Jahresbericht des Wehrbeauftragen: Ein Blick aus der Perspektive junger Soldatinnen und Soldaten

Die „aktion kaserne“ wirft einen Blick auf den Bericht des Wehrbeauftragten – und zwar aus der Perspektive junger Soldatinnen und Soldaten. Benedikt Kestner, Sprecher der „aktion kaserne“, fasst zusammen:

„Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, legt in seinem diesjährigen Jahresbericht den Schwerpunkt seiner Kritik auf die Auswirkungen der Bundeswehrreform für die Soldatinnen und Soldaten und ihre Familien. Das ist aus unserer Sicht auch richtig. Darüber sollten aber nicht die vielen geschilderten Mängel vergessen werden, die insbesondere junge Soldatinnen und Soldaten betreffen.

Die Meldungen etwa über ungenügendes Führungsverhalten von Vorgesetzten, die Themen Alkoholmissbrauch oder sexuelle Übergriffe. Hier ähnelt der Berichte denen der letzten Jahre, ohne dass Verbesserungen zu bemerken sind. Diese Verstöße treffen natürlich alle Altersgruppen gleich, aber sie wiegen insbesondere mit Blick auf jungen Soldatinnen und Soldaten sehr schwer. Hier haben die Streitkräfte eine besondere Verantwortung. Nicht nur, um Soldatinnen und Soldaten davor zu schützen, sondern auch, um ihnen ein anderes Bild der ,Inneren Führung‘ vorzuleben und zu vermitteln, damit sie einmal bessere Vorgesetzte werden.

Auch die geschilderten Mängel am Freiwilligen Wehrdienst betrachten wir mit besonderer Sorge. Der Freiwillige Wehrdienst wird im Bericht mit Blick auf die Bedürfnisse junger Menschen als prinzipiell schlecht konzipiert und in Teilen ungenügend ausgestaltet beschrieben. Die hohe Abbrecherquote führt der Wehrbeauftrage auf diese Umstände zurück. Das sehen wir genaus so. Und deshalb fordern wir, diesen Dienst mehr an die Wünsche und Bedürfnisse junger Menschen anzupassen.“

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