Katholische Jugend setzt sich für Veränderungen ein #bdkjhv

2011_13_dialog

Gleichberechtigung, Beteiligung, Spiritualität: Zum Gesprächsprozess stellt der BDKJ Eckpunkte für den Aufbruch der Kirche zur Debatte.
Altenberg (Odenthal), 21. Mai. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend will im angekündigten Dialogprozess mit Bischöfen und kirchlichen Verantwortlichen über Veränderungen in der Kirche ins Gespräch kommen. Unter dem Titel „Freiheit der Kinder Gottes“ hat die BDKJ-Hauptversammlung am Samstag in Altenberg Eckpunkte beschlossen, die zu einem Aufbruch der Kirche in Deutschland beitragen können. Dabei nennt der BDKJ Geschlechtergerechtigkeit, Beteiligung und Spiritualität als dringliche Themen, über die katholische Jugendverbände reden möchten.
„Wir gehen ohne einen fertigen Plan aber mit Grundhaltungen für die Kirche im 21. Jahrhundert in den Dialog. Umgekehrt erwarten wir von Anderen die Bereitschaft, sich ernsthaft mit unseren Vorstellungen auseinanderzusetzen“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Der Einsatz von Laien in der Geistlichen Verbandsleitung, unsere demokratischen Verbandsprinzipien und das gute Miteinander von Frauen und Männern zeigen, dass Jugendverbände Vieles von dem leben, was wir uns für die ganze Kirche wünschen.“ Wichtig sei, dass es im Dialog keine Tabuthemen gebe – auch nicht für schwierige Themen, die nur auf weltkirchlicher Ebene entschieden werden können. Dies passe zur geistlichen Dimension des Prozesses: „Es geht darum, dass wir – Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Frauen und Männer, Laien, Priester und Bischöfe – miteinander teilen, was uns bewegt. Nur so kann sich Spiritualität entfalten.“
In dem Beschluss stellt der BDKJ eine „einseitige Rollenverteilung der Geschlechter“ fest. Die Jugendverbände möchten deswegen über den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern sprechen, wie die BDKJ-Bundesfrauenkonferenz in ihrem Beschluss herausstellt. „Wir setzen uns dafür ein, dass sich Mädchen und Frauen stärker mit ihren Erfahrungen, Überzeugungen und Charismen in der Kirche einbringen können“, so BDKJ-Bundesvorsitzende Ursula Fehling. Ferner vertritt der BDKJ in der Debatte die Meinung, dass der Zölibat keine verpflichtende Zugangsvoraussetzung für das Weiheamt sein muss und die aktive Laien-Mitwirkung an der Wahl von Amtsträgern möglich ist.
Bundesvorstand bedauert Missverständnisse
Derweil bedauert der BDKJ-Bundesvorstand die durch Medienberichte hervorgerufenen Missverständnisse zu einem vermeintlichen „Thesenanschlag“. Tänzler: „Wir haben schlichtweg Zwischenergebnisse aus einer Kleingruppenarbeit auf gehängt. Wir wollten so deutlich machen, dass uns das Gespräch über die Themen sehr wichtig ist. Die katholische Kirche ist unsere Heimat. Wir arbeiten weiter daran, dass sie das für möglichst viele junge Menschen wird. Deshalb wünschen wir uns einen ernsthaften Aufbruch und freuen uns auf einen offenen Dialog.“
Die BDKJ-Hauptversammlung, die noch bis Sonntag in Altenberg tagt, ist das höchste demokratische Gremium des BDKJ. Rund 100 Delegierte aus der ganzen Bundesrepublik nehmen daran teil. Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Mehr Infos unter www.bdkj.de.

Den Beschluss gibt es in Kürze auf www.bdkj.de.

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