Im Dialog mit der Piusbruderschaft

Heute machte ich mich auf zu der Katechese des Essener Bischofs Overbeck – mal ein „Heimspiel“, schließlich komme ich ja aus dem Ruhrbistum. Viele bekannte und vertraute Gesichter – schön! Kurz vor der Katechese kamen ca. 40 Jugendliche in die Kirche u.a. mit Totus-Tuus-Fahnen und nahmen die vorderen Plätze ein, für mich schon ein ungewohntes Bild. Aber gut. Nach der Katechese – es ging um Vorbilder im Glauben – war Pause und ich freute mich auf einen Plausch mit meinen Bekannten. Zu früh gefreut, mutige, junge Menschen von denen, die direkt zuvor direkt nach vorne marschiert waren, kamen auf mich zu und baten mich um ein Gespräch. Richtig so, dachte ich mir noch. Es stellte sich früh heraus, dass es Jugendliche aus der Jugendbewegung der Piusbruderschaft sind. Sie brachten die Kritik vor, die ich von Konservativen häufiger hören: Wen vertritt der BDKJ eigentlich?, wir sollen mehr beten, unsere Anfragen würden die Kirche zerstören, wenn wir Problem hätte müssten wir sie nach dem Kirchenrecht hinter verschlossenen Türen mit dem Lehramt klären und auf das Lehramt hören und und und… Hinter den Jugendlichen versammelten sich Erwachsene, die das Gespräch mitschrieben. Erst als ich sie direkt ansprach, bestätigte sich, dass auch sie zum Umkreis der so genannten Piusbruderschaft gehören und die Jugendlichen offensichtlich vorgeschickt hatten. Schade, ich war doch offen und bereit zum Gespräch? Warum müssen Jugendliche vorgeschickt werden, (lassen sie sich vorschicken), warum nicht der direkte Weg? Ich will Dialog – auch wenn ich heute wieder mal gespürt habe, dass er wirklich anstrengend sein kann – ich will mich anfragen lassen, jede dieser Fragen fordert mich meine Position zu erklären, dass ist wichtig und richtig. Ich will Dialog aber offen, ehrlich und mit gegenseitigem Respekt führen und dann gerne direkt und unverblümt. Mich regen diese Diskussionen an, bringen mich zum Nachdenken – ich hoffe, dass dies meinen Diskustanten ähnlich geht. Dialog ist eben nicht einfach. Aber es lohnt sich immer, ihn zu führen.

Dirk Tänzler, BDKJ-Bundesvorsitzender

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