Eine wahrhaft unveräußerliche Würde. Türchen 10 im Adventskalender #bdkj #advent

„So einen Unsinn habe ich noch nie gehört, drum habe ich mir das gemerkt!“, so einer meiner Lager-Logistik-Azubis, als ich ihm seine Probearbeit korrigiert zurückgab. Er wollte sich dafür rechtfertigen, dass er alle Fragen zur menschlichen Würde vollständig beantwortet hatte. „So einen Unsinn habe ich noch nie gehört …“, meinte er.

Dass er sich diese Inhalte gemerkt hatte, obwohl er sie offensichtlich für nicht realisierbar hielt, zeigte mir, dass er sich damit beschäftigt hatte. „Überall, wo Sie hinschauen, sehen Sie doch, dass das Unsinn ist“, legte er los: Beim Einkaufen wird man wie eine Nummer behandelt, in der Arbeit ist man der „Depp“ und in der Disco juckt meine Würde den Türsteher doch nicht!“ Er zählte noch mehrere Begebenheiten aus seinem Alltag auf, wo seinem Empfinden nach Respekt und Würde verletzt wurden.

Der heutige Tag der Menschenrechte erinnert daran, dass jeder Mensch ein natürliches Empfinden für seine Würde und unveräußerlichen Rechte in sich trägt und dass dies auch bei uns in Deutschland und im Jahr 2012 aktuell ist.

Für uns Christen hat die Bedeutung der menschlichen Würde noch eine tiefere Dimension. Sie wird nicht verliehen oder durch Verdienste erworben. Sie kann auch nicht aberkannt werden. Dass Gott in Jesus in schwierige Lebensverhältnisse hinein unser Bruder geworden ist, drückt aus, dass Er gerade da, wo unsere Würde verletzt wird, solidarisch ist und sich nicht zurückzieht.

Die Zusage Gottes in Jesus „Du bist mir ähnlich!“ macht unsere Würde – auch die jedes noch so verletzten Lager-Logistik-Azubis – wahrhaft unveräußerlich.

Text: Maria Schneider, Religionslehrerin an einer Berufsschule in Augsburg und stellvertretende Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Augsburg.

Quelle: http://www.adventsmomente.de/tage/10.html Der Adventskalender der bayerischen Bistümer

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