Glück und Gauck für Dialog und Laienengagement; Lob für den #BDKJ. #kt12 /fxn

Programmatisch hörte der Katholikentag auf: Mit ZdK-Präsident Alois Glücks Abschlussworten beim großen Gottesdienst auf dem Ehrenhof des Mannheimer Schlosses, und für einen kleinen Kreis mit einer Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck beim Empfang des Erzbistums Freiburg anschließend in der Mensa.

Alois Glück fand genau die richtigen Worte vor den 20000 Leuten, die gemeinsam die Messe zum Abschluss gefeiert hatten. Immer wieder wurde seine Rede von Applaus unterbrochen: Gestärkt vom Katholikentag, gestärkt von der gemeinsamen Eucharistiefeier sind viele zum neuen Aufbruch bereit und wollen die Kirche voranbringen. Alois Glück tritt ein für einen echten Dialog:

Dieser Katholikentag war offen für alle Fragen, die uns in der Situation und der Entwicklung unserer Kirche bedrängen. Für uns sind Vertiefung des Glaubens und notwendige Veränderungen kein Gegensatz. Wir setzen auf den Dialog – und wir erwarten den Dialog und Ergebnisse. In der Freiheit des Geistes und des Wortes, und mit Respekt vor dem anderen Menschen und seinen Positionen, haben wir beraten, diskutiert und kontrovers debattiert. Diese Gesprächskultur sollte Maßstab werden für alle unsere kirchlichen Debatten.

Im besten Sinn konservativ mahnt Glück Anstand im Dialog an:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, das ist auch eine Selbstverpflichtung für den Umgang mit Menschen, die nicht der eigenen Herkunft oder Prägung entsprechen, etwa ausländischen Mitbürgern, oder etwa homosexuellen Menschen oder anderen Gruppen. Die Würde des Menschen ist für Christen auch die eindeutige Grenzziehung gegenüber rechtsradikalen und nationalkonservativen Gruppierungen, die vorgeben,  „christlichabendländische Werte“ zu verteidigen, und dabei Stimmung gegen Menschen machen.

(Das Manuskript der Rede ist beim Katholikentag online.)

Bereits Glück hatte den BDKJ aufgegriffen und das Bild der aufgeladenen Glaubens-Akkus aus der BDKJ-Bilanzpressemeldung zitiert. Auch der Bundespräsident erwähnte den BDKJ. Beim Bistumsempfang dankte Bundespräsident Gauck den engagierten Laien, die nicht nur ihre Kirche voranbringen, sondern auch aus ihrem Glauben heraus die Gesellschaft prägen. Dieses Lob gilt besonders auch den Jugendverbänden:

Deshalb  wünsche ich mir und uns sehr, dass der große Dienst der sogenannten Laienkatholiken an und in unserem Land weitergeht. In den Gemeinden und kirchlichen Gremien, aber auch darüber hinaus – in der Mitte unseres gesellschaftlichen und politischen Lebens. Ich wünsche mir sehr, dass aus der hervorragenden Jugendarbeit der Verbände im Bund der Deutschen Katholischen Jugend, aus den Pfadfindern, des Messdienern, der Landjugendbewegung immer wieder auch Menschen hervorgehen, die engagiert den Weg in die Politik gehen.

(Die Rede gibt es beim Bundespräsidialamt online, das Erzbistum Freiburg hat einen Audiomitschnitt, der sich besonders lohnt, da Gauck stark vom Manuskript abgewichen ist und kenntnisreich und bewegt über die Ökumene aus seiner protestantischen Sicht gesprochen hat.)

Glück und Gauck haben eindrucksvoll demonstriert, dass die Kirche sich nicht von der Welt abwenden darf. Es braucht engagierte Christinnen und Christen, die in die Politik gehen, die sich engagieren, die die Gesellschaft mitgestalten. Ein wunderbarer Abschluss eines großartigen Katholikentags.

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