Offene Gespräche über Militäreinsätze und Rolle von Soldatinnen und Soldaten in der Gesellschaft #kt12 #bdkj

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„Es kommt immer mal wieder vor, dass mir Leute den Mittelfinger zeigen – einige Kameraden von mir wurden auch schon auf offener Straße bespuckt“, erzählte Ingmar (21). Ingmar ist Hauptgefreiter der Marine und derzeit in Eckernförde stationiert. Er war der Einladung der „aktion kaserne“ (ak) zum Katholikentags-Podium „Von der Wehrpflicht zur Berufsarmee“ am Donnerstagnachmittag in der Mannheimer Popakademie gefolgt. Hier stand die Rolle von Soldatinnen und Soldaten in der Gesellschaft im Mittelpunkt.

Zu Gast waren Militärdekan Stephan van Dongen aus Erfurt, CDU-Politiker Markus Grübel MdB und Brigadegeneral Reinhard Kloss vom Bundesverteidigungsministerium. Als Methode für die Veranstaltung hatten ak-Sprecher Johann Christoph Doms und Geschäftsführer Stephan Dengel die Methode des „Worldcafé“ gewählt: In drei Gruppen gingen die drei Gäste ins Gespräch mit einem Stuhlkreis, nach je zwanzig Minuten wurde gewechselt, so dass es für alle Gelegenheit zum Austausch gab. „Ich fand’s super, mit solchen Leuten mal so offen zu sprechen – wann hat man dazu schon die Gelegenheit?“, meinte Ingmar.

Die fehlende öffentliche Diskussion bemängelte auch CDU-Politiker Markus Grübel, Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags: „Es kommt selten vor, dass ich zu Veranstaltungen wie dieser eingeladen werde – dabei braucht unsere Gesellschaft dringend die Debatte über friedensethische Fragen!“ Brigadegeneral Kloss versuchte in seinen Statements die  Notwendigkeit militärischer Interventionen zu verdeutlichen – etwa im Bereich der Nahungsmittellieferungen in von Milizen besetzen Gebieten in Ländern des Südens, wo die Arbeit von Hilfsorganisationen geschützt werden müsse. „Natürlich wünsche auch ich mir eine Welt ohne Militäreinsätze – aber ich weiß, dass es oft einfach nicht anders geht“, meinte Kloss. Van Dongen gab Einblicke in seine Arbeit als Militärdekan: „Wir dürfen die Soldatinnen und Soldaten in ihrer Situation nicht allein lassen“. Der teilweise umstrittene Lebenskundliche Unterricht (LKU) für die berufsethische Kompetenz dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden, mahnte er.

Katharina Norpoth von der Kolpingjugend war angetan von der Veranstaltung. „Die Gespräche haben mir gezeigt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit solchen Themen auch im Rahmen der Jugendverbandsarbeit ist“. Auch bei den Beratungen zum friedensethischen Beschluss der BDKJ-Hauptversammlung habe sich gezeigt, wie schwierig die Balance zwischen ethischen Grundsätzen und realistischer Sichtweise sei. Mehr Infos zu diesem Beschluss gibt es unter <a href="http://www.bdkj.de/bdkjde/der-bdkj/beschluesse/sicherheitspolitik.html.

http://www.bdkj.de/bdkjde/der-bdkj/beschluesse/sicherheitspolitik.html.</p>

Die  „aktion kaserne“ ist eine Initiative der Jugendverbände im BDKJ für junge Soldatinnen und Soldaten. Ihr Anliegen ist es, junge Soldatinnen und Soldaten zu unterstützen, über Möglichkeiten zur ehrenamtlichen Tätigkeit im Rahmen der Streitkräfte zu informieren, zu motivieren und auch weiterzubilden. Mehr Infos: http://www.bdkj.de/bdkjde/themen/aktion-kaserne.html

T + B: Johanna Elsässer

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