Kathrin Jäger, BDKJ Paderborn, zum Dialogprozess der DBK

Kathrin Jäger, BDKJ Paderborn

Kathrin Jäger, 29, ist Diözesanvorsitzende des BDKJ Paderborn. Sie ist Mitglied im Vorstand des Diözesankomitees, der Vertretung der katholischen Laien auf Diözesanebene. Sie war Delegierte des Erzbistums auf den beiden Gesprächsveranstaltungen der Deutschen Bischofskonferenz in Mannheim und Hannover. Wir haben mit ihr über den Dialogprozess gesprochen.

Kathrin, heute morgen hast Du dich beim Rechenschaftsbericht des Bundesvorstands zum Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz sehr kritisch zu Wort gemeldet.

Kathrin: Kritisch nicht zum Prozess selbst! Ich finde es gut, dass wir in Deutschland einen solchen Prozess angestoßen haben. Fraglich ist für mich, wie er weitergeht, was mit den Themen passiert – und wo die Transparenz ist, damit wir auch zwischen den Veranstaltungen sehen, wie an den Themen gearbeitet wird.

Du warst als Vertreterin eines diözesanen Rates bei den Gesprächsveranstaltungen dabei. Wie hast Du die erlebt?

Kathrin: Auf den Treffen erlebe ich eine große Offenheit. Jedes Thema kann dort angesprochen werden, auch wenn es nicht genau zum eigentlichen Thema der Veranstaltung passt. Ich würde aber auch gerne sehen, wie an diesen Themen dann auch weitergearbeitet wird. Das ist, so nehme ich das jedenfalls war, bisher ausschließlich bei der Bischofskonferenz verortet. Der partnerschaftliche Dialog zwischen Priestern und Laien, zwischen Frauen und Männern auf den Veranstaltungen muss sich auch in der Weiterarbeit spiegeln.

Wie geht es in Paderborn mit dem Dialog weiter?

Kathrin: Wir treffen uns noch einmal in der Delegation, um die Ergebnisse zu sichern und zu bewerten. Im Juni gibt es hier im Bistum eine große Pastoralwerkstatt, bei der etwa 450 Leute an der Pastoral im Erzbistum arbeiten werden. Da werden wir einiges von dem einbringen, was wir in Mannheim und Hannover mitgenommen haben.

Was erwartest Du von dieser Pastoralwerkstatt?

Kathrin: Wir wollen klären, wie die Weitergabe des Glaubens aus Jugendsicht für die Zukunft gestaltet werden kann und welche Rahmenbedingungen es dafür braucht. Wo sich die gesellschaftlichen Rahmenbedigungen des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen ändern, da muß auch die Kirche in ihrer Verkündigung darauf eingehen, damit Kinder und Jugendliche überhaupt zur Kirche finden.

Hast Du schon eine Idee, was das konkret bedeuten kann?

Kathrin: Es muß viel mehr Partizipationsmöglichkeiten geben, nicht nur für Kinder und Jugendliche. In unseren Verbänden erleben wir, wie wir das Glaubensleben aktiv mitgestalten können. Das wünsche ich mir auch für die ganze Kirche. Das ist die Frage nach dem Verhältnis von Priestern und Laien, nach der Rolle von Frauen in der Kirche. Wichtig ist außerdem die Sprachfähigkeit der Vertreterinnen und Vertreter der Kirche: Wie müssen wir auftreten, damit wir als Kirche überhaupt noch wahrgenommen werden? Welche Sprache müssen wir sprechen, die Kinder und Jugendliche, aber auch Menschen außerhalb des inneren Zirkels anspricht?

Wirst Du im Herbst bei der nächsten Gesprächsveranstaltung wieder dabei sein?

Kathrin: Das kann ich noch gar nicht sagen, weil immer noch nicht klar ist, wer denn jetzt wie eingeladen wird. Wir hoffen, dass es von der Bischofskonferenz diesmal deutlich früher Informationen gibt. Wenn wir uns vorbereiten, möchten wir das auch gerne mit den Ehrenamtlichen in unseren Verbänden tun. Das braucht einfach länger.

Danke für das Gespräch!

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