Er ist weg.

Sonntag Abend in Freiburg. Die Straßensperren werden abgebaut, die Straßenbahnen fahren wieder, eine Stadt im Ausnahmezustand bewegt sich zurück in die Normalität. Wie lange die katholische Kirche brauchen wird, um dorthin zurück zu kehren, und worin die Normalität für sie bestehen wird, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

Ein Wechselbad der Gefühle waren für viele, mit denen ich gesprochen habe, die letzten Tage. Hat Papst Benedikt XVI im Bundestag durch seine kluge Rede imponiert und in der sehr gelungenen Vigilfeier mit seiner Ansprache die Jugendlichen begeistert, so hat er andernorts enttäuscht oder Ratlosigkeit hinterlassen. So auch bei seiner Rede im Konzerthaus in Freiburg.

Dem Dirigenten des kleinen Ensembles folgte Papst Benedikt mit äußerster Konzentration. Als er nach dem Stück dann zu ihm eilte, um ihm zu danken, wäre er bei seinem letzten Auftritt auf deutschem Boden beinahe gefallen. Inhaltliche Stolperfallen hat er hingegen eher uns Zuhörer/innen gestellt. Im Anschluss entbrannte bei Sekt und Wein an vielen Tischen eine intensive Debatte, wen der Papst nun in erster Linie angesprochen hätte, Bischöfe oder Laien? Und was genau meint er mit ‚Entweltlichung‘ und Verzicht der Kirche auf materielle und politische Macht?

Die Tatsache, dass nicht etwa ein engagierter Kirchenkritiker dies vorgetragen hatte, sondern das Oberhaupt unserer Kirche selbst, sorgte für Verwirrung. Zu gerne hätte ich ihm zwei, drei Fragen gestellt, um wirklich zu verstehen, was er meint. So bleibt mir, die Kommentare der Zeitungen zu studieren, mit anderen zu diskutieren, und natürlich meine Fragen an den zu richten, den der Stellvertreter vertritt: Christus.

Sag's weiter!

Ein Gedanke zu „Er ist weg.

  1. Für mich ist nicht lange zu überlegen, wie der Papst das gemeint hat. Ich haben 4 Stunden auf den Papst gewartet und das ganze Vorpramm über mich ergehen lassen. In diesen 4 Stunden habe ich mehrfach gedacht, dass die Kirchensteuer abgeschafft gehört. Ihr schreibt auf euer T-Shirt demokratisch, aber demokratisch hätte bedeutet, dass sich alle in der Jugendarbeit engagierten am Programm beteiligen dürfen. So seht ihr das scheinbar nicht. Ihr habt Euer Ding da gnadenlos durchgezogen. Kein Gebet, kein einziges Mal die Rede von Gott, geschweige denn vom Papst. Ich bin immer noch erschüttert.

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