„Wir hoffen auf eine Signalwirkung“

BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler zur neuen Handreichung des Erzbistums Freiburg zum Umgang mit Geschiedenen und Wiederverheirateten:

„Wir begrüßen die Freiburger Handreichung sehr. Sie fasst theologisch fundiert zusammen, was schon in vielen Pfarreien gelebte Realität ist: ein verantwortlicher Umgang mit Schuld und Scheitern, ein pastoral begleiteter Neuanfang und die Zusage der barmherzigen Nähe Gottes an Menschen, deren Biographie Brüche aufweist.

Wir hoffen auf eine Signalwirkung an andere Bistümer, damit auch dort die Kluft zwischen offiziellen Vorgaben und Praxis geschlossen wird. Wenn das, was Kirche sagt, mit der Lebenswirklichkeit der Gläubigen so gar nicht mehr zusammenpasst, wird sie nicht mehr gehört. Und die Gläubigen, deren Ehe gescheitert ist, können sich endlich mehr als „unter der Hand“ geduldet fühlen, wenn sie am Leben der Kirche teilnehmen. Ihre Gewissensentscheidung wird respektiert, nicht überstimmt. Dieser Aufbruch macht Mut und Hoffnung.“

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Ein Gedanke zu „„Wir hoffen auf eine Signalwirkung“

  1. Es ist zu hoffen, dass sich in der Praxis im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen etwas ändert.
    Allein: Es steht zu befürchten, dass erneut mit den Hoffnungen und Ängsten von Menschen gespielt wird wie weiland 1992 beim Hirtenwort der Obrerrheinischen Bischöfe. All das hatten wir nämlich schon mal – und es endete in einem Fiasko. Und damals war es ein Hirtenbrief mit den Unterschriften dreier Diözesanbischöfe. Fakt ist: Die Handreichung ist bei Lichte betrachtet, wie es heute der der stv. Pressesprecher im Vatikan formuliert hat, eine „autonome Entscheidung eines Diözesanbüros“. Und der Inhalt widerspricht der geltenden päptlichen Lehre, wie sie z.B. in Familiaris Consortio dargelegt wird und danach vielfach wiederholt wurde: nach der das persönliche Gewissen eines/einer wiederverheirateten Geschiedenen gar nicht zu der Entscheidung kommen kann, die Kommunion empfangen zu können, weil die Unauflöslichkeit der Ehe quasi göttlichen Ursprungs ist und damit sakrosankt. Wenn die Mitarbeiter des Ordinariats dazu aufrufen wollen, sich über päpstliche Lehrmeinungen hinwegzusetzen, dann wäre es fair, das offen zu sagen.

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