Podium zu Jugendarmut: Nicht Not verwalten, sondern Öffentlichkeit für das Thema herstellen #kt12

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„Wenn die katholische Kirche nur mit Menschen arbeiten würde, die brav ihre Kirchensteuer zahlen und jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, hat sie ihren Auftrag verfehlt“, konstatiert Barbara Stange vom Jugendberufshilfe-Projekt „Förderband“ in Mannheim. Das sieht die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) genauso und hat im Rahmen des Katholikentags das Podium „Jung, ausgegrenzt – und trotzdem einen neuen Aufbruch wagen?“ organisiert. Fachleute aus Wissenschaft und Praxis formulierten Herausforderungen an Staat und Gesellschaft in Bezug auf Jugendarmut in Deutschland.

„Deutschland hat so ein ausgeklügeltes Sozialsystem – für nahezu jede Bedarfslage werden Maßnahmen geschneidert. Allein für die öffentliche Bewusstseinsarbeit hat der Staat kein Konzept“, kritisiert Prof. Andreas Lob-Hüdepohl von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB). Es dürfe nicht darum gehen, bloß die Not zu verwalten, sondern man müsse Ausgrenzung aktiv bekämpfen. Simon Rapp (Geschäftsführer der BAG KJS und BDKJ-Bundespräses) sieht es deshalb als eine wichtige Aufgabe der Kirche, Öffentlichkeit für das Thema Jugendarmut herzustellen und dafür zu sorgen, dass junge Menschen selbst ihre Bedürfnisse artikulieren können.

Die Situation von Armut bedrohter junger Menschen brachte Schwester Margareta Kühn vom Jugendprojekt „Manege“ eindrucksvoll in die Runde ein. Die Einrichtung in Berlin-Marzahn ist für junge Menschen da – vor allem für jene Menschen, die ihren Weg in Ausbildung oder Arbeit und somit auch oft ins Leben noch nicht richtig gefunden haben. „Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle – das ist einer der Grundsätze unserer Arbeit“,  sagt Schwester Margareta. „Bei Gott gibt es überhaupt keine Fälle – es gibt nur Menschen!“, wirft Prof. Lob-Hüdepohl ein. Schwester Margareta lächelt und nickt. Vielleicht wird dieser Grundsatz demnächst sprachlich noch etwas angepasst?!

T+B: Johanna Elsässer

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