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Novia Iguacu

Novia Iguacu

Morgens brachen wir auf nach Nova Iguacu. Die menschliche Not, die dort zu sehen und zu erleben war, ist bedrückend. Vor allem, wenn einem die Worte des heutigen Papstes nachklingen, dass es Menschen gibt, die wie Müll in der Gesellschaft sind – sie leben im Müll, und sie werden weggeworfen und spielen keine Rolle mehr. Sie sind nicht ausgeschlossen, dann würde sie ja noch jemand bemerken, aktiv mit ihnen umgehen. Nein, sie spielen in der Gesellschaft keine Rolle.

Wir besuchten ein Straßenkinderprojekt. Junge Mädchen, die auf der Straße leben und allenfalls noch als Sexobjekt dienen, finden ein zuhause, ein Zimmer, Anerkennung, Würde. Hier ist die Kirche mit ihrer Botschaft von Jesus Christus präsent und greifbar. Hier müssen wir sein,  an den Rändern der Gesellschaft.

Abends dann, zurück in Rio der Eröffnungsgottesdienst. Die Jugend der Welt feiert ihren Glauben und die Liebe Gottes, die in seinem Wort verkündet und in seinem Mahl zur Nahrung wird. Ein gigantischer Aufwand, faszinierende Lichttechnik, mitreißende Musik, junge Menschen, die im Sand der Copacabana, knien, stehen, beten, singen.

Mit den Erfahrungen vom morgen könnte es keinen größeren Gegensatz geben: Hier die Kirche, die sich den jungen Menschen in all ihrem Elend zuwendet, dort die Kirche, die den feiert, der sie zu diesem Tun gerufen hat.

Das ist Weltjugendtag! Glauben, feiern, Tat – vor allem aber die jungen Menschen, die dies alles erleben, was die Welt heute ausmacht und spürt, dass es an ihnen liegt, sich nicht mit diesen Gegensätzen zufrieden zu geben, sondern sich einzumischen und selbst zu handeln, damit diese Gegensätze überwunden werden!

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