13 – Türchen 12 im #BDKJ-Adventskalender #advent

von Martin Weber, Geistlicher Leiter der KjG Passau

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(Bild: Lawrence Alma-Tadema, »Faust and Marguerite«, 1857)

In Goethes »Faust« lässt sich die vielzitierte Gretchenfrage finden: »Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?« Diese Frage können und sollen wir uns immer wieder stellen: Wie sieht es mit meiner Religion bzw. mit meinem eigenen Glauben aus? Was ist für mich wichtig? Wie viel Vertrauen habe darin, dass Gott mein Schöpfer und Begleiter ist, dass er mich auch in den dunkelsten Stunden trägt?

Heute spielt die Zahl 13 eine Rolle im BDKJ-Adventskalender.

Auch in unserer Zeit gilt diese Zahl immer noch als Unglückszahl:

  • Freitag, der 13. – landläufig als Unglückstag betitelt.
  • In Hochhäusern gibt es oft kein Stockwerk, das mit dieser Zahl beziffert ist.
  • In Flugzeugen gibt es keine Sitzreihen mit der Zahl 13.
  • Sogar in der heutigen Bibelauslegung gibt es eine negative Bedeutung für die Zahl 13: Jesus und seine 12 Jünger feierten das letzte Abendmahl, also 13 Personen. Von dieser 13. Person – dem Judas – wurde Jesus verraten!

Doch reden wir hier noch von Glauben, oder vom Aberglauben? Können uns die Zahl 13, schwarze Katzen, die unseren Weg queren und zerbrochene Spiegel wirklich etwas anhaben?

Unser Glaube ist ein Geschenk von Gott an die Menschen. Wie wir damit umgehen, ist unsere Sache. Wir haben einen Glauben, der es uns nicht immer einfach macht: Von Feindesliebe, Respekt gegenüber Ausgestoßenen und Vernachlässigten, materieller Entsagung oder zumindest Einschränkung hat uns Jesus erzählt. Das sind bestimmt keine leichten Vorgaben – früher und heute schon gar nicht. Doch er hat uns auch von der Liebe Gottes erzählt, dem Geschenk des Lebens. Einer Natur die von Gott geschaffen wurde, damit wir sie gestalten. Dieser Glaube ist es, der uns trägt, der uns teilen hilft, der uns liebevoll, nachsichtig und kreativ macht. Gott ist es, der uns Kraft gibt.

Es gibt einen Glauben,
der trennt –
und einen, der zusammenführt.

Es gibt einen Glauben,
der fordert und richtet –
und einen, der hinweist und hilft.

Es gibt einen Glauben,
der Intoleranz fördert –
und einen, der zum Verständnis befreit.

Es gibt einen Glauben,
der alles zum Schicksal erklärt –
und einen, der Wege zur Hilfe zeigt.

Es gibt einen Glauben,
der mit dem Finger auf andere zeigt –
und einen, der eine offene Hand reicht.

Es gibt einen Glauben,
der die Fantasie anregt –
und einen, der einfallslos macht.

Es gibt einen Glauben,
in dem der Advent eine Zeit der Rastlosigkeit und eigenen Bedürfnisse ist –
und einen, der Advent als eine Zeit der Vorbereitung, der Ruhe, der Begegnung mit Gott sieht.

Es gibt einen Glauben,
der Weihnachten als Fest der Geschenke sieht –
und einen, der darin die Geburt des Erlösers erkennt.
Es gibt Glauben. Und es gibt Glauben. Entscheide!

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