch eine Beleghebamme in der Klinik sowie Schwangeren- und Wochenbettbetreuungen durch freiberufliche Hebammen wird es nicht mehr geben. Diese Aussichten sind für uns nicht vorstellbar!

Frauen müssen selbst entscheiden können, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchten. Natürlich muss dies in Abwägung von medizinischen Risiken und Vorteilen geschehen. Wenn aber von vornherein nur die Möglichkeit besteht zur Geburt in eine Klinik zu gehen, stellt dies keine Wahlfreiheit dar. Jede Frau hat das Recht, den für sie besten Ort zu wählen und die für sie beste Betreuung zu erhalten.

In den letzten Jahren sind immer mehr Hebammen aus der Geburtshilfe ausgestiegen, da die Haftpflichtprämien seit 2010 unverhältnismäßig angestiegen sind (ohne dass die Zahl der geburtshilflichen Schadensfälle stieg). Manche Hebammen haben sogar ihren Beruf ganz aufgegeben. Diese Entwicklung ist für uns nicht tragbar! Wir brauchen Hebammen!

Wir appellieren daher an die neue Bunderegierung die im Koalitionsvertrag vereinbarte flächendeckende Versorgung mit Geburtshilfe sicher zu stellen. Hierzu gehört für uns auch die flächendeckende Wahlmöglichkeit unterschiedlicher Formen der Geburtshilfe und Begleitung vor und nach der Geburt.“

Für das Präsidium der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz:

  • Annika Triller, BDKJ-Diözesanvorsitzende Köln
  • Eva-Maria Düring, Geistliche Bundesleiterin der KjG
  • Gesa Grandt, BDKJ-Diözesanvorsitzende Hamburg
  • Lisi Maier, BDKJ-Bundesvorsitzende
  • Sigrid Hofmann, PSG-Bundesvorsitzende
  • Svenja Kormann, KSJ-Bundesleiterin
Das Präsidium der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz. Quelle: BDKJ-Bundesstelle

Das Präsidium der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz. Quelle: BDKJ-Bundesstelle

Bei Rückfragen könnt Ihr Euch gern an Yvonne Everhartz (Geschäftsführerin der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz) wenden: everhartz@bdkj.de

Weitere Infos gibt es beim Hebammenverband: http://www.hebammenverband.de/aktuell/nachricht-detail/datum/2014/02/13/artikel/versicherungsmarkt-fuer-hebammen-bricht-zusammen/

 

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2 Gedanken zu „„Frauen müssen selbst entscheiden können, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchten“

  1. Ich selbst habe vor 10 Jahren meinen zweiten Sohn zu Hause zu Welt gebracht.
    Über dieses erlebnis bin ich sehr dankbar ,denn ohne meine Hebamme ware dies nicht moglich gewesen. Ich wurde es sehr bedauern.

  2. Von einer ehemaligen BDKJ-Kreisvorsitzenden, die selbst als Hebamme tätig ist habe ich auf einen Beitrag folgenden Kommentar erhalten:
    „Es geht nicht (wie in einigen Beiträgen schlecht recherchiert) nur um die 2-4% außerklinische Geburten, sondern um den gesamten Berufsstand. Wenn ich als Hebamme keine Möglichkeit mehr habe, mich zu versichern, gleicht das einem vollkommenen Berufsverbot. Mal davon abgesehen, dass ich dann kein Geld mehr mit meinem Beruf verdienen darf, bedeutet das für Familien: KEINE Begleitung/ Beratung/ Vorsorge/ Hilfe in der Schwangerschaft, KEINE Geburtsvorbereitungskurse, KEINE freie Wahlmöglichkeit der Hebamme für die Geburt, KEINE Wochenbettbetreuung, KEINE Rückbildungsgymnastik, KEINE Beikostberatung, NICHTS mehr von dem, was Hebammen außerhalb der Klinik alles machen… keine schönen Aussichten!“
    Eigentlich ist dem nicht hinzuzufügen,… vor gut einem Jahr sind meine Frau und ich Eltern geworden. Wir sind sehr dankbar für die Begleitung, Beratung und Unterstützung unserer damaligen Hebamme. Es brauch diesen Berufsstand, der wirklich eine Berufung ist! daher muss der Gesetzgeber hier aktiv werden! Dringend!

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