Katholische Jugend für PID-Verbot

Nur eine eindeutige Regelung verhindert Diskriminierung.

Essen, 18. Januar. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) fordert ein ausnahmsloses Verbot für Präimplantationsdiagnostik (PID). In einem am Samstag in Essen gefassten Beschluss ruft der BDKJ-Hauptausschusses Bundesregierung und Bundestag auf, die gesetzlichen Vorgaben schnellstmöglich neu zu regeln. Der BDKJ setzt sich damit vorbehaltlos für den Schutz menschlichen Lebens und die Sicherung der Würde von Menschen mit Behinderung ein.

In dem Beschluss lehnt der Dachverband der katholischen Jugendverbände jegliche genetische Selektion von Menschen ab. Die daraus folgende Diskriminierung und ein wachsender gesellschaftlicher Druck gegenüber Menschen mit Behinderung sei nicht hinzunehmen. Im Gegenteil: In der Gesellschaft müsse die Bereitschaft gestärkt werden, auch ein behindertes Kind anzunehmen. Dabei verhindere nur eine eindeutige Regelung eine Diskriminierung kranker und behinderter Menschen und gewährleiste den Schutz der unantastbaren Menschenwürde. Auch eine teilweise Erlaubnis der PID würde eine Selektion menschlichen Lebens verstärken. „Wir fordern dies im Bewusstsein eines nachhaltigen Bekenntnisses zur Freiheit von Wissenschaft und Forschung. Diese finden jedoch ihre Grenze in der Würde des Menschen und des Rechtes auf Leben jedes Einzelnen“, so der Beschluss.

Der BDKJ-Hauptausschuss ist das höchste Beschluss fassende Gremium der katholischen Jugendverbände zwischen den BDKJ-Hauptversammlungen. Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Den kompletten Beschluss gibt es unter hier: http://www.bdkj.de/fileadmin/redakteur/Dokumente/Pressemitteilungen/Beschluss%20PID.pdf

Kirche braucht Veränderung: BDKJ begrüßt Theologen-Vorstoß

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Düsseldorf, 26. Januar. „Es wird immer deutlicher: Kirche braucht Veränderung“, so kommentiert Dirk Tänzler, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), den Aufruf vieler und namhafter Theologinnen und Theologen. Sie mahnen einen offenen Dialog über notwendige Veränderungen in der katholischen Kirche an. „Wir finden gut, dass immer mehr Menschen ihren Veränderungswillen auch öffentlich mitteilen, das schafft ein Klima des Aufbruchs und zeigt, dass viele Katholikinnen und Katholiken sich ihre Kirche anders wünschen“, so Tänzler. Dieser Dialog müsse bald und umfassend geführt werden.

Zur Diskussion hat der BDKJ bei Facebook eine Seite eingerichtet. Unter „Kirche braucht Veränderung“ lädt er zur offenen Debatte ein. „Wir wollen zeigen, dass wir als junger Teil der Kirche dialogfähig sind“, so Tänzler.