Podium ‚Die Route neu berechnen – Junge Wege in die Zukunft der Kirche‘ #kt12 #route #bdkj

 (Bilder BDKJ Freiburg / Dominik Schäfer)

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„Was Glauben ausmacht, dass muss jeweils ausegelotet werden“, sagt Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann. 

 

Moderiert von Currywurst-Erfinder Erik Flügge diskutierten Christa Nickels (Parlam. Staatssekretärin a.D.), Julia Niedermayer, Diözesanleitern der KjG Freiburg und Adam Strzoda (Vorsitzender AGV) mit Jugendbischof Karl-Heinz Wiesemann.

 

 

 

Gleich zu Beginn zeichnete sich eine Diskrepanz in der Wahrnehmung des Verhältnisses von Jugend(-verbänden) und den Kirchenleitungen ab. Wo die eine Seite finanzielle Unterstützung als den zentralen Ausdruck von Wertschätzung für geleistete und zu leistende Arbeit begreift, sieht die andere Seite darin lediglich ein „Loskaufen“ vom notwendigen Ausdruck der Wertschätzung für die Jugendverbandsarbeit in ganz anderer Weise. Julia Niedermayer bezeichnete die Diskrepanz in den Wahrnehmnungen als bedenkliche Entwicklung. 

 

Dialog heißt, dass beide Seiten reden und beide Seiten hören. 

Podium zu Erneuerbaren Energien und „LAND schafft KIRCHE“ – #kt12-Rückblick der #KLJB

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Umstieg auf 100 Prozent Erneuerbare Energien – so schnell wie möglich und auf jeden Fall vor 2050 – das forderte die KLJB bei ihrer Podiumsdiskussion beim Katholikentag in Mannheim. Der KLJB-Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner betonte, welches Potenzial in ländlichen Räumen steckt und plädierte für eine dezentrale Energieversorgung. Einen Kurzbericht über das Podium und eine Bilanz der übrigen KLJB-Aktionen unter dem Motto „LAND schafft KIRCHE“ auf dem Katholikentag findet Ihr unter http://kljb.org. /je

Foto: Cornelia Bodmann

 

Glück und Gauck für Dialog und Laienengagement; Lob für den #BDKJ. #kt12 /fxn

Programmatisch hörte der Katholikentag auf: Mit ZdK-Präsident Alois Glücks Abschlussworten beim großen Gottesdienst auf dem Ehrenhof des Mannheimer Schlosses, und für einen kleinen Kreis mit einer Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck beim Empfang des Erzbistums Freiburg anschließend in der Mensa.

Alois Glück fand genau die richtigen Worte vor den 20000 Leuten, die gemeinsam die Messe zum Abschluss gefeiert hatten. Immer wieder wurde seine Rede von Applaus unterbrochen: Gestärkt vom Katholikentag, gestärkt von der gemeinsamen Eucharistiefeier sind viele zum neuen Aufbruch bereit und wollen die Kirche voranbringen. Alois Glück tritt ein für einen echten Dialog:

Dieser Katholikentag war offen für alle Fragen, die uns in der Situation und der Entwicklung unserer Kirche bedrängen. Für uns sind Vertiefung des Glaubens und notwendige Veränderungen kein Gegensatz. Wir setzen auf den Dialog – und wir erwarten den Dialog und Ergebnisse. In der Freiheit des Geistes und des Wortes, und mit Respekt vor dem anderen Menschen und seinen Positionen, haben wir beraten, diskutiert und kontrovers debattiert. Diese Gesprächskultur sollte Maßstab werden für alle unsere kirchlichen Debatten.

Im besten Sinn konservativ mahnt Glück Anstand im Dialog an:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, das ist auch eine Selbstverpflichtung für den Umgang mit Menschen, die nicht der eigenen Herkunft oder Prägung entsprechen, etwa ausländischen Mitbürgern, oder etwa homosexuellen Menschen oder anderen Gruppen. Die Würde des Menschen ist für Christen auch die eindeutige Grenzziehung gegenüber rechtsradikalen und nationalkonservativen Gruppierungen, die vorgeben,  „christlichabendländische Werte“ zu verteidigen, und dabei Stimmung gegen Menschen machen.

(Das Manuskript der Rede ist beim Katholikentag online.)

Bereits Glück hatte den BDKJ aufgegriffen und das Bild der aufgeladenen Glaubens-Akkus aus der BDKJ-Bilanzpressemeldung zitiert. Auch der Bundespräsident erwähnte den BDKJ. Beim Bistumsempfang dankte Bundespräsident Gauck den engagierten Laien, die nicht nur ihre Kirche voranbringen, sondern auch aus ihrem Glauben heraus die Gesellschaft prägen. Dieses Lob gilt besonders auch den Jugendverbänden:

Deshalb  wünsche ich mir und uns sehr, dass der große Dienst der sogenannten Laienkatholiken an und in unserem Land weitergeht. In den Gemeinden und kirchlichen Gremien, aber auch darüber hinaus – in der Mitte unseres gesellschaftlichen und politischen Lebens. Ich wünsche mir sehr, dass aus der hervorragenden Jugendarbeit der Verbände im Bund der Deutschen Katholischen Jugend, aus den Pfadfindern, des Messdienern, der Landjugendbewegung immer wieder auch Menschen hervorgehen, die engagiert den Weg in die Politik gehen.

(Die Rede gibt es beim Bundespräsidialamt online, das Erzbistum Freiburg hat einen Audiomitschnitt, der sich besonders lohnt, da Gauck stark vom Manuskript abgewichen ist und kenntnisreich und bewegt über die Ökumene aus seiner protestantischen Sicht gesprochen hat.)

Glück und Gauck haben eindrucksvoll demonstriert, dass die Kirche sich nicht von der Welt abwenden darf. Es braucht engagierte Christinnen und Christen, die in die Politik gehen, die sich engagieren, die die Gesellschaft mitgestalten. Ein wunderbarer Abschluss eines großartigen Katholikentags.

Workshop Klima FairWandeln: Sozialökologisches #Sinus-Milieu at its best! #kt12

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Ein bisschen liest sich dieser BDKJ-Workshop wie ein Kapitel der aktuellen SINUS-Studie U18, und zwar dasjenige über die „sozialökologischen“ Jugendlichen (zur Erinnerung: „Die nachhaltigkeits- und gemeinwohlorientierten Jugendlichen mit sozialkritischer Grundhaltung und Offenheit für alternative Lebensentwürfe“). Rund zwanzig Jugendliche haben sich im Klassenzimmer der Friedrich-List-Schule eingefunden, um mehr über die Ursachen, den Entwicklungsstand und die Auswirkungen des Klimawandels zu erfahren.

Nach Sensibilisierung und wissenschaftlichen Hintergründen überlegt die Gruppe, wie sie zur Abmilderung des Klimawandels beitragen kann. Die Sorge um die Zukunft der Welt ist deutlich spürbar – aber immer wieder blitzen Optimismus und Tatendrang durch. Zum Beispiel beim „Klima-Tauziehen“. Referent Stoffel bekommt ein Seil um den Bauch geschlungen, und an beiden Seiten zieht jeweils eine Gruppe. Auf der einen Seite nennen die Teilnehmenden Verhaltensweisen, die den Klimawandel beschleunigen und ziehen bei jedem Statement ein Stück in ihre Richtung. Auf der anderen wird mit klimaschonenden Maßnahmen gegengesteuert. Stoffel ist hin- und hergerissen.

Die Ideen für den Klimaschutz reichen von mehr Fahrradfahren über den CO2-neutralen Mail-Provider bis hin zum kürzeren Duschen am Morgen. Mit Ökostrom, sparsamem Heizen im Gruppenraum, vegetarischem Kochen im Zeltlager, Bewusstseinsarbeit und vielen weiteren Aktionen wollen die Jugendlichen auch in der Verbandsarbeit Zeichen setzen. Die Teilnehmenden sind sich einig über die globale Ungerechtigkeit und die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen: „Ich bin leider erst 17, aber wenn ich wählen dürfte, würde ich auf jeden Fall die Grünen wählen“, sagt ein hochgewachsener junger Mann aus Norddeutschland. Auf vorbereiteten Formularen tragen die Teilnehmenden ihre persönlichen Klimaschutzziele für die kommenden Wochen ein. Die Zettel nehmen sie mit nach Hause.

Die ReferentInnen Ronja Thönnissen (21), Thomas Bopp (25) und Christoph Bauer (23) sind  ehemalige Freiwillige aus entwicklungspolitischen Auslandseinsätzen und engagieren sich in der Jugendaktion des BDKJ Rottenburg-Stuttgart. Im Jahr 2011/12 steht unter dem Motto „Klima FairWandeln“ der Klimawandel und die Aktivierung junger Menschen im Bistum im Mittelpunkt. Mehr Infos: <a href="http://www.bdkj.info/fachstellen/globales-lernen.

www.bdkj.info/fachstellen/globales-lernen.</p>

T+B: Johanna Elsässer

Farbe bekannt: #kt12-Schals öko-fair produziert

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Vielleicht erinnert die eine oder der andere sich noch an die Story vom ÖKT-Schal 2010. Beim Katholikentag hier in Mannheim gibt es statt orange ja rote Schals. Und dieses Farbe-Bekennen ist nicht die einzige Änderung. Aufmerksame Label-LeserInnen werden sicher schon die Herkunft des Schals entziffert haben: öko-fair in Indien produziert. Der Vertrieb der Schals erfolgte über das Label LamuLamu, eine Eigenmarke der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB). Das Frauen-Projekt „ASSISI Garnments“ in Südindien stellt die Stoffe her und arbeitet integrativ, mit 100 Prozent Bio-Baumwolle …und natürlich rundum fair! Zwischenarbeitsschritte (Spinnen, Wirken/Weben und Färben) werden in Kooperation mit ASSISI in Kleinbetrieben in der Umgebung durchgeführt. Die Weiterverarbeitung der Stoffe (etwa Zuschneiden und Vernähen) erfolgt in projekteigenen Textilwerkstätten.

T+B: Johanna Elsässer

Podium zu Jugendarmut: Nicht Not verwalten, sondern Öffentlichkeit für das Thema herstellen #kt12

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„Wenn die katholische Kirche nur mit Menschen arbeiten würde, die brav ihre Kirchensteuer zahlen und jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, hat sie ihren Auftrag verfehlt“, konstatiert Barbara Stange vom Jugendberufshilfe-Projekt „Förderband“ in Mannheim. Das sieht die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS) genauso und hat im Rahmen des Katholikentags das Podium „Jung, ausgegrenzt – und trotzdem einen neuen Aufbruch wagen?“ organisiert. Fachleute aus Wissenschaft und Praxis formulierten Herausforderungen an Staat und Gesellschaft in Bezug auf Jugendarmut in Deutschland.

„Deutschland hat so ein ausgeklügeltes Sozialsystem – für nahezu jede Bedarfslage werden Maßnahmen geschneidert. Allein für die öffentliche Bewusstseinsarbeit hat der Staat kein Konzept“, kritisiert Prof. Andreas Lob-Hüdepohl von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB). Es dürfe nicht darum gehen, bloß die Not zu verwalten, sondern man müsse Ausgrenzung aktiv bekämpfen. Simon Rapp (Geschäftsführer der BAG KJS und BDKJ-Bundespräses) sieht es deshalb als eine wichtige Aufgabe der Kirche, Öffentlichkeit für das Thema Jugendarmut herzustellen und dafür zu sorgen, dass junge Menschen selbst ihre Bedürfnisse artikulieren können.

Die Situation von Armut bedrohter junger Menschen brachte Schwester Margareta Kühn vom Jugendprojekt „Manege“ eindrucksvoll in die Runde ein. Die Einrichtung in Berlin-Marzahn ist für junge Menschen da – vor allem für jene Menschen, die ihren Weg in Ausbildung oder Arbeit und somit auch oft ins Leben noch nicht richtig gefunden haben. „Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle – das ist einer der Grundsätze unserer Arbeit“,  sagt Schwester Margareta. „Bei Gott gibt es überhaupt keine Fälle – es gibt nur Menschen!“, wirft Prof. Lob-Hüdepohl ein. Schwester Margareta lächelt und nickt. Vielleicht wird dieser Grundsatz demnächst sprachlich noch etwas angepasst?!

T+B: Johanna Elsässer

Prominenz trifft Verband: Empfang des BDKJ-Bundesvorstandes beim Katholikentag #kt12

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Drei, zwei, eins – und dann flogen 50 „Mich-schickt-der-Himmel-Luftballons“ in den sonnigen Himmel über Mannheim. Zum Empfang des BDKJ-Bundesvorstandes auf der Katholikentagsmeile kamen nicht nur JugendverbandlerInnen sondern auch ein wenig Prominenz.
Allen voran Jugendbischof Wiesemann, der in einer kleinen Ansprachen den Jugendverbänden für ihre Arbeit dankte. Mit dabei waren unter anderem Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück), Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Peter Bleser (Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Josef Winkler (Kirchenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag) und natürlich die Vertreterinnen und Vertreter aus den BDKJ-Mitgliedsverbänden, Diözesanverbänden und Landesstellen.

Text: Michael Kreuzfelder Bilder: Christian Schnaubelt (www.kommwirt.de)