Einfach beeindruckend, der Kreuzweg

Heute Morgen geht mir immer noch der Jugendkreuzweg von gestern Abend durch den Kopf. Ich saß mit tausenden junger Christinnen und Christen in der Calle de Alcalá vor der Leinwand und habe dort den Weg des Kreuzes verfolgt. Traditionelle spanische Darstellungen visualisierten das Geschehen, das in den Texten vorgetragen wurde. Und jede Station hatte einen Bezug zur Lebenswelt junger Menschen. Seien es die behinderten und ausgegrenzten, die arbeitslosen oder von Katastrophen und Unruhen Geplagten, alles fand seinen Ausdruck und wurde im stillen Geben vor Gott getragen. Das Weltjugendtagskreuz, das schon an vielen Orten dieser Welt aufgestellt wurde und zum Gebet einlud stand auch hier im Mittelpunkt und wurde von unterschiedlichen Gruppen getragen. Großen Respekt hatte ich dabei vor den jungen Menschen, die ihre Drogensucht überwunden haben, die arbeitslos sind, die sich von der Gesellschaft verlassen und ausgegrenzt fühlten oder wegen ihres Glaubens in ihrer Heimat verfolgt werden: Sie alle trugen das Kreuz von einer Station zur anderen, gaben den Themen ein Gesicht und verhalfen mir, diese Lebenssituationen wirklich im Gebet mitzutragen. Im Mittelpunkt dieser Feier standen die jungen Menschen und ihre Lebensrealität, der Kreuzweg Christi und das gemeinsame Gebet. Papst Benedikt fasste alles am Ende in wenigen Worten und in einem Gebet zusammen.

Beeindruckt hat mich auch die Stille und die Andacht um mich herum. Sogar die wummernden Bässe aus einer benachbarten Kneipe wurden bald abgestellt, um diesem Geschehen seinen Raum zu lassen. Für mich war das bisher einer der Höhepunkte dieser Tage

Im Dialog mit der Piusbruderschaft

Heute machte ich mich auf zu der Katechese des Essener Bischofs Overbeck – mal ein „Heimspiel“, schließlich komme ich ja aus dem Ruhrbistum. Viele bekannte und vertraute Gesichter – schön! Kurz vor der Katechese kamen ca. 40 Jugendliche in die Kirche u.a. mit Totus-Tuus-Fahnen und nahmen die vorderen Plätze ein, für mich schon ein ungewohntes Bild. Aber gut. Nach der Katechese – es ging um Vorbilder im Glauben – war Pause und ich freute mich auf einen Plausch mit meinen Bekannten. Zu früh gefreut, mutige, junge Menschen von denen, die direkt zuvor direkt nach vorne marschiert waren, kamen auf mich zu und baten mich um ein Gespräch. Richtig so, dachte ich mir noch. Es stellte sich früh heraus, dass es Jugendliche aus der Jugendbewegung der Piusbruderschaft sind. Sie brachten die Kritik vor, die ich von Konservativen häufiger hören: Wen vertritt der BDKJ eigentlich?, wir sollen mehr beten, unsere Anfragen würden die Kirche zerstören, wenn wir Problem hätte müssten wir sie nach dem Kirchenrecht hinter verschlossenen Türen mit dem Lehramt klären und auf das Lehramt hören und und und… Hinter den Jugendlichen versammelten sich Erwachsene, die das Gespräch mitschrieben. Erst als ich sie direkt ansprach, bestätigte sich, dass auch sie zum Umkreis der so genannten Piusbruderschaft gehören und die Jugendlichen offensichtlich vorgeschickt hatten. Schade, ich war doch offen und bereit zum Gespräch? Warum müssen Jugendliche vorgeschickt werden, (lassen sie sich vorschicken), warum nicht der direkte Weg? Ich will Dialog – auch wenn ich heute wieder mal gespürt habe, dass er wirklich anstrengend sein kann – ich will mich anfragen lassen, jede dieser Fragen fordert mich meine Position zu erklären, dass ist wichtig und richtig. Ich will Dialog aber offen, ehrlich und mit gegenseitigem Respekt führen und dann gerne direkt und unverblümt. Mich regen diese Diskussionen an, bringen mich zum Nachdenken – ich hoffe, dass dies meinen Diskustanten ähnlich geht. Dialog ist eben nicht einfach. Aber es lohnt sich immer, ihn zu führen.

Dirk Tänzler, BDKJ-Bundesvorsitzender

Glauben stärken für eine gerechte Welt – Empfang für die WJT-Verantwortlichen aus ganz Deutschland

Es hatte sich noch nicht ganz abgekühlt, als sich der lauschige Innenhof der Deutschen Evangelischen Gemeinde im Herzen Madrids mit fröhlichen Stimmen füllte. Ganz untypisch für die internationalen Tage in Madrid sprachen sie hier alle die gleiche Sprache: Deutsch. Denn auf Einladung des BDKJ-Bundesvorstandes und der Leitung der afj kamen hier 120 Verantwortliche für den Weltjugendtag aus der ganzen Bundesrepublik zusammen: Bischöfe, BDKJ-Vorstände, Leitungen aus den bischöflichen Jugendämter, Ehren- und Hauptamtliche aus den diözesanen WJT-Gruppen. Mit dabei Verteter der Deutschen Bischofskonferenz, eine Vertretung der Bundesregierung aus der Deutschen Botschaft in Spanien, VertreterInnen aus den katholischen Hilfswerken und dem Katholischen Militärbischofsamt und die Gastgeber der Deutschen Evangelischen Gemeinde.
 
Und während die in einer Vesper Gott dankten und Kraft für die weiteren Tage tankten, protestierten keine drei Kilometer weiter Tausende gegen den Weltjugendtag. „Die Proteste sind auch ein Zeichen dafür, dass die Welt für zu viele junge Menschen – so wie sie jetzt ist – keinen Hoffungsschimmer bietet“, sagte denn auch BDKJ-Bundespräses Pfr. Simon Rapp bei der Begrüßung. „Gleichzeitig werden hier viele junge Menschen in ihrem Glauben gestärkt. Wir hoffen, dass viele von Ihnen diese Stärkung in Taten umsetzen, und sie motivieren sich für eine gerechte Welt einzusetzen“, so Rapp. Einen besonderen Dank gab es an diesem Abend vom Geschäftsführenden Referenten der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Markus Etscheid-Stams, an Nikola Deschauer: Als Langzeitfreiwillige hatte sie die deutsche WJT-Organisation maßgeblich von Madrid aus unterstützt. Auch sie tauchte dann mit den anderen 120 Gäste in die Gespräche ein, die den Innenhof bis in die Nacht mit Stimmen füllten.
 
Folgende Bischöfe und Weihbischöfe waren beim Empfang dabei

Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger (München-Freising, komm. Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz)Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück, Mitglied der Jugendkommission der Deutschen  Bischofskonferenz)Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt, Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz)Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyer (Mainz, Mitglied der Jugendkommission der Deutschen BischofskonferenzWeihbischof Jörg Michael Peters (Trier, Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz)Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg)           Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Würzburg)Bischof, Dr. Franz-Josef Overbeck (Bischof von Essen und Militärbischof für die Deutsche Bundeswehr)Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (Speyer)Weihbischof Matthias König (Paderborn) Marc Camille Michel Stenger Bischof von Troyes in der Champagne (Frankreich)     
Text und Bild: Michael Kreuzfelder, BDKJ-Bundesstelle

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Eine Katechese und ein Dialogversuch mit Kardinal Meisner

Auf dem Weg in den Madrider Norden treffen wir andere „orientierungslose“ Jugendliche und finden schließlich, die kleine, versteckte Kirche eines kirchlichen Schulzentrums. Die ist zum bersten voll. Jugendliche aus Münster, Köln, aus der Schweiz und Österreich stimmen sich mit Liedern und Gebet auf die Katechese mit dem Kölner Kardinal Meisner ein.

Unter tosendem Applaus zieht der auch für seine markigen Sprüche bekannten Kardinal ein. In seiner Katechese spricht er viel von „Standhaft-Sein“, von aufrechten, starken Christen mit Rückgrat, er macht Mut und beschwört, dass wir als Christen gegen den Strom schwimmen müssen. Keine neue Botschaft. Aber beeindruckend. Authentisch. Auch weil es doch den ein oder anderen markanten Satz gibt wie: „Menschenrechte sind immer Gottesrechte“, „das ökologische Problem ist ein theologisches Problem“, „Freiheit hat ein Gesicht und dieses Gesicht ist Jesus Christus“. „Wer glaubt, der zittert nicht“.

Nach 30 Minuten kommt es zum „Dialog“. Die jungen Christinnen und Christen werden eingeladen, Fragen an seine Eminenz zu stellen. Und als erstes kommt sie, eine der Fragen, die uns als BDKJ hier in Madrid auch sehr bewegt. „Herr Kardinal“; fragt Thorsten aus Bedburg-Hau, „sie haben dankenswerterweise, die ökologische Situation angesprochen. Wie geht das dann einher, dass wir mit dem Couponheft eingeladen werden, bei großen Fast-Food-Ketten zu essen, die ja bekanntlich zur ökologischen Katastrophe beitragen. Hat Kirche nicht da eine Vorbildfunktion?“ Spannung, was wird der Kardinal entgegnen. Die Frage passt, eigentlich gut in das Konzept des Kardinals. Gradlinig, auf Jesus bezogen, gegen den Strom! Allerdings schlägt Meisner Thorsten Folgendes vor: „Wir können ja gemeinsam fasten“. Danach sagt er noch, dass die Kirche da wohl auch noch einen weiten Weg vor sich hätte. Schade, es hätte so viel aus christlicher Sicht zu sagen gegeben zu dem Thema. Nächste Frage: „Warum dürfen Frauen keine Priester werden?“, fragt eine junge Frau. Kardinal Meisner antwortet: „Weil die Frauen dazu zu schade sind“. Ende der Durchsage. Schade, denke ich, auch die zweite Chance verpasst. Denn nicht nur ich, sondern viele der 700 Jugendlichen in der Kirche hätten sich auf mutig und offen gestellte Fragen mehr gewünscht, als einen lockeren Spruch. Aber es kommen ja noch zwei weitere Katechesetagen mit Kardinal Meisner!

Dirk Tänzler

Comic, Kreuz und Malzbier: Eine himmlische Wundertüte

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Der Rosenkranz in himmelblau oder rosarot: Es ist ein bisschen wie eine kirchliche Wundertüte für die Dame und den Herrn, die die Helferinnen und Helfer vierhunderttausendfach gepackt haben. Denn wenn man den WJT-Rucksack auspackt, findet man eben nicht nur Übliches sondern auch Überraschendes. Etwa einen Comic mit dem Titel „Habemus Papam“, in dem die päpstliche Berufungsgeschichte Benedikt XVI. gezeichnet wird. Sehr nett auch die Medikamentenpackung, in der man neben einem Umhängekreuz eine Packungsbeilage findet, die Dosierung und Nebenwirkungen des Heils-Bringers beschreibt – leider nur auf Spanisch. Daneben gibt es natürlich die nützlichen Papierprodukte wie Stadtplan oder Programmübersicht und mit T-Shirt sowie Hut eine kleine WJT-Kleidungskollektion. Bei täglich bis zu 38 Grad werden zwei Produkte mit Sicherheit gut genutzt: die beiden Fächer.

Wehrmutstropfen: Leider trägt keines der Produkte (außer dem Rucksack selbst) ein überprüfbares Fairhandels- oder Öko-Siegel. Ob Mensch oder Umwelt unter der Herstellung der Produkte leiden, ist also nicht klar.

Das ist im Rucksack drin:

  • Evangelium nach Matthäus (Spanisch, Englisch, Italienisch, Französisch, Deutsch und Polnisch)
  • Programmübersicht
  • Stadtkarte von Madrid mit allen WJT-Orten
  • U-Bahn-Karte
  • WJT-Hut (nicht der deutsche Pilgerhut)
  • „The Guide“ – mit allen Infos
  • Pilger-Buch mit den Texten der Liturgie
  • T-Shirt
  • Jugendkatechismus YouCat (auf Englisch)
  • Papst-Comic „Habemus Papam“
  • Kreuz in Medikamentenschachtel mit Packungsbeilage
  • 2 Fächer (orange / gelb)
  • Schlüsselband
  • 1 Flasche alkoholfreies (Malz?)-Bier
  • Rosenkranz, blau oder rosa

Michael Kreuzfelder, BDKJ

Krawalle sind „Signalfeuer im Kampf gegen Jugendarmut“

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„Signalfeuer im Kampf gegen Jugendarmut“

Jugendkrawalle: Auch in Deutschland gibt es den dazu nötigen sozialen Sprengstoff. Mehr Prävention, mehr Aufmerksamkeit, mehr Anstrengung.

Düsseldorf, 10. August. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sieht auch in Deutschland genügend sozialen Sprengstoff für Krawalle junger Menschen. „Bis zu zwei Millionen Jugendliche und junge Erwachsene sind in Deutschland arm, arbeitslos und perspektivlos“, warnt BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp. „Die Krawalle in England müssen Signalfeuer im Kampf gegen ihre Armut sein.“

Die Gewalt in England würde auch aus Frust und Resignation einer abgehängten Generation resultieren. „Wir wollen keine Angst schüren, denn in Deutschland gibt es derzeit keine sichtbar hohe Zahl gewaltbereiter Jugendlicher. Wenn das so bleiben soll, müssen wir jetzt etwas tun, nicht erst wenn es zu spät ist.“ Die jüngst vom Statistischen Bundesamt veröffentlichen Zahlen belegen die Mahnung: 2,1 Millionen Unter-18-Jährige sind in Deutschland von Armut bedroht. Betrachtet man die 15- bis 24-Jährigen, sind sie mit knapp 25 Prozent die Gruppe mit der höchsten Armutsrisikoquote. „Fakt ist, dass Jugendliche im reichen Deutschland das höchste Armutsrisiko tragen“, so Rapp.

Jugendarmut müsse überhaupt erst einmal wahrgenommen werden. „Während es bei Kinderarmut eine steigende gesellschaftliche Aufmerksamkeit gibt, wird Jugendarmut kaum registriert“, so Rapp, „sie wird regelrecht verschwiegen, die strukturellen Ursachen verschleiert.“ Bei Jugendarmut handele es sich um ein eigenständiges Phänomen in einer wichtigen Lebensphase mit entscheidenden Umbrüchen.

Daher fordern die katholischen Jugendverbände von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mehr Einsatz im Kampf gegen Jugendarmut und mehr Investition in Prävention. „Jugendliche müssen von den Sparbemühungen der Bundesregierung ausgeschlossen bleiben. Die junge Generation muss morgen schon für die heutigen Staatsschulden bezahlen. Die Gesellschaft darf ihr nicht noch mehr aufbürden.“ Daher fordert der BDKJ die Einführung eines Kinder- und Jugendgrundeinkommens als ersten Schritt hin zu einem Grundeinkommen für alle Bevölkerungsgruppen. Derweil setzt sich der BDKJ sich für armutsfeste Bedarfssätze, für Kostenfreiheit in allen Bildungsbereichen und für die Umsetzung eines Rechts auf Ausbildung ein.

Mehr Hintergründe, Zahlen und Forderungen zu Jugendarmut beinhaltet der BDKJ-Beschluss „Armut hat ein junges Gesicht“ unter www.bdkj.de. Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

Vamos a Madrid! Jugendliche brechen zum Weltjugentag nach Spanien auf

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Mit Gottvertrauen und einer politischen Botschaft reisen Jugendliche und der Bundesvorstand des BDKJ zum Weltjugendtag nach Spanien.

In der kommenden Woche bricht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mit vielen Jugendlichen zum Weltjugendtag nach Madrid auf. Unter den 16.500 Deutschen sind zahlreiche junge Menschen aus den 17 katholischen Kinder- und Jugendverbänden.

„Wir sind zufrieden mit den Teilnehmendenzahlen. In Toronto und Sydney waren es jeweils 10.000 Jugendliche weniger“, freut sich BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp, der gemeinsam mit dem BDKJ-Bundesvorsitzenden Dirk Tänzler in der Deutschen Delegation nach Madrid reist. „Wir hoffen, dass der Weltjugendtag für die Teilnehmenden aus aller Welt – vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in Oslo – vor allem eine friedliche Glaubensparty wird“, so Rapp.

Einsatz für Gerechtigkeit

Für viele Jugendliche sei die Teilnahme an einem Weltjugendtag ein „Höhepunkt in ihrem Glaubensleben“, besonders die Vigil und die abschließende Messe mit Papst Benedikt XVI. „Was vielen Jugendlichen darüber hinaus in Erinnerung bleibt, sind die Tage der Begegnung in den spanischen Bistümern. Hier findet internationaler Jugendaustausch statt. Hier begegnen sich die unterschiedlichen Glaubenskulturen junger Christinnen und Christen“, so Rapp. Daraus würden sich hoffentlich auch dieses Mal Freundschaften und Gemeinde-Partnerschaften entwickeln.

Wie in Köln 2005 und Sydney 2008 engagieren sich auch in Madrid katholische Jugendverbände mit ihren internationalen Zusammenschlüssen. So zum Beispiel die katholische Pfadfinderorganisation MSC (Movimiento Scout Católico), die Pfadfinderinnen und Pfadfinder zum International Scout Camp in die Berge vor Madrid einlädt. Einen politischen Akzent setzt der BDKJ-Diözesanverband Bamberg gemeinsam mit dem Hilfswerk missio München: Beim „youth hearing“ treffen sich junge Katholikinnen und Katholiken aus dem Senegal und aus Bayern in einem Lounge Club (Mittwoch 17.8., 14-18 Uhr Shoko Lounge Club, 28005 Madrid), um über Bildung, politische Mitbestimmung und Glauben zu diskutieren (www.youthhearing.de).

Mit Aufklebern gegen unfaire Produkte

Die katholischen Jugendverbände haben eine weitere Botschaft im Gepäck. „Einige Jugendliche werden in Madrid unfair hergestellte Produkte mit Aufklebern in vier Sprachen brandmarken und Jugendliche darüber informieren, dass diese Produkte Menschen oder der Umwelt schaden“, kündigt BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler an. Bereits im Vorfeld des Weltjugendtages hatte der BDKJ das Sponsoring der Großveranstaltung, beispielsweise durch die „Coca-Cola-Company“ kritisiert. Seit 2007 ruft der BDKJ zum Boykott von Coca-Cola-Produkten auf, weil das Unternehmen Menschenrechtsverletzungen toleriert und Umweltzerstörung in Kauf nimmt. „Wir sehen uns in der christlichen Verantwortung, kritisch auf die Herkunft von Produkten  zu achten. Gleichzeitig zur Globalisierung der Wirtschaft mit ihren Auswirkungen muss es auch eine Globalisierung des kritischen Konsums geben.“

Neben der Stärkung im Glauben würden Weltjugendtage die große Chance bieten, Jugendliche in ihrer christlichen Verantwortung für die Welt zu vernetzen, meint Rapp. „Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen nicht nur selbst im Glauben gestärkt werden, sondern die Welt durch den Weltjugendtag auch eine politische Botschaft erfährt: Hier trifft sich eine Generation, die sich aus dem Glauben heraus für Gerechtigkeit und Frieden für alle Menschen einsetzt“, hofft Rapp.

Die elfköpfige, offizielle deutsche Delegation begleitet der Kommissarische Leiter der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Bernhard  Haßlberger (München-Freising). Delegationsleiter ist Markus Etscheid-Stams von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, die die Organisation und Vorbereitungen in den Diözesen in Kooperation mit dem BDKJ verantwortet.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Weitere Infos unter www.wjt.de und www.bdkj.de.

Hinweise für Medienvertreter:

·         Medienanfragen und Interviewwünsche richten Sie an: Michael Kreuzfelder (BDKJ-Pressesprecher): +49 176 1 79 56 099 und Nina Schmedding (Pressestelle Deutsche Bischofskonferenz): +49 160 9 69 80 477

·         Während der Tage in Madrid gibt es einen gemeinsamen Blog von BDKJ. Bischofskonferenz und afj unter blog.wjt.de

·         Herzlich eingeladen sind Medienvertreter auch zum Empfang des BDKJ-Bundesvorstandes und der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) für die Verantwortlichen der Jugendpastoral in Deutschland mit vielen Deutschen Bischöfen am Mittwoch, 17. August, 19.30 Uhr, in der Deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Madrid, „Friedenskirche“ (Paseo de la Castellana, 6; 28046 Madrid).

·         Zu einem Presse-Empfang laden die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz, afj und der BDKJ-Bundesvorstand ein am Dienstag, 16. August, ab 22.00 Uhr ins NH-Hotel Alcala (Alcalá, 66, 28009 Madrid) – nahe des Platzes, auf dem zuvor der Eröffnungsgottesdienst stattfindet.