Rechte Gewalt: hinsehen, verfolgen, verhindern. BDKJ warnt vor Verharmlsoung

2011-11-23_rechts

Berlin, 23. November. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) warnt vor einer weiteren Verharmlosung rechtsextremer Gewalt in Deutschland. „Dass bei uns Menschen von Rechtsextremen gejagt, verletzt und getötet werden haben Staat und Politik zu lange übersehen und konsequent verharmlost“, so BDKJ-Bundesvorsitzende Ursula Fehling am Mittwoch in Berlin. „Es muss Schluss sein mit dem unerträglichen Wegsehen. Staatliche Behörden müssen konsequenter verfolgen, bestrafen und vor allem: helfen, zu verhindern.“

Der BDKJ begrüßt die fraktionsübergreifende Erklärung des Deutschen Bundestags. Nun müsse die Umsetzung folgen: „Präventionsprojekte müssen ausgeweitet und nicht gekürzt werden. Angebote gegen extremistische Gewalt brauchen eine langfristige und sichere Förderung“, erläutert Fehling. Jugendverbandsarbeit und kirchliche Jugendarbeit mache junge Menschen stark gegen Gewalt und extremistisches Gedankengut.

Dieses sei ein gesamt-gesellschaftliches Problem: „Menschenfeindliche Einstellungen gibt es auch in der Mitte unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, diesen in breiten Bündnissen entgegenzutreten“, so Fehling. „Die Morde der Rechtsextremen aus Zwickau sind schrecklich. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer. Gerade deswegen dürfen wir die Augen nicht davor verschließen, dass die Vorfälle nur die Spitze des Eisberges sind“, betont Fehling. Unterschätzt werde die Rolle weiblicher Neonazis. Der aktuelle Fall zeige: „Rechtsextreme sind nicht mehr nur Männer in Bomberjacken und Springerstiefeln. Frauen übernehmen eine tragende Rolle.“

Besonders Kinder und Jugendlichen würden in perspektivlosen Situationen von rechtsextremen Angeboten angesprochen. „Wo gute Angebote fehlen, nutzen rechtsextreme Gruppen das Vakuum“, so Fehling, die dabei beispielsweise auf strukturschwache Regionen im Osten verweist. Mehr Vertrauen in Demokratie und die sozialen Sicherungssysteme sei die beste Möglichkeit, Extremismus vorzubeugen.

Auch in Teilen der katholischen Kirche gebe es Fremdenfeindlichkeit. „Aber: Die christliche Botschaft und der gesellschaftliche Konsens über die Menschenrechte sind mit Rechtsextremismus unvereinbar. Menschenverachtung hat bei uns keinen Platz“, stellt Fehling klar. Politische Bildungsarbeit und Sensibilisierung von Leiterinnen und Leitern gehöre in den katholischen Jugendverbänden zum Standard. „Wir setzen uns für Demokratie, Toleranz und Vielfalt ein und handeln aus christlicher Überzeugung gegen Rechtsextremismus.“

Auch die Evangelische Jugend in Deutschland hat dazu eine Stellungnahme veröffentlicht. Diese findet Ihr hier: http://evangelische-jugend.de/News-Single.44.0.html?&cHash=248150777b5f590b85819d31cbd80d4d&tx_ttnews[tt_news]=590

/mik

 

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