Neues aus Rom

Papst Franziskus hat sein erstes Lehrschreiben „Licht des Glaubens“ veröffentlicht – und dies als Gemeinschaftsarbeit mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI. getan. Benedikt hatte die Enzyklika über den Glauben entworfen, die seine beiden vorherigen Enzykliken über die Liebe und über die Hoffnung ergänzt und zum Abschluss bringt. Zum ersten Mal hat nun ein Papst ein Lehrschreiben seines Vorgängers vollendet und veröffentlicht. In dieser Gemeinschaftsarbeit erkennt man die theologischen Grundlegungen Benedikts und das Anliegen des neuen Papstes, den Glauben in den Dienst der Gerechtigkeit, des Rechts und des Friedens zu stellen.

Fast zeitgleich kündigte Franziskus an, dass seine Vorgänger Johannes XXIII. und Johannes Paul II. in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen würden. Wir freuen uns sehr darüber, dass mit Johannes XXIII. der Konzilspapst nun heiliggesprochen wird – sein Programm des Aggiornamento, der Verheutigung des Glaubens, ist immer noch eine Aufgabe für uns. Und wir sehen in dieser Entscheidung auch das Pontifikat Johannes Pauls II. gewürdigt, der in einer Zeit großer weltweiter Umbrüche gerade die Jugendlichen für den Glauben begeistern konnte.

Nur wenige Tage später besuchte Franziskus dann die „Flüchtlingsinsel“ Lampedusa. Bilder von Menschen, die sich im Mittelmeer an den Netzen der Thunfischfänger festklammerten, hatten ihn nicht mehr losgelassen. Der Glaube, so Franziskus, muss die Grenzen zwischen Reich und Arm überwinden, die wir immer höher bauen, je mehr unser Wohlstand bedroht ist.

Diese Nachrichten sind jede für sich eine Ermutigung zum Engagement aus dem Glauben – zusammengenommen sind sie ein starkes Zeichen des Aufbruchs. Dieser Aufbruch geschieht nicht um seiner selbst willen, sondern er hat ein Ziel: aus dem Glauben heraus zu den Grenzen gehen. Franziskus zeigt in seiner Enzyklika, dass der Glaube ein Geschenk ist und zu Taten drängt. Er geht zu den Grenzen Europas und zu denjenigen, die unter Lebensgefahr versuchen, diese Grenzen zu überwinden. Er würdigt seine Vorgänger, lässt mit der offenen Zusammenarbeit mit dem emeritierten Papst alte Bilder vom Wesen des Papstes als Alleinherrscher hinter sich und zeigt zugleich neu, wer er als Papst sein will: Bischof von Rom und Diener des Glaubens.

In Einheit mit Papst Franziskus möchten auch wir unseren Glauben vertiefen und im Engagement bezeugen, und freuen uns umso mehr auf den Weltjugendtag.

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