#BDKJ begrüßt Präventionskonzept der Deutschen Bischöfe

Mehr Mut und Offenheit zum Schutz von Kindern

BDKJ begrüßt Präventionskonzept der Deutschen Bischöfe.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) begrüßt das heute vorgestellte Präventionskonzept der Deutschen Bischofskonferenz. „Die katholische Kirche legt ein für andere Organisationen beispielgebendes Konzept vor“, lobt Bundesvorsitzender Dirk Tänzler am Donnerstag in Düsseldorf. Zusammen mit den jüngst veröffentlichten Leitlinien zum Umgang mit sexualisierter Gewalt verbessere das  Präventionskonzept den Schutz für junge Menschen im Bereich der katholischen Kirche. Entscheidend sei jetzt, dass die katholische Kirche das Konzept konsequent umsetze.

„Mit dem Konzept drücken die Bischöfe ihren Willen aus, jede Form von sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch im Vorfeld zu verhindern und nicht erst nachträglich zu verurteilen. Das ist entscheidend im Kampf gegen Missbrauch“, so  Tänzler. Dafür sei es wichtig eine Kirche zu schaffen, in der über Sexualität und Missbrauch offen gesprochen werden könne. Das sei ein wichtiger Schritt gegen falsche Verschwiegenheit. „Jetzt müssen die Bischöfe ihren Mut zur Offenheit durch ihr Handeln beweisen.“ Zum Beispiel müssten sowohl präventive Maßnahmen wie Fortbildungen und das geforderte geschulte Personal als auch sexualpädagogische Projekte finanziell ermöglicht und abgesichert werden.

Prävention ist Aufgabe aller

Schulungen zum Thema Missbrauch sowie Selbstverpflichtungserklärungen für Haupt- und Ehrenamtliche: Viele der im Konzept geforderten Maßnahmen sind bereits seit Langem Teil der Arbeit in den katholischen Jugendverbänden. Respektvoller, achtsamer und die Persönlichkeit stärkender Umgang mit jungen Menschen sei Grundlage ihrer Arbeit. „Wir selbst tun unser Möglichstes, um Gewalt und Missbrauch in unseren Reihen zu verhindern und verfolgen seit Jahren eigene Konzepte in den einzelnen Verbänden“, betont Tänzler. Gleichzeitig empfiehlt er den Mitgliedsverbänden und Jugendorganisationen im BDKJ, die Inhalte des Konzeptes in ihre präventive Arbeit zu integrieren. Positiv wertet der BDKJ, dass das Präventionskonzept mit unterschiedlichen Fachleuten entwickelt wurde. „Auch wir konnten unsere Erfahrungen dabei gut einbringen“, so Tänzler.

Eine Fortbildung „Präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ bieten BDKJ, Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Katholische Akademie für Jugendfragen gemeinsam am 26. und 27. Oktober in Frankfurt an. Infos auf www.bdkj.de.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

#bdkj Bundespräses Simon Rapp zum Freiwilligen Zivildienst bei PK der #DBK

Pressegespräch zum Vorschlag eines bundesweiten „Freiwilligen Zivildienstes“ am 21. September 2010 in Fulda

Statement von Pfarrer Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der deutschen katholischen Jugend

Freiwilligendienste sind ein Angebot der Jugendarbeit

Als Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) setzen wir uns seit Jahren für die Aussetzung der Wehrpflicht ein. Dass es jetzt so weit ist, freut uns, denn damit bekommen junge Menschen die Gestaltungsfreiheit für ihr Leben, die ihnen im Grundgesetz garantiert ist. Mit der Wehrpflicht steht auch der Zivildienst vor dem Aus. So gilt es, das soziale Engagement von jungen Menschen zu fördern und auszubauen.

Der BDKJ und der Deutsche Caritasverband koordinieren seit vielen Jahrzehnten das Freiwillige Sozial Jahr in katholischer Trägerschaft auf Bundesebene. Beide wollten ihre FSJ-Plätze in den nächsten 2 Jahren von derzeit 4.500 auf 6.500 Plätze steigern. Da es nun aber verfassungsrechtliche Bedenken einer noch stärkeren Bundesförderung für die bisherigen Freiwilligendienste gibt, hat die Bundesregierung den „Freiwilligen Zivildienst“ in Bundeskompetenz auf den Weg gebracht. Ob er eine Konkurrenz zu den bestehenden Jugendfreiwilligendiensten ist, wird sich an den Rahmenbedingungen zeigen. Wir bieten der Bundesregierung auf jeden Fall an, ihn zusammen mit weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft auf den Weg zu bringen.

Wir haben keine Sorge vor der Abschaffung des Zivildienstes. Denn mit dessen Aus endet ja nicht die Bereitschaft junger Menschen, sich zu engagieren. Als Träger des „Freiwilligen Sozialen Jahres“ und als katholische Jugendverbände, die tagtäglich mit jungen Menschen zusammen arbeiten, nehmen wir sogar eine zunehmende Bereitschaft zu freiwilligem Engagement wahr. Das belegt nicht zuletzt die jüngste Shell-Studie.

Richtig ist, dass unsere Gesellschaft das freiwillige Engagement seiner Bürger braucht. Deshalb bieten wir der Bundesregierung an, den neuen Dienst

zusammen mit weiteren Akteuren der Zivilgesellschaft auf den Weg zu bringen. Denn alleine kann und darf sie es nicht.

1. Freiwilligendienste – Angebot an junge Menschen, das ihnen selber dient

Als Dachverband der katholischen Jugendverbände sehen wir die Freiwilligendienste vor allem als ein Angebot für junge Menschen, das auf Freiwilligkeit, Teilhabe an der Ausgestaltung, Selbstreflektion und personales Angebot gründet. Uns geht es darum, wie Freiwilligendienste den Bedürfnissen und Anforderungen junger Menschen gerecht werden und nicht nur den Ansprüchen des Staates oder der Einrichtungen.

Aus christlicher, kirchlicher Sicht tragen Jugendfreiwilligendienste auch dazu bei, dass junge Menschen Christen erleben, die durch ihr Tun ein lebendiges Zeugnis ihres Glaubens geben. Das hilft ihnen, sich selbst mit dem Sinn und dem Ziel ihres Lebens auseinander zu setzen und sich mit anderen in den Seminar- und Bildungswochen, neben der Reflexion des Einsatzes, auch mit Glaubens- und Lebensfragen zu beschäftigen. Das FSJ bietet diese Qualität.

2. Wir wehren uns gegen die Verstaatlichung der Zivilgesellschaft

Freiwilligendienste sind ein Angebot der Zivilgesellschaft. Das muss so bleiben. Das Subsidiaritätsprinzip, dass der Staat Aufgaben, die gesellschaftliche Träger selber anbieten können, unterstützt, aber nicht bestimmt, ist für uns genauso wichtig wie die Autonomie der jeweiligen Träger, was Einsatzstellen, Aufgabenbeschreibung, Personenwahl und inhaltliche Ausgestaltung anbelangt. Um eine Verstaatlichung der Zivilgesellschaft zu verhindern, muss sich der neue Freiwilligendienst von der Grundstruktur, der inhaltlichen Konzeption und der finanziellen Förderung an den bewährten Jugendfreiwilligendiensten orientieren. Dazu möchte auch ich, neben den vom BDKJ mitgetragenen Punkten des Deutschen Caritasverbands folgendes erwähnen:

1. Der so genannte „Freiwillige Zivildienst“ darf weder organisatorisch noch finanziell die bestehenden Jugendfreiwilligendienste, die von der Zivilgesellschaft getragen sind, beschädigen. Vielmehr müssen die Jugendfreiwilligendienste gestärkt hervorgehen, z.B. durch Anhebung der Förderpauschalen. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass das FSJ zu dem neuen Angebot konkurrenzfähig ist!

2. Die Organisation und inhaltliche Ausrichtung eines „Freiwilligen Zivildienstes“ muss sich am FSJ orientierten: Am Besten werden dazu die bisherigen Träger des „Freiwilligen Sozialen Jahres“ in die Planung, Organisation und Durchführung des „Freiwilligen Zivildienstes“ einbezogen.

3. Ein „Freiwilliger Zivildienst“ muss ein Bildungs- und Lerndienst sein. Deshalb muss auch hier, wie bei den anderen Jugendfreiwilligendiensten die pädagogische Begleitung der Freiwilligen durch geschulte Kräfte des Trägers gestaltet sein.

3. Freiwilligendienste – ein Angebot der Jugendpastoral der Kirche

„Die Kirche dient dem jungen Menschen, indem sie ihm hilft, sich in einer Weise selbst zu verwirklichen, die an Jesus Christus Maß nimmt (Phil 2,6-11).“ Dies ist ein Ziel kirchlicher Jugendarbeit. Daher hält die Katholische Kirche in Deutschland für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote bereit, um junge Menschen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung und –reifung zu unterstützen. Sie tut dies, indem sie den selbstlosen Dienst Jesu Christi an den Menschen zum Vorbild nimmt und jungen Menschen als Lebensbeispiel anbietet. Ein wichtiger Baustein dieses großen Jugendpastoralen Angebotes sind die „Jugendfreiwilligendienste in katholischer Trägerschaft.“  

Jugendfreiwilligendienste haben zudem eine jugendpolitische Aufgabe. Sie sind eine gute Möglichkeit, sich in unserer Gesellschaft sozial und politisch zu engagieren und Gesellschaft zu gestalten. Sollte also der „Freiwilligen Zivildienst“ kommen, so muss er ein jugendpolitisch orientierter „Freiwilligendienst“ und eine Maßnahme der Jugendbildung sein.

Die Statements von Caritaspräsident Neher und Bischof Reinelt findet Ihr hier:

http://www.dbk.de/presse/aktuelle-meldungen/details/?tx_ttnews[tt_news]=1668&tx_ttnews[backPid]=233&cHash=a35b8646015f08f809e21802e80c9d19

„Kinder zeigen Stärke“ – Sternsinger stellen Motto der 53. Aktion Dreikönigssingen vor! Beispielland Kambodscha #bdkj #sternsinger

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Zum 53. Mal werden rund um den 6. Januar 2011 bundesweit die Sternsinger unterwegs sein.  „Kinder zeigen Stärke – kmäng kmäng bong-hein kom-lahng“ heißt das Leitwort der kommenden Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 500.000 Mädchen und Jungen in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden. Mit ihrem aktuellen Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – deutlich, dass auch Kinder mit einer Behinderung in den so genannten Entwicklungsländern immer wieder Stärke zeigen. „Kmäng kmäng bong-hein kom-lahng“ ist die Übertragung des Aktion-Leitworts in Khmer, die Sprache, die in Kambodscha gesprochen wird. In Köln wurde die 53. Aktion am Donnerstag vorgestellt.

Kambodscha, das Beispielland der 53. Aktion Dreikönigssingen, ist eines der ärmsten Länder der Welt und leidet immer noch unter den Folgen einer barbarischen Diktatur und eines Bürgerkriegs. Mangelernährung und eine schlechte Gesundheitsversorgung sind Ursache von Behinderungen – auch bei tausenden Kindern. Hinzu kommt das Problem der aus dem Krieg übrig gebliebenen Landminen. Vier bis sechs Millionen sollen in Kambodscha noch versteckt sein. Sie töten und verstümmeln Menschen bis heute. Ohne Beine Fußballspielen? Ohne Hände schreiben? In Kambodscha zeigen Kinder, dass diese Dinge möglich sind. Sie machen deutlich, dass man mit einer Behinderung fast alles erreichen kann, wenn man die nötige Unterstützung bekommt. In den so genannten Entwicklungsländern fehlt es jedoch meist an dieser Unterstützung und an Konzepten für ein gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung. Eigene Förderschulen gibt es oft nicht. Fehlende Infrastruktur, mangelndes Wissen über den Umgang mit Kindern mit einer Behinderung und fehlende Hilfsmittel verschlechtern die Situation zusätzlich. In armen Ländern haben Kinder und Erwachsene mit einer Behinderung oftmals kaum Chancen auf eine Schulbildung oder bezahlte Arbeit. Die meisten führen ein Leben in Ausgrenzung und Armut. Auch darauf wollen die Sternsinger mit ihrem Engagement hinweisen. Sie zeigen ebenfalls Stärke, wenn sie sich für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt einsetzen.

Kinder sind eindrucksvolle Vorbilder

„Kinder sind oft ganz eindrucksvolle Vorbilder und Beispiele, wie sie in Schwierigkeiten mit großer Selbstverständlichkeit ihre Situation meistern, so dass sie Erwachsene immer wieder in Erstaunen versetzen können. Es heißt ja in der Tradition unserer Kirche, dass der Geist Gottes vor auch allem durch die Jüngsten sprechen kann. Und das wollen wir durch diese Aktion am Beispiel des Themas ‚Kinder zeigen Stärke’ deutlich machen“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, zum Thema der kommenden Aktion Dreikönigssingen. Pfarrer Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), ergänzt: „Menschen mit Behinderung müssen überall darum kämpfen, nicht ausgegrenzt zu werden. Für Kinder in Entwicklungsländern ist das noch schwieriger. Denn die Hälfte der Beeinträchtigungen, die zu Behinderung führen, ist eine unmittelbare Folge von Armut und kann vermieden werden. Acht von zehn Menschen mit Behinderung leben dort, wo es keine Spezialkliniken gibt. Mit den Spenden, die die Sternsinger sammeln, verbessern sie diese Situation.“

Wie engagiert die Mädchen und Jungen jedes Jahr bei ihrer Aktion unterwegs sind, darauf gab es in Köln am Donnerstag schon einen kleinen Vorgeschmack. 28 Drittklässler der Katholischen Grundschule aus Köln-Longerich – einige davon Sternsinger – erlebten passend zum Thema „Kinder mit Behinderungen“ verschiedene Erfahrungsspiele und meisterten per Rollstuhl einen Parcours. Sie zeigten damit auch den anwesenden Medienvertretern, wie spannend die Vorbereitung auf die Sternsingeraktion laufen kann. Beim Fototermin machten sie deutlich, was es heißt, wenn „Kinder Stärke zeigen“. Mit vereinten Kräften stemmten sie eine riesige Weltkugel.

Erfinder der „Maus-Sendung“ überzeugt

Einen müssen die Sternsinger schon längst nicht mehr von ihrem Einsatz überzeugen. Armin Maiwald, TV-Produzent und Erfinder der „Sendung mit der Maus“, ist von den kleinen Königen überzeugt. Zu Jahresbeginn reiste der Regisseur nach Kambodscha und produzierte dort den Film zur Aktion. „Ein Ziel des Films ist es, den Kindern in Deutschland zu zeigen, was mit den von ihnen gesammelten Spenden passiert“, so Maiwald. „Wenn die Sternsinger den Film sehen, können sie wirklich stolz auf das sein, was sie leisten.“ Den Projektpartnern der Sternsinger, die sich in Kambodscha um Kinder mit Behinderungen kümmern, stellte er ein glänzendes Zeugnis aus: „Es sind wunderbare Projekte, die den Kindern mit einer Behinderung eine wirkliche Chance geben. Hier können die Mädchen und Jungen oft zum ersten Mal in ihrem Leben auch wirklich Kind sein.“

Förderung in 110 Ländern

Doch nicht nur Kinder in den Projekten in Kambodscha profitieren vom Einsatz der kleinen Könige in Deutschland. Straßenkinder, Aids-Waisen, Kindersoldaten, Mädchen und Jungen, die nicht zur Schule gehen können, denen Wasser, Nahrung und medizinische Versorgung fehlen, die in Kriegs- und Krisengebieten, in Flüchtlingslagern oder ohne ein festes Dach über dem Kopf aufwachsen – Kinder in 110 Ländern der Welt werden jedes Jahr in Projekten betreut und versorgt, die mit Mitteln der Aktion unterstützt werden.

Rund 2.400 Projekte jährlich – Eröffnung der Aktion in Essen Bei der zurückliegenden 52. Aktion Dreikönigssingen sammelten die Sternsinger zum Jahresbeginn 2010 rund 40,6 Millionen Euro. Gruppen in 11.853 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten hatten sich beteiligt. Rund 2.400 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa können die Sternsinger jährlich unterstützen. Die weitaus meisten Projekte sind kleinere, finanziell überschaubare Vorhaben, die aber nachhaltig zum Abbau ungerechter Strukturen beitragen. Bildungsprojekte haben dabei einen besonderen Stellenwert. Primarschulen, Alphabetisierungsprogramme oder die Anschaffung von Schulmaterial sind wichtige Fördermaßnahmen. Eine abgeschlossene Schulbildung und eine qualifizierte Berufsausbildung sind für die Mädchen und Jungen oft die einzige Chance, den Teufelskreis von Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität zu durchbrechen. Bildung wird damit zum Schlüssel der Entwicklung in den Ländern der so genannten Dritten Welt.

Bundesweit eröffnet wird die 53. Aktion Dreikönigssingen am Donnerstag, 30. Dezember 2010, in Essen. Pünktlich zum Dreikönigstag am 6. Januar 2011 sind Sternsinger im Schloss Bellevue erstmals bei Bundespräsident Christian Wulff zu Gast.

BDKJ zu Shell-Jugendstudie: Gesellschaft und Politik haben versagt #bdkj

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Gesellschaft versagt: Soziale Schere unter Jugendlichen wird größer

Katholische Jugend kommentiert Shell-Jugendstudie 2010.

Düsseldorf, 14. September. Die neue Shell-Jugendstudie zeigt in erschreckender Weise, dass die Kluft zwischen jungen Menschen größer geworden ist. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) kritisiert, dass die soziale Herkunft immer noch massiv gesellschaftliche Teilhabe und persönlichen Erfolg bestimmt.

Die Studie betone zwar, dass die heutige junge Generation in Deutschland trotz Finanz- und Wirtschaftskrise erstaunlich zuversichtlich bleibt. „Das ist richtig und gut, aber der Skandal ist, dass das nicht für Jugendliche aus sozial schwachen Haushalten gilt“, kommentiert BDKJ-Bundesvorsitzende Ursula Fehling. Diese Kluft, die sich auch bei der Nutzung des Internets oder bei sozialem Engagement zeigt, sei fatal und ein Armutszeugnis für die deutsche Gesellschaft. „Jugendpolitik hat in den letzten Jahren kläglich versagt“, so Fehling. „Nach wie vor sind viele junge Menschen von den Entwicklungen abgehängt und ihre Chance auf gesellschaftliche Teilhabe sinkt“, so Fehling. Diese soziale Spaltung könne die Gesellschaft weder verantworten noch hinnehmen.

Der alleinige Verweis von Jugendministerin Dr. Kristina Schröder auf die frühkindliche Bildung bewertet der BDKJ als deutlich zu kurz gegriffen. Alle Kinder und Jugendlichen hätten Anspruch auf Leistungen, die ihre persönlichen Chancen und gesellschaftliche Integration sicherstellen. „Mit frühkindlicher Bildung ist leider den tausenden Jugendlichen, die heute keine Perspektive haben, nicht geholfen“, kritisiert Fehling. Die Studie liefere der Bundesregierung genügend Gründe, die angekündigte stärkere, eigenständige und aktivere Jugendpolitik endlich in Angriff zu nehmen.

Religion: „Wir können und wollen Antworten geben.“

Dass Religion weiterhin für eine Mehrheit der Jugendlichen nur eine untergeordnete Rolle spielt, sei zwar keine neue Situation, mache aber einmal mehr deutlich, vor welchen Herausforderungen die katholische Kirche in Deutschland stehe. „Wir nehmen diesen Befund als Jugendverbände sehr ernst und hoffen, dass auch die Bischöfe, die sich Ende September zur Herbstvollversammlung treffen, über diese Ergebnisse nicht hinweggehen“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. Jugendliche seien, wie die Shell-Jugendstudie deutlich zeige, auf der Suche nach Halt, nach Werten und sozial-moralischen Regeln. „Hier können und wollen wir als Kirche Antworten geben“, so Tänzler.

Die Studie gibt es hier: www.shell.jugendstudie.de

www.Deine-Stimme-gegen-Armut.de Mach mit! Vor dem Weltarmutsgipfel!

Alle drei Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen extremer Armut. Du kannst etwas dagegen tun! Im September treffen sich die Staats- und Regierungschefs zum Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen in New York, um über den Stand der Umsetzung der Millenniumsentwicklungsziele zu beraten, die vor zehn Jahren vereinbart wurden. Gib deine Stimme gegen Armut: http://www.deine-stimme-gegen-armut.de