Ist Konsumtherapie möglich?

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EPA-Studienkonferenz vom 28. bis 30. Oktober in Berlin: Die Sonne strahlt, es ist ein wunderschöner Herbsttag, doch dreißig Engagierte aus Diözesan- und Mitgliedsverbänden und befreundeten Organisationen verlassen kaum den Sitzungsraum. Sie zerbrechen sich den Kopf, wie man kirchliche und öffentliche EinkäuferInnen dazu bringen könnte, auf soziale und ökologische Kriterien zu achten.
 

Die Einkaufsmacht von Kirche und Politik ist enorm: Vom Fuhrpark bis zur Stromversorgung, Kaffee bis Kopierer kaufen sie täglich für riesige Summen ein. Dass es ein Gebot der Glaubwürdigkeit sein sollte, diesen Konsum möglichst verantwortungsvoll und nachhaltig zu gestalten, ist bei Weitem noch nicht bei allen BeschafferInnen angekommen. Je drei VertreterInnen aus Politik und Kirche stellten sich bei der diesjährigen Studienkonferenz des Entwicklungspolitischen Arbeitskreis (EPA) offen und entschlossen einem Praxis-Check.
 
Für die kirchliche Beschaffung diskutierten Brigitte Binder (Zukunft Einkaufen/ EED), Rainer Gritzka (Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen Deutschland) und Julia Felske (Referat Umwelt und Entwicklung, ZdK); für die öffentliche Beschaffung: Klaus-Peter Tiedtke (Direktor des Beschaffungsamtes des Innenministeriums), Thomas Jablonski (Verwaltungsmanagment Freie Hansestadt Bremen) und Volkmar Lübke (CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung). Im Mittelpunkt standen zahlreiche positive Beispiele, die zeigen, dass kritischer Konsum auch in Verwaltung, bei Großaufträgen oder bei Veranstaltungen möglich ist. Der Umweltbereich ist dabei klar im Vorsprung. Soziale Kriterien nachzuhalten ist dagegen deutlich mühsamer und schwieriger. Fachleute und Teilnehmende waren sich einig, dass es dicke Bretter zu bohren gilt, dass es sich aber auch lohnt, mit dem Bohren anzufangen.
 

Über die inhaltliche Diskussion hinaus wurden Aktionsideen gesponnen, Ideen und Vorschläge, die in die Kampagne zu öko-fairer Beschaffung fließen werden. Denn eines wurde deutlich: Wir müssen selbst Vorbild sein und können vor allem dann Veränderungen von Kirche und Politik fordern, wenn wir selbst konsequente Schritte hin zu mehr ökologischer und sozialer Verantwortung einleiten.
 
Inputs, Diskussionen und Ergebnisse werden in einer Dokumentation festgehalten, die in Kürze unter www.kritischerkonsum.de zu finden sein wird.
 
Susanne Rauh
Referentin für Entwicklungsfragen an der BDKJ-Bundesstelle
Kontakt: rauh@bdkj.de
 

Ursula Fehling zur DBJR-Vorsitzenden gewählt

Der Jugend eine politische Stimme geben

Ursula Fehling trägt jetzt auch als Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings die Anliegen junger Menschen in die Politik.

Ludwigshafen, 29. Oktober. Ursula Fehling ist neue Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR). Eine große Mehrheit der DBJR-Vollversammlung wählte die 29-Jährige am Samstag in Ludwigshafen neben Sven Frye (SJD – Die Falken) für zwei Jahre in die neue Doppelspitze. Der Vorsitz ist ehrenamtlich, Fehling bleibt gleichzeitig BDKJ-Bundesvorsitzende.

Im Deutschen Bundesjugendring sind 30 Jugendverbände – darunter auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – und 16 Landesjugendringe organisiert. Die Mitgliedsorganisationen bilden ein breites Spektrum jugendlichen Engagements ab: konfessionelle, ökologische und kulturelle Verbände sind hier ebenso zusammengeschlossen wie Arbeiterjugend-Verbände, humanitär geprägte Verbände, Pfadfinder/-innen und Verbände junger Migrantinnen und Migranten.

„Wir verstehen uns als legitimierte Interessensvertretung von jungen Menschen. Wir sind Expertinnen und Experten für Jugendpolitik. Und deshalb werden wir unsere Anliegen weiter in die Entwicklung der Eigenständigen Jugendpolitik der Bundesregierung einbringen“, kündigt Fehling bei ihrer Wahl an. Gleichzeitig raube das Bildungssystem jungen Menschen immer mehr Freiräume, die sie für eine eigenständige Persönlichkeitsentwicklung brauchen. „Das ist auch die Zeit, die sie gerne in Jugendverbänden investieren möchten. Auch hierfür lohnt es sich, weiter zu kämpfen“, so Fehling. Zudem werde sie sich als DBJR-Vorsitzende für eine finanzielle Absicherung der Jugendverbandsarbeit einsetzen. Die gebürtige Pforzheimerin und studierte Soziologin lebt in Berlin und ist seit 2009 BDKJ-Bundesvorsitzende.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Weitere Infos gibt es unter www.dbjr.de und www.bdkj.de.

Pressekontakt:

Michael Kreuzfelder • mkreuzfelder@bdkj.de

fon 0211 . 46 93-155 • mobil 01 76 . 17 95 60 99

Herausgeber:

BDKJ-Bundesstelle • Referat für Öffentlichkeitsarbeit

Postfach 32 05 20 • 40420 Düsseldorf

EPA-Studienkonferenz in Berlin

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Die öffentliche Hand als Vorreiterin in Sachen Kritischer Konsum? Soziale und ökologische Kriterien stehen beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen viel zu oft an zweiter oder dritter Stelle. Auch in kirchlichen Einrichtungen. Heute Abend startet der Entwicklungspolitische Arbeitskreis (EPA) zu diesem Thema eine Studienkonferenz in Berlin. Die Veranstaltung unter dem Titel „Gerechtigkeit FAIRlangen“ rüstete die Teilnehmenden mit dem notwendigen Hintergrundwissen aus und informiert über die Möglichkeiten der ökofairen Beschaffung. Darüber hinaus will die Gruppe kreativ werden und gemeinsam Aktionen entwickeln. Wir sind gespannt! Programm-Datails als PDF (230KB): http://bit.ly/pCo32l  // je

Studium muss gerechter, freier und flexibler werden! BDKJ kritisiert mangelnde Ausstattung und fehlenden Willen, Bologna umzusetzen.

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Berlin, 14. Oktober. Übervolle Hörsäle, genervte Studierende: So sieht der Semesterbeginn an den Unis in diesen Tagen aus. „Die allermeisten Hochschulen sind auf die doppelten Abiturjahrgänge und das Ende der Wehrpflicht nicht ausreichend vorbereitet“, kritisiert Ursula Fehling, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Für ein gutes Studium müssen die Unis finanziell, personell und räumlich besser ausgestattet werden.“

„Freier, gerechter, flexibler“, so stellen sich die katholischen Jugendverbände das Studium in Deutschland vor. Unter dem Titel „Hochschulreform muss weiter gehen!“ bekennt sich der BDKJ in einem aktuellen Beschluss zur Studienreform von Bologna. Fehling: „Die Umsetzung des Bologna-Prozesses muss aber überdacht werden. Wir brauchen mehr Masterplatz­kapazitäten und eine Flexibilisierung der Studiengänge. Bologna ja, aber nicht so!“

Es muss noch Zeit für’s Ehrenamt bleiben

Hinzu komme, dass eines der zentralen Ziele der Bologna-Reform – die Förderung der Mobilität und die Vergleichbarkeit im europäischen Hochschulraum – immer noch in weiter Ferne liege. „Es kann nicht sein, dass in Frankreich erworbene Studienleistungen in Deutschland immer noch nicht anerkannt werden und Studierende Seminare wiederholen müssen“, erläutert Fehling.

Im Sinne eines umfassenden Bildungsbegriffs fordert der BDKJ darüber hinaus mehr Platz für ehrenamtliches Engagement. Bedingt durch die enorme Arbeitsbelastung beenden viele Studierende ihr ehrenamtliches Engagement außerhalb der Hochschule mit Studienbeginn oder nehmen gar nicht erst ein Ehrenamt an. Ursula Fehling: „Für den BDKJ ist ehrenamtliches Engagement das wesentliche Element. Auch Studierende in Bachelor-Studiengängen müssen Zeit und Energie dafür aufwenden können.“

Der BDKJ fordert zudem mehr studentische Mitbestimmung. „Entscheidungen, die vor allem Studierende betreffen, müssen auch von ihnen mit getroffen werden. Wir fordern eine Akzeptanz Studierender als gleichberechtigte Mitglieder der Hochschulen. Sie dürfen nicht nur wie deren Kundinnen und Kunden behandelt werden“, so Fehling.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Weitere Infos und den Beschlusstext gibt es unter www.bdkj.de.