„Stadt, Rand, Schluss?!“ – Unser letzter, aber bewegendster Tag in der City of Joy

Das Ergreifendste kam zum Schluss: Zum Abschluss der EPA-Studienfahrt in Indien verbrachten wir einen Tag in den Projekten der Organisation Tiljala SHED. Unterstützt vom Bischöflichen Hilfswerk MISEREOR schafft Tiljala SHED Perspektiven für eine der marginalisiertesten Gruppen Kalkuttas: den Menschen, die vom und im Müll der Millionenstadt leben.

Zuerst waren wir zu Gast in einem frisch eröffneten Wohnheim für Jungen aus den Müllsammel-Slums. Im Haus von Tiljala SHED kommen die Jungen zum ersten Mal in ihrem Leben in den Genuss regelmäßiger Mahlzeiten, einem Bett, Zeit zum Lesen lernen und zum Spielen.

Tausende von Menschen in Kalkutta leben entlang der zum Himmel stinkenden Kanäle und der Bahngleise. In Hütten aus Plastiktüten und alten Säcken, ohne Toiletten, ohne Wasseranschluss oder medizinische Versorgung kämpfen Kinder, Erwachsene und alte Menschen ums Überleben. Oftmals, so erklärte uns Mohamed Alamgir, der Gründer von Tiljala SHED, wird Kindern dieser illegalen Behausungen eine Geburtsurkunde verweigert. Somit ist ihnen auch der Zugang zu Schulbildung verwehrt. Jugendliche, Erwachsene sowie oftmals auch die Kinder leben vom Müllsammeln, Mülltrennen und Recyclen. Tiljala SHED unterhält community centers in den Slums, in denen die Kinder lesen und lernen können, die Mütter Wissen über Gesundheit, Ernährung und Hygiene erhalten. Außerdem gründete Tiljala SHED eine Versammlung der Müllsammler, die die Preise für die wertvolle Recycle-Ware sicherstellt. Das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Tiljala SHED für die Ärmsten der Armen hat uns alle sehr beeindruckt. Die Bilder, Eindrücke und Gerüche werden uns noch lange beschäftigen.

Rafikqul, einer der Müllsammel-Kinder stand im Mittelpunkt der BDKJ/ MISEREOR-Jugendaktion 2012. Mehr zu seiner Geschichte findet ihr unter www.jugendaktion.de/rafikqul. Ein Kurzfilm über Tiljala SHED: http://www.misereor.de/aktionen/fastenaktion/projekte/kalkutta.html

Mit diesem Blog verabschieden wir uns aus dem kontrastreichen Indien. Wir kehren voller Eindrücke, mit vielen verschiedenen Perspektiven, mit unzähligen Fotos und Geschichten nach Deutschland zurück und werden diese sehr gerne mit Euch teilen!

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