BDKJ begrüßt weise Entscheidung von Papst Franziskus

Zur heutigen Mitteilung von Papst Franziskus zur Situation im Bistum Limburg erklärt BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler:

„Der BDKJ begrüßt die weise Entscheidung von Papst Franziskus, Bischof Tebartz-van Elst eine Auszeit nehmen zu lassen. Diese Auszeit von unbestimmter Dauer wird es erlauben, die Geldpolitik im Zusammenhang mit dem Bau des diözesanen Zentrums gründlich zu untersuchen, ohne dass eine drängende, ungeklärte Situation im Bistum die Untersuchung überschattet. Wir erwarten, dass die Ergebnisse der Untersuchung im Sinne der Glaubwürdigkeit der Kirche offengelegt werden und dass Bischof Tebartz-van Elst die Auszeit auch im Sinne einer Klärung der anderen gegen ihn und seinen Führungsstil erhobenen Vorwürfe nutzen wird. Die heutige Entscheidung des Papstes entschärft die Situation vorerst, ohne die Ergebnisse einer umfassenden Aufklärung vorwegzunehmen. Wir hoffen, dass diese kluge Entscheidung den Jugendlichen und allen Gläubigen im Bistum Limburg gute Voraussetzungen für einen Neuanfang verschafft.“

»Partizipationsmöglichkeiten und Beteiligungsgerechtigkeit in der digital vernetzten Gesellschaft« – netzpolitische Stellungnahme des ZdK

ZdKHeute hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen medienpolitischen Beschluss veröffentlicht: »Partizipationsmöglichkeiten und Beteiligungsgerechtigkeit in der digital vernetzten Gesellschaft« Auf sechs Seiten nimmt das ZdK erstmals Stellung zum gesellschaftlichen Wandel, der durch das Internet erzeugt wird. In sechs Abschnitten werden die Themen technische und materielle Zugangsvoraussetzungen, Netzneutralität, Medienmündigkeit, Beteiligung und Soziale Online-Netzwerke, Herausforderungen für Organisationen und Strukturen und Kirchen in der digital vernetzten Gesellschaft behandelt. Sehr erfreulich ist, dass das ZdK eine grundsätzlich offene und optimistische, dabei aber kritisch reflektierende Position einnimmt. Aus dem Blickwinkel der katholischen Soziallehre wird vor allem die Frage aufgeworfen, wie die großen Chancen und Möglichkeiten so genutzt werden können, dass alle Menschen davon profitieren und die neue Technik möglichst wenige Menschen ausschließt:

Als Zentralkomitee der deutschen Katholiken sehen wir es als unsere Aufgaben, soziale Fragen auch auf dieses entstehende Politikfeld hin zu stellen und Beteiligungsgerechtigkeit inzufordern. Nicht alle Menschen können die Chancen der digitalen Gesellschaft gleichermaßen wahrnehmen. Die Allgegenwart des Netzes eröffnet neue Teilhabechancen, sie kann aber auch zum Ausschluss von Menschen führen, die nicht damit vertraut sind. Wir setzen uns deshalb für Beteiligungsgerechtigkeit im Netz ein. Sie zielt auf die Möglichkeit jeder und jedes Einzelnen, verantwortlich und wirkmächtig am gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben zu partizipieren. Wir wollen sorgsam Teilhabebeschränkungen wahrnehmen und bewerten, so dass die demokratischen Optionen, die das Internet birgt, auch faktische Wirkung für eine breite Bevölkerung entfalten können. Dabei sind gerade die Menschen einzubeziehen und zu befähigen, die aus unterschiedlichen Gründen keinen oder nur eingeschränkten Zugang zum Netz haben.

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„Wir hoffen auf eine Signalwirkung“

BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler zur neuen Handreichung des Erzbistums Freiburg zum Umgang mit Geschiedenen und Wiederverheirateten:

„Wir begrüßen die Freiburger Handreichung sehr. Sie fasst theologisch fundiert zusammen, was schon in vielen Pfarreien gelebte Realität ist: ein verantwortlicher Umgang mit Schuld und Scheitern, ein pastoral begleiteter Neuanfang und die Zusage der barmherzigen Nähe Gottes an Menschen, deren Biographie Brüche aufweist.

Wir hoffen auf eine Signalwirkung an andere Bistümer, damit auch dort die Kluft zwischen offiziellen Vorgaben und Praxis geschlossen wird. Wenn das, was Kirche sagt, mit der Lebenswirklichkeit der Gläubigen so gar nicht mehr zusammenpasst, wird sie nicht mehr gehört. Und die Gläubigen, deren Ehe gescheitert ist, können sich endlich mehr als „unter der Hand“ geduldet fühlen, wenn sie am Leben der Kirche teilnehmen. Ihre Gewissensentscheidung wird respektiert, nicht überstimmt. Dieser Aufbruch macht Mut und Hoffnung.“