Mit Geburt ausgebildet? Katholische Jugend zu den PISA-Ergebnissen

PISA: Die katholischen Jugendverbände finden, dass sich dringend etwas tun muss, damit junge Menschen von Anfang an gleiche Chancen bekommen.

Berlin, 7. Dezember. „Mini-Verbesserungen täuschen nicht über den Skandal hinweg, dass Bildung in Deutschland immer noch mit der Geburt in ein Umfeld entschieden wird.“ So kommentiert Ursula Fehling, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), heute die Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie.

„Es hat sich nichts geändert: Die Herkunft entscheidet über die Qualität der Bildung. Und das Schlimme: Die Erkenntnis ist nicht neu. Das dürfen Politik und Gesellschaft nicht länger hinnehmen“, so Fehling. Als besonders erschreckend werten die katholischen Jugendverbände, dass Schulen in sozialen Brennpunkten offenbar schlechter ausgestattet sind, als in wohlhabenden Vierteln. Positiv sieht Fehling, dass die aktuelle Studie die Wichtigkeit frühkindlicher Bildung belege. „Bildung ist eben mehr als Schule.“ Neben der frühkindlichen Bildung müsse Jugendarbeit stärker gesehen und unterstützt werden, damit die umfassende Bildung von Kindern und Jugendlichen ermöglicht werde.

Angesichts der Ergebnisse bekräftigt der BDKJ seine Forderungen. So müssten Lehrkräfte die Möglichkeit haben, ihren Unterricht freier zu gestalten, um individuell auf Talente und Probleme verschiedener Schülerinnen und Schüler eingehen zu können. „Wir müssen nicht Fächer, sondern Kinder unterrichten“, so Fehling. Zudem sollten Kinder länger gemeinsam lernen. „Eine frühe Trennung verschärft die Bildungsunterschiede. Das ist vermeidbar.“ Hierfür solle es bundesweit einheitliche Regelungen geben, die Vergleichbarkeit herstellen. „Nur so lässt sich das Nebeneinander verschiedener Bildungssysteme endlich zum Vorteil für junge Menschen zusammenführen. Sie sind der Maßstab, nicht Wirtschaft oder irgendwelche Systeme.“

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