Meine Papstbegenung

– subjektiver Bericht –

Ich hab mich gefreut, Papst Benedikt heute im Freiburger Priesterseminar zusammen mit der ZdK Delegation begegnen zu dürfen. Darin sehe ich auch eine Wertschätzung der vielfältigen Verbände, Hilfswerke, geistlichen Gemeinschaften usw, die sich im ZdK versammeln. Das tat gut!

Zuvor hab ich gemerkt, mit wie viel Leidenschaft und Kreativität Jugendverbandsarbeit Kirche und Glauben gestalten kann und will. Die KjG mit ihre Aktion DEMOKRATISCH. AMEN. Sie sind mit PilgerInnen und kirchenfernen Menschen ins Gespräch gekommen und haben Kirche präsent gehalten.

 

Papst Benedikt hat die Begegnung mit dem ZdK genutzt, um deutlich zu machen das es aus seiner Sicht, eine Neuevangelisierung auch innerhalb der Strukturen der Kirche in Deutschland braucht:

„Lassen Sie mich hier einen Punkt der spezifischen Situation in Deutschland ansprechen. In Deutschland ist die Kirche bestens organisiert. Aber steht hinter den Strukturen auch die entsprechende geistige Kraft – Kraft des Glaubens an einen lebendigen Gott? Ehrlicherweise müssen wir doch sagen, daß es bei uns einen Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist gibt. Ich füge hinzu: Die eigentliche Krise der Kirche in der westlichen Welt ist eine Krise des Glaubens.“

 

Jetzt lesen viele darin, eine starke Kritik an den sog. „Verbandskatholizismus“ in Deutschland. Zugeben, mir drängt sich dieser Eindruck auch auf. Vor allem, da Papst Benedikt eben genau diese als Auditorium für seine Kritik gewählt hat. Er hätte dies ja auch vor der Bischofskonferenz sagen können. Man muss allerdings wahrnehmen, Verbände hat er nicht direkt erwähnt. Sie waren nur eben seine HörerInnenschaft.

Nur, trifft diese Kritik, in ihrer Allgemeinheit nicht zu. Was zum Beispiel schaffen denn diese (ach so Gottlosen Strukturen) für den Glauben und die Kirche in Deutschland? Ich erinnere (nur für die Jugend(verbands)arbeit) an die wöchentlichen Gruppenstunden, an die Ausbildung zu GruppenleiterInnen, an die Ausbildung zu geistlichen VerbandsleiterInnen, an die Ferienfreizeiten, an die Ministerantenwallfahrt, an die politische Vertretung von Kirche auf allen staatlichen Ebenen, an die WJT Fahrten, an so eine tolle Vigilfeier wie heute Abend und zu guter letzt an die 72h Stunden Aktion(en). Dies alles wäre ohne die „Strukturen“ nicht möglich. Sie sind Leitplanken für unser Handeln aus dem Glauben heraus!

 

Eins ist klar, Struktur darf kein Selbstzweck sein, sie muss IMMER Mittel zum Zweck sein. Sie muss sich überprüfen lassen. Das Wort und die Tat müssen im Mittelpunkt stehen.


Ich weiß, durch zahlreiche Gespräche, das sich die Jugendverbände gewünscht hätten, dass es einen differenzierten Blick gegeben hätte. Von allen Seiten bekommt z.B. die Jugendverbandsarbeit Lob, zuletzt u.a. Erzbischof Zollitsch und Bundespräsident Wulff. Klar ist, Papst Benedikt muß Wächter und Mahner für den Glauben sein. Aber wer z.B. die Vigil heute Abend erlebt hat, die Katholikentage erlebt, der kann doch keinen Zweifel haben, dass Gott immer im Mittelpunkt und die Verkündigung der Botschaft Jesu im Mittelpunkt steht.

 

(Die ganze Ansprache Papst Benedikts findet ihr hier: http://www.papst-in-deutschland.de/fileadmin/redaktion/microsites/Papstbesuch/Tagebuch/Reden_Papst/DT_24092011_SH_13_ZDK_FB.pdf)

 

Dirk Tänzler

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